Anerkennung: Bundesagentur für Arbeit

Fachkräfte in der Pflege bleiben Mangelware

G+G Update / AOK-ForumIn der Pflege fehlen weiterhin Fachkräfte. Auf 100 gemeldete Stellen kommen lediglich 33 Arbeitslose, teilte die Bundesagentur für Arbeit anlässlich des »Tags der Pflege« mit. Damit bleibe der Bedarf ungebrochen hoch. Dies berichtet das AOK-Forum G+G.

Im Juni 2022 seien bundesweit 1,68 Millionen Menschen in Pflegeberufen sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen – 1,1 Prozent mehr als 2021 und elf Prozent mehr als noch 2017. Gleichzeitig arbeiten immer mehr ausländische Staatsangehörige in der Pflege. Ihr Anteil habe sich von acht Prozent im Jahr 2017 auf 14 Prozent im Jahr 2022 nahezu verdoppelt, schrieb die Bundesagentur.

Die meisten der insgesamt 244.000 ausländischen Pflegekräfte stammten aus Polen, Bosnien und Herzegowina, der Türkei, Rumänien und Kroatien. Auch ambulante Dienste spielen in der Pflege eine immer stärkere Rolle. Laut Statistischem Bundesamt waren zum Jahresende 2021 in Deutschland 442.900 Menschen bei ambulanten Einrichtungen beschäftigt – mehr als doppelt so viele wie vor 20 Jahren.

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB: Der reale Fach- und Arbeitskräftemangel

Trotz Rekordbeschäftigung, schwächelnder Konjunktur und über 2,5 Millionen Arbeitslosen hat der Mangel an Fach- und Arbeitskräften ein bisher ungekanntes Ausmaß erreicht, schreibt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB in einem aktuellen Beitrag. Er dürfte sich in Zukunft angesichts der demografischen Entwicklung noch verschärfen. Höhere Löhne können das Problem allenfalls mit zeitlicher Verzögerung lindern, aber mitnichten kurzfristig lösen. Eine mehrgleisige Strategie ist unabdingbar.

Die Zahl der abhängig Beschäftigten hat mit 41,7 Millionen im dritten Quartal 2022 einen neuen Höchststand erreicht. Der Einbruch während der Corona-Krise ist damit vollständig überwunden. 2019 waren es 41,1 Millionen, 2015 erst 38,7 Millionen, somit kam es zwischen 2015 und 2022 zu einem beträchtlichen Zuwachs von 7,7 Prozent.

Das bedeutet, dass schon seit geraumer Zeit von Jahr zu Jahr mehr Menschen einer abhängigen Beschäftigung nachgehen. Der Arbeitskräftemangel rührt also nicht etwa daher, dass weniger Menschen arbeiten würden. Neben dem Anstieg der Beschäftigungsquote – vor allem von Frauen und Älteren – und der Zuwanderung wurde der Anstieg der Beschäftigung durch einen Rückgang der Arbeitslosigkeit ermöglicht.

Anerkennung Physiotherapie startet erneut

Praxisseminar Physiotherapie startet erneut

Praxisseminar Physiotherapie startet erneut

Zielgerichtet geht es zur Berufszulassung als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut in Deutschland: Erneut starteten das mibeg-Institut Medizin und bene+ ein Praxisseminar Physiotherapie.

Die Teilnehmenden hatten bereits große Hürden erfolgreich gemeistert. Dazu zählt die Beantragung eines Visums, die Einreise, das Absolvieren von Deutschkursen und die Beantragung der Anerkennung. Voraussetzung zur Teilnahme ist ein Anerkennungsbescheid, der ausweist, ob im Rahmen eines Anerkennungslehrgangs oder über eine Kenntnisprüfung die Berufszulassung erreicht werden kann.

Erfahrene Physiotherapeut/innen unterrichten die Kolleginnen und Kollegen, die aus dem Ausland gekommen sind. Für bene+ koordiniert Roxanne Drury das Projekt, für das mibeg-Institut Dr. Shermineh Shahi.

Zukünftig wird ein aktualisiertes Konzept schwerpunktmäßig auf die Kenntnisprüfung vorbereiten, da sich die Anerkennungsbescheide deutlich in ihrer Struktur geändert haben. Gibt es sehr großen theoretischen und praktischen Nachholbedarf, sind individuelle Anpassungslehrgänge nur schwer organisierbar, und auch ein erfolgreich absolviertes Praxisseminar Physiotherapie wäre nicht ausreichend. Da ist die gezielte Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung der schnellere und bessere Weg. In den akademischen Heilberufen ist ein solches Vorgehen längst Standard.

Christoph Biele, Leiter der Praxisgemeinschaft bene+, und Barbara Rosenthal, Institutsleiterin der mibeg-Institute, freuten sich über den erneuten Kursstart dieser erfolgreichen Weiterbildungsreihe.

