Schlagwort-Archiv: Bundesärztekammer

Ärztekammern: Wo ist eine Fachsprachprüfung erforderlich?

Es ist sehr wichtig, sich in seinem Bundesland bei der Approbationsbehörde zu erkundigen, welche Zertifikate anerkannt werden. Hilfreich ist es immer, sich über die Website der zuständigen Approbationsbehörde zu informieren. In fast allen Bundesländern ist nur eine durch die Landesärztekammer organisierte und durchgeführte Fachsprachprüfung anerkannt.

Hier die derzeit gültige Übersicht:

  • Baden-Württemberg
    Fachsprachprüfung durch die Landesärztekammer Baden-Württemberg erforderlich
  • Bayern
    Fachsprachprüfung durch die Landesärztekammer Bayern erforderlich
  • Berlin
    Fachsprachprüfung durch die Landesärztekammer Berlin erforderlich
  • Brandenburg
    Fachsprachprüfung durch die Landesärztekammer Brandenburg erforderlich
  • Bremen
    Fachsprachprüfung durch die Landesärztekammer Bremen erforderlich
  • Hamburg
    Fachsprachprüfung durch die Landesärztekammer Hamburg erforderlich
  • Hessen
    Anerkanntes Sprachzertifikat (zum Beispiel telc-Standard), mindestens Niveau B2 / C1
  • Mecklenburg-Vorpommern
    Fachsprachprüfung durch die Landesärztekammer Mecklenburg-Vorpommern erforderlich
  • Niedersachsen
    Fachsprachprüfung durch die Landesärztekammer Niedersachsen erforderlich
  • Nordrhein-Westfalen
    Fachsprachprüfung durch die Ärztekammer Nordrhein bzw. durch die Ärztekammer Westfalen-Lippe erforderlich
  • Rheinland-Pfalz
    Fachsprachprüfung durch die Bezirksärztekammer Rheinhessen erforderlich
  • Saarland
    Anerkanntes Sprachzertifikat (zum Beispiel telc-Standard), mindestens Niveau B2 / C1
  • Sachsen
    Fachsprachprüfung durch die Landesärztekammer Sachsen erforderlich
  • Sachsen-Anhalt
    Fachsprachprüfung durch die Landesärztekammer Sachsen-Anhalt erforderlich
  • Schleswig-Holstein
    Fachsprachprüfung durch die Landesärztekammer Schleswig-Holstein erforderlich, in Verbund abgenommen mit der Landesärztekammer Mecklenburg-Vorpommern
  • Thüringen
    Fachsprachprüfung durch die Landesärztekammer Thüringen erforderlich ab Januar 2018

In allen Bundesländern muss ein allgemeinsprachliches Prüfungszertifikat B2 (GER) eines anerkannten Sprachinstitutes vor der medizinischen Fachsprachprüfung vorgelegt werden.

120. Deutscher Ärztetag: Forderungen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Der 120. Deutsche Ärztetag hat Beschlüsse zu den Anerkennungsverfahren und zur Integration ausländischer Gesundheitsfachkräfte gefasst und als Forderungen an den Gesetzgeber übermittelt. Dazu gehört, dass

  • die Gleichwertigkeit der medizinischen Grundausbildung aus Drittstaaten in einem bundeseinheitlichen Verfahren und mittels einer gegenüber der zuständigen Approbationsbehörde abzulegenden Prüfung nachzuweisen ist. Die Prüfung muss dem Niveau des zweiten und dritten Teils des deutschen medizinischen Staatsexamens äquivalent sein. Eine Integration in entsprechende Prüfungen der medizinischen Fakultäten ist vorstellbar.
  • durch die zuständigen Approbationsbehörden eine zentrale Webseite eingerichtet wird, auf der die Vorgaben, das Verfahren der Antragstellung, zuständige Behörden und Ansprechpartner, Inhalte und Ablauf des Anerkennungsverfahrens, einschließlich einer Beschreibung der Anforderungen dieser Kenntnisprüfung und auch der Fachsprachenprüfung (als weitere notwendige Voraussetzung für die Erteilung der deutschen Approbation), veröffentlicht werden, damit sich Interessenten aus dem Ausland unkompliziert informieren und vorbereiten können.

