Archiv des Autors: Barbara Rosenthal

MAGS stellt Pläne zur Umgestaltung der NRW-Krankenhauslandschaft vor

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Quelle: MAGS

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann wird kommenden Donnerstag ein Gutachten zur geplanten Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen vorstellen. Lohfert & Lohfert und die Partnerschaft Deutschland GmbH waren beauftragt, das Gutachten zu erstellen. Stichworte sind die Überversorgung mit Krankenhäusern vor allem in Ballungsräumen, die Unterversorgung in ländlichen Gebieten und die fachlich nicht adäquate Versorgung in bestimmten medizinischen Leistungsbereichen, die durch Nichterreichen von Mindestmengen oder mangelnde Zentrenbildung entsteht.

»Das Krankenhaus im Wandel« ist eine Phrase, die seit Jahrzehnten jeder Veröffentlichung, jedem Krankenhauskongress und jeder politischen Diskussion zur Thematik vorangestellt wird. Aber selbst der »Lobbyverband für die hiesigen Kliniken«, die Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW), hat laut Rheinischer Post »Zugeständnisse für etwaige Schließungen oder Zusammenlegungen signalisiert«. Aus dem MAGS kam bereits die Verlautbarung, dass es sich um ein Gutachten handle und nicht um die Blaupause für die künftige Krankenhausplanung NRW. Aber das Gutachten wird, wenn es denn um 10 Uhr am Donnerstag im MAGS erstmals vorgestellt wird (und dann am selben Abend in Essen einer größeren Öffentlichkeit), die wesentlichen Argumente und Eckdaten zur Begründung der zukünftigen Planung liefern.

Helmut Watzlawik, MAGS, führte bereits vor kurzem aus: »Die Landesregierung strebt einen Konsens mit Krankenkassen und Krankenhausgesellschaft an. Ich habe aber nicht gesagt, dass die Krankenhausplanung immer im Konsens stattfinden wird. In den vergangenen Jahren hat man in NRW zu oft den Konsens gesucht. Dies hat Strukturen produziert, mit denen wir jetzt leben müssen. Den Konsens sehe ich eher in der grundsätzlichen Bereitschaft zur notwendigen Veränderung.«

Nicht nur in Bezug auf den Fachkräftemangel und die Integration ausländischer Fachkräfte wird also mit Interesse auf die Veröffentlichung am Donnerstag geblickt. Aber mit Blick auf die Dauerphrase »Das Krankenhaus im Wandel« dürften die Erwartungen an gravierende Veränderungen nicht allzu hoch gesteckt werden.

Hervorragend kommentiert ist dieser Sachverhalt von Thomas Reisener, dem Chefkorrespondenten Landespolitik bei der Rheinischen Post: »Weniger Krankenhäuser wären leichter zu finanzieren und besser für die Patienten. Diese gesundheitspolitische Binse, gerade erst wieder durch eine Bertelsmann-Studie belegt, schreit schon lange nach Konsequenzen. Aber Generationen von Gesundheitsministern sind bislang davor zurückgeschreckt. Sie haben den Aufstand der Bürgermeister, Patienten- und Ärzteverbände gefürchtet, der absehbar ist, wenn ein Politiker ihnen ›ihr‹ Krankenhaus wegnehmen will. (…) Es ehrt Laumann, dass er sich diesem Risiko aussetzt. Allerdings tut er das mit wohlüberlegtem Timing. Die Zeit bis zur nächsten Wahl dürfte wohl nur noch für den Entwurf seiner Reform ausreichen. Dann ist Laumann 65. Wahrscheinlich wird ein Nachfolger die heikle Umsetzung der massenhaften Schließung von Krankenhäusern übernehmen müssen. Und ob der dann den Mut dazu haben wird, steht in den Sternen.«

Projekt des IQ Netzwerks NRW zur Pflege in Ostwestfalen abgesagt

175 Gesundheits- und Krankenpfleger sollten durch ein Projekt des IQ Netzwerks NRW in Ostwestfalen zur beruflichen Anerkennung geführt werden. Zur Finanzierung waren über das Förderprogramm IQ Bundesmittel und Mittel des ESF bereitgestellt. Ziel war, einer der großen Herausforderungen, dem Fachkräftemangel in der Pflegebranche, auch in der Region OWL zu begegnen, indem passgenaue Anpassungsqualifizierungen für aus dem Ausland kommende Krankenpfleger/innen angeboten werden. Leider musste dieses Projekt aktuell durch das beauftragte Ausbildungszentrum noch vor dem Start abgesagt werden.

Unser Institut und weitere Beratungsstellen erreichen nun Anfragen, wie bereits begonnene Qualifizierungen abgeