Schlagwort-Archiv: Bundesärztekammer

120. Deutscher Ärztetag: Forderungen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Der 120. Deutsche Ärztetag hat Beschlüsse zu den Anerkennungsverfahren und zur Integration ausländischer Gesundheitsfachkräfte gefasst und als Forderungen an den Gesetzgeber übermittelt. Dazu gehört, dass

  • die Gleichwertigkeit der medizinischen Grundausbildung aus Drittstaaten in einem bundeseinheitlichen Verfahren und mittels einer gegenüber der zuständigen Approbationsbehörde abzulegenden Prüfung nachzuweisen ist. Die Prüfung muss dem Niveau des zweiten und dritten Teils des deutschen medizinischen Staatsexamens äquivalent sein. Eine Integration in entsprechende Prüfungen der medizinischen Fakultäten ist vorstellbar.
  • durch die zuständigen Approbationsbehörden eine zentrale Webseite eingerichtet wird, auf der die Vorgaben, das Verfahren der Antragstellung, zuständige Behörden und Ansprechpartner, Inhalte und Ablauf des Anerkennungsverfahrens, einschließlich einer Beschreibung der Anforderungen dieser Kenntnisprüfung und auch der Fachsprachenprüfung (als weitere notwendige Voraussetzung für die Erteilung der deutschen Approbation), veröffentlicht werden, damit sich Interessenten aus dem Ausland unkompliziert informieren und vorbereiten können.

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Bundesweite Übersicht: Wo ist eine Fachsprachprüfung durch die Ärztekammer gefordert?

Die sprachlichen Anforderungen an den Arztberuf sind hoch, damit die Qualität in der Patientenversorgung gewährleistet werden kann. Mittlerweile haben fast alle Bundesländer die Landesärztekammern beauftragt, für aus dem Ausland kommende Ärztinnen und Ärzte eine Fachsprachprüfung durchzuführen.

Viele Ärztinnen und Ärzte, die einen Antrag auf Approbation stellen, wissen nicht, welche Zertifikate anerkannt werden. Antragstellende bezahlen teilweise viel Geld und investieren viel Zeit in der Hoffnung, die als anspruchsvoll geltenden Fachsprachprüfungen vor den Landesärztekammern zu »umgehen«. Sie erwerben dann Bescheinigungen und erfahren im Nachhinein, dass diese in ihrem Bundesland durch die Approbationsbehörden nicht anerkannt werden. Weiterlesen

Ärztekammer Westfalen-Lippe: Sachstandsbericht zur Fachsprachprüfung

Gute Sprachkenntnisse sind für die Ausübung des ärztlichen Berufs unabdingbar wichtig. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat für aus dem Ausland kommende Ärztinnen und Ärzte 2014 ein Prüfungsverfahren eingerichtet, das alle Mediziner durchlaufen müssen, die ihren Beruf in NRW ausüben wollen. Über 3000 Fachsprachprüfungen sind bislang abgenommen worden, dabei beträgt die aktuelle Nichtbestehensquote 49 %. Dies zeigt, so die Ärztekammer in einem aktuell erschienen Artikel, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist.

»Allzu schnell vergebene Zertifikate aus sehr kompakt strukturierten Sprachkursen verleiten nicht selten zu einer Fehleinschätzung der eigenen berufsspezifischen Sprachkompetenz … Wer in kürzester Zeit ein B2-Sprachzertifikat in den Händen hält, verfällt schnell der Annahme, es reiche nur noch ein wenig Zusatzzeit, um sich die Voraussetzungen für die Fachsprachenprüfung anzueignen. Dies mag im Einzelfall gelingen, kann aber nicht … verallgemeinert werden.« Weiterlesen

Bundesärztekammerpräsident Prof. Dr. Frank-Ulrich Montgomery: Arbeitschancen für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland sind exzellent

Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. med. Frank-Ulrich Montgomery, hat aktuell aufgezeigt, dass in Deutschland immer mehr Ärztinnen und Ärzte beschäftigt sind. Insgesamt stieg die Zahl 2015 um 6.055 auf 371.302 berufstätige Ärztinnen und Ärzte, was einen neuen Rekord darstellt. Darunter sind 3560 ausländische Ärztinnen und Ärzte, die eine Zulassung erhielten und bei den Ärztekammern entsprechend gemeldet sind.

42.604 Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Pass sind in Deutschland tätig. Über 2000 Mediziner kamen aus Syrien und stellen inzwischen die viertgrößte Gruppe unter den aus dem Ausland kommenden Medizinern dar.

Prof. Montgomery betont, dass die Zahl der Mediziner trotz ansteigender Arztzahlen nicht ausreiche, um die Versorgung dauerhaft zu sichern, da der Bedarf schneller wachse als die Zahl der Ärzte. Für ausländische Ärztinnen und Ärzte sind neben den fachlichen Kenntnissen sehr gute Sprachkenntnisse unabdingbare Voraussetzung zur Ausübung des Berufs. In Nordrhein-Westfalen bereitet das mibeg-Institut Medizin mit seinem Programm IQuaMed gezielt auf die Anerkennung und den optimalen Berufseinstieg ins Gesundheitswesen vor.

Ärztliche Hospitationen: Was ist erlaubt?

Dürfen ausländische Ärztinnen und Ärzte, die noch nicht über eine Approbation verfügen, entgeltfrei in Krankenhäusern oder Arztpraxen hospitieren? Über die Bundesärztekammer ist eine wichtige Information hierzu erstellt worden.

Die Präsidentin der Ärztekammer Bremen, Dr. med. Heidrun Gitter, hatte sich an den Bremer Wirtschaftssenator Martin Günthner gewandt, um eine Klärung herbeizuführen. Der Wirtschaftssenator führte aus, dass Hospitantinnen und Hospitanten, die rein beobachtend und begleitend am beruflichen Geschehen teilnehmen, ohne selbst Arbeitsleistungen zu erbringen, dies tun können, ohne Praktikant/in im Sinne des Mindestlohngesetzes zu sein. Es handelt sich also um Hospitationen, die Einblick geben in die fachliche Arbeitswelt von Ärztinnen und Ärzten in Deutschland und Unterstützung geben können beim Erwerb der medizinischen Terminologie. Weiterlesen