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Bundesweite Übersicht: Wo ist eine Fachsprachenprüfung durch die Ärztekammer gefordert?

Die sprachlichen Anforderungen an den Arztberuf sind hoch, damit die Qualität in der Patientenversorgung gewährleistet werden kann. Mittlerweile haben fast alle Bundesländer die Landesärztekammern beauftragt, für aus dem Ausland kommende Ärztinnen und Ärzte eine Fachsprachenprüfung durchzuführen.

Viele Ärztinnen und Ärzte, die einen Antrag auf Approbation stellen, wissen nicht, welche Zertifikate anerkannt werden. Antragstellende bezahlen teilweise viel Geld und investieren viel Zeit in der Hoffnung, die als anspruchsvoll geltenden Fachsprachenprüfungen vor den Landesärztekammern zu »umgehen«. Sie erwerben dann Bescheinigungen und erfahren im Nachhinein, dass diese in ihrem Bundesland durch die Approbationsbehörden nicht anerkannt werden. Weiterlesen

Ärztekammer Westfalen-Lippe: Sachstandsbericht zur Fachsprachprüfung

Gute Sprachkenntnisse sind für die Ausübung des ärztlichen Berufs unabdingbar wichtig. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat für aus dem Ausland kommende Ärztinnen und Ärzte 2014 ein Prüfungsverfahren eingerichtet, das alle Mediziner durchlaufen müssen, die ihren Beruf in NRW ausüben wollen. Über 3000 Fachsprachprüfungen sind bislang abgenommen worden, dabei beträgt die aktuelle Nichtbestehensquote 49 %. Dies zeigt, so die Ärztekammer in einem aktuell erschienen Artikel, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist.

»Allzu schnell vergebene Zertifikate aus sehr kompakt strukturierten Sprachkursen verleiten nicht selten zu einer Fehleinschätzung der eigenen berufsspezifischen Sprachkompetenz … Wer in kürzester Zeit ein B2-Sprachzertifikat in den Händen hält, verfällt schnell der Annahme, es reiche nur noch ein wenig Zusatzzeit, um sich die Voraussetzungen für die Fachsprachenprüfung anzueignen. Dies mag im Einzelfall gelingen, kann aber nicht … verallgemeinert werden.« Weiterlesen

Bundesärztekammerpräsident Prof. Dr. Frank-Ulrich Montgomery: Arbeitschancen für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland sind exzellent

Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. med. Frank-Ulrich Montgomery, hat aktuell aufgezeigt, dass in Deutschland immer mehr Ärztinnen und Ärzte beschäftigt sind. Insgesamt stieg die Zahl 2015 um 6.055 auf 371.302 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, was einen neuen Rekord darstellt. Darunter sind 3560 ausländische Ärztinnen und Ärzte, die eine Zulassung erhielten und bei den Ärztekammern entsprechend gemeldet sind.

42.604 Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Pass sind in Deutschland tätig. Über 2000 Mediziner kamen aus Syrien und stellen inzwischen die viertgrößte Gruppe unter den aus dem Ausland kommenden Medizinern dar.

Prof. Montgomery betont, dass die Zahl der Mediziner trotz ansteigender Arztzahlen nicht ausreiche, um die Versorgung dauerhaft zu sichern, da der Bedarf schneller wachse als die Zahl der Ärzte. Für ausländische Ärztinnen und Ärzte sind neben den fachlichen Kenntnissen sehr gute Sprachkenntnisse unabdingbare Voraussetzung zur Ausübung des Berufs. In Nordrhein-Westfalen bereitet das mibeg-Institut Medizin mit seinem Programm IQuaMed gezielt auf die Anerkennung und den optimalen Berufseinstieg ins Gesundheitswesen vor.