Krankenpflegefachkraft startet nach erfolgreicher Anerkennung in ihren Beruf in NRW

Heute stand eine strahlende Teilnehmerin des Projekts IQuaMed im mibeg-Institut Medizin. Lidiia S. wollte uns persönlich mitteilen, dass sie erfolgreich ihren individuellen Anpassungslehrgang als Gesundheits- und Krankenpflegerin abgeschlossen hat und zwischen mehreren Stellenangeboten wählen kann.

Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpflegerin

Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpflegerin erfolgreich mit dem Projekt IQuaMed des IQ Netzwerks erlangt

Lidiia S. ist aus Russland nach Nordrhein-Westfalen gekommen, um hier mit ihrer Familie zu leben und zu arbeiten. Nach ihrer Ausbildung am Medizinischen Kolleg in Russland hat sie sich als Krankenschwester für Kinderchirurgie spezialisiert und verfügt über eine siebenjährige Berufserfahrung im Bereich der Krankenpflege. Weitere sechs Jahre war sie als Medizinische Angestellte im Bereich der Augenoptik tätig.

2013 ist sie nach Deutschland gekommen. Zunächst stand ein intensives Sprachstudium an, zusätzlich hat sie ein vierwöchiges Pflegepraktikum absolviert, um einen Einblick in die Aufgaben einer Gesundheits- und Krankenpflegerin in Deutschland zu bekommen. Lidiia S. hat intensiv Deutsch gelernt, den Deutschtest für Zuwanderer gut bestanden und ist in Bielefeld über das Sprachinstitut Dialog, die AWO Sprachschule und die Volkshochschule auf ihr Deutsch B1-Telc-Examen vorbereitet worden, das sie sehr gut bestanden hat. Die AWO Sprachschule ist Teilprojektpartner im IQ Netzwerk NRW im Bereich der interkulturellen Kompetenzentwicklung.

Lidiia S. hat sich zielstrebig für ihre Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpflegerin engagiert. Unterstützt wurde sie dabei von der IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsstelle Mozaik in Bielefeld, die sie bei ihrem Antragsverfahren begleitet hat und Teilprojektpartner im IQ Netzwerk NRW ist. Die Bezirksregierung Köln bescheinigte Lidiia S. 2015 die Fachoberschulreife, die Bezirksregierung Düsseldorf erstellte im selben Jahr einen Bescheid zur Berufsanerkennung nach dem Krankenpflegegesetz. Der Bescheid besagt, dass im Vergleich der beiden Ausbildungen in Russland und Deutschland Lidiia S. 1460 Stunden erfolgreich zu leisten habe, bis eine berufliche Anerkennung ausgesprochen werden könne. Im theoretisch-praktischen Unterricht konnte direkt eine Vergleichbarkeit hergestellt werden, im Bereich der praktischen Ausbildung sollte eine umfangreiche Qualifizierung im Bereich der Chirurgie, der Inneren Medizin, der Psychiatrie und der ambulanten Versorgung geleistet werden.

Die Krankenpflegerin wandte sich an das mibeg-Institut Medizin mit der Bitte, ihr über das Projekt IQuaMed, unterstützt durch das Förderprogramm IQ, eine solche Qualifizierungsmöglichkeit zu eröffnen. Unter den sehr gut aufgestellten Krankenpflegeschulen im Raum Ostwestwalen erklärte sich die Leitung der Krankenpflegeschule des Evang. Klinikums Bethel gern bereit, die weitere Ausbildung fachlich zu begleiten. Doch dann meldete sich die Interessentin bei uns und sagte, familiär bedingt stünde ein Umzug ins Rheinland an, und sie könne leider nicht wie geplant ihre Ausbildung in Bielefeld starten. Ob wir noch einmal behilflich sein könnten, einen guten Ausbildungsplatz zu finden? Das Projektteam IQuaMed am mibeg-Institut Medizin hat sich sehr gern noch einmal für Lidiia S. engagiert. Die Kath. Schule für Pflegeberufe Essen, die zur Contilia Gruppe gehört, war gern bereit, sie zu qualifizieren.

Sowohl Simone Sturm, Pflegedirektorin der Contilia Gruppe und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Projekts IQuaMed, wie auch Pflegeschulleiter Reinhold Schulte-Eickholt zeigten sich begeistert über die hohe Motivation, die Lernbereitschaft, die gute deutsche Sprachkompetenz und die umfassende berufliche Erfahrung, die die Teilnehmerin des Projekts IQuaMed mitbrachte.

Gesundheits- und Krankenpflegerin Lidia S. freut sich auf ihren Berufsstart in Deutschland

Gesundheits- und Krankenpflegerin Lidiia S. freut sich auf ihren Berufsstart in Deutschland

Mittlerweile hat sie alle Stationen erfolgreich durchlaufen, das Abschlussgespräch hervorragend bestanden und wird nach Zulassung durch ihr zuständiges Gesundheitsamt ihre Stelle als Gesundheits- und Krankenpflegerin antreten. Wir konnten eine strahlende Absolventin beglückwünschen!

Innerhalb des IQ Netzwerks NRW ergab sich dabei ein Zusammenwirken von gleich drei Teilprojekten: in der sprachlichen Ausbildung, in der Anerkennungsberatung und in der fachlichen Qualifizierung.

Soeben erreicht uns noch die Nachricht, dass Mohab N. ebenfalls erfolgreich seinen individuellen Anpassungslehrgang über das Projekt IQuaMed abgeschlossen hat. Carina Schmidt, Bildungsreferentin am mibeg-Institut Medizin, freut sich sehr, dass der gebürtige Syrer ihr berichten konnte, dass er bereits eine Stelle in Aussicht hat und in einem großen Landeskrankenhaus in Westfalen als Psychiatriepfleger starten kann. Herzlichen Glückwunsch!