Lieblingspost: Approbation erhalten, Stelle als Ärztin im Universitätsklinikum

Seminarleiterin Cecile Polzin verabschiedet die erfolgreichen Absolvent/innen des 100. Seminars Qualifizierung für Klinik und Praxis

Seminarleiterin Cecile Polzin verabschiedet die erfolgreichen Absolvent/innen des 100. Seminars Qualifizierung für Klinik und Praxis

Wir bieten seit mehr als drei Jahrzehnten Qualifizierungen für Ärztinnen und Ärzte an, die aus dem Ausland zu uns kommen, um hier zu leben und zu arbeiten. Und jedes Mal freuen wir uns sehr über die tollen Rückmeldungen, die uns immer wieder erreichen.

Jetzt schreibt uns eine Ärztin, die, aus Belgien kommend, zur Vorbereitung auf ihre Tätigkeit hier das 101. Seminar Qualifizierung für Klinik und Praxis erfolgreich absolviert hat, im Anschluss daran ihre Fachsprachprüfung gemeistert hat und nun in einem Universitätsklinikum in Nordrhein-Westfalen ihre Stelle als Assistenzärztin in der Frauenheilkunde / Geburtshilfe am 2. Mai angetreten hat.

Sie schreibt:

Liebes mibeg-Team,
wie Sie bereits wissen, habe ich am 09.03. die Fachsprachprüfung erfolgreich absolviert.
Ich würde Sie gern über meine aktuelle Situation informieren. Meine Approbation habe ich am 26.04. erhalten. Des Weiteren habe ich eine Stelle als Assistenzärztin in der Gynäkologie und Geburtshilfe am Universitätsklinikum … gefunden und werde meine Tätigkeit am 02.05. aufnehmen.
Für Ihre umfangreiche Bildungsarbeit möchte ich mich bedanken und wünsche Ihnen und dem gesamten Team alles Gute.
Ein besonderer Gruß geht an Frau Dr. Gömann. Ich sende ihr viele Grüße und meinen Respekt.
Mit freundlichen Grüßen
Nisrine M.

Wir wünschen unserer Absolventin sowie allen weiteren Teilnehmenden herzlich alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Wir freuen uns sehr, dass schon so viele Kolleginnen und Kollegen aus demselben Seminar ihre Fachsprach- bzw. Kenntnisprüfung erfolgreich abgelegt haben. Es ist ermutigend zu sehen, wie schnell und gut es gelingen kann, hier als aus dem Ausland kommende Ärztin beruflich Fuß zu fassen, diesmal in einer besonderen Klinik, in der Forschung und klinische Patientenversorgung gleichermaßen wichtig sind.

Programm #Specialized! vermittelt seit 2017 bis heute 122 Ärztinnen und Ärzte

Es ist dann doch eine erstaunlich geringe Zahl: Das Programm #Specialized! der Bundesagentur für Arbeit zur Gewinnung von Ärztinnen und Ärzten hat in den aktuell vorgelegten Zahlen zum Projekt seit Programmbeginn 122 Ärztinnen und Ärzte nach Deutschland vermittelt, die hier ihre Arbeit auch aufgenommen haben. Weitere 48 befinden sich in der Vorbereitung und »etwa 115 Kandidatinnen und Kandidaten stehen zur Vermittlung bereit«, so die ZAV.

Umgesetzt wird das Programm durch die zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit, unterstützt durch das »Netzwerk Integration durch Qualifizierung (IQ)«. Gründe, warum trotz der bundesweiten Aufstellung des Programms nur so wenige Ärztinnen und Ärzte seit 2017 eingeworben werden konnten, finden sich in der Veröffentlichung nicht.

Dabei gibt es viel Unterstützung für das Programm #Specialized!. In NRW beispielsweise wurde für das Gebiet Westfalen in dieser Runde geworben: KGNW, ÄKWL, Regionalagentur, BA und BAMF unterstützen, wie schon Jahre zuvor in speziellen Arbeitskreisen beim MAGS, die Programme, die auch unter dem IQ Netzwerk gelabelt wurden.

De facto sind Tausende von Ärztinnen und Ärzte seit 2017 insbesondere auch aus Drittstaaten nach Deutschland gekommen, haben an Qualifizierungen teilgenommen und arbeiten erfolgreich im deutschen Gesundheitswesen mit. Für die Jahre 2020 / 2021 hatte möglicherweise die Corona-Pandemie Einfluss auf die allgemeinen Anwerbeprogramme.

Über das Programm IQuaMed sind im Zeitraum von 2015 bis 2023 allein 2.488 Ärztinnen und Ärzte durch das mibeg-Institut in hoch spezialisierten Weiterbildungen auf die Approbation in Deutschland vorbereitet bzw. in Bezug auf ihre Anerkennung beruflich beraten worden.