Ärztekammer Westfalen-Lippe: Sachstandsbericht zur Fachsprachprüfung

Gute Sprachkenntnisse sind für die Ausübung des ärztlichen Berufs unabdingbar wichtig. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat für aus dem Ausland kommende Ärztinnen und Ärzte 2014 ein Prüfungsverfahren eingerichtet, das alle Mediziner durchlaufen müssen, die ihren Beruf in NRW ausüben wollen. Über 3000 Fachsprachprüfungen sind bislang abgenommen worden, dabei beträgt die aktuelle Nichtbestehensquote 49 %. Dies zeigt, so die Ärztekammer in einem aktuell erschienen Artikel, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist.

»Allzu schnell vergebene Zertifikate aus sehr kompakt strukturierten Sprachkursen verleiten nicht selten zu einer Fehleinschätzung der eigenen berufsspezifischen Sprachkompetenz … Wer in kürzester Zeit ein B2-Sprachzertifikat in den Händen hält, verfällt schnell der Annahme, es reiche nur noch ein wenig Zusatzzeit, um sich die Voraussetzungen für die Fachsprachenprüfung anzueignen. Dies mag im Einzelfall gelingen, kann aber nicht … verallgemeinert werden.«

Darüber hinaus gibt die Ärztekammer noch einen weiteren wichtigen Hinweis. »Auch das Internet kann in diesem Zusammenhang zu einer Falle werden. … Häufig lassen sich aber Kandidaten zu dem Glauben verleiten, die im Internet aufgeschnappten Versatzstücke würden ausreichen, die Prüfungsanforderungen zu bestehen.«

Das mibeg-Institut Medizin schließt sich den Empfehlungen der Ärztekammer an: Ärztinnen und Ärzte sollten zunächst eine gründliche allgemeinsprachliche Qualifizierung absolvieren. Sinnvoll ist der Kontakt zur medizinischen Praxis und zum Krankenhausalltag, beispielsweise durch Hospitationen. Dann sollte eine entsprechende berufsspezifische Sprachkompetenz aufgebaut werden.

Die Ärztekammer weist auf das das umfangreiche Seminarprogramm IQuaMed des mibeg-Instituts Medizin hin, das als Projekt des IQ Netzwerks durch das Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung IQ« kostenfreie Qualifizierungen für Ärztinnen und Ärzte und Krankenhäuser anbietet.

»Fachsprachenprüfung: kompetent und routiniert«, Westfälisches Ärzteblatt 2 / 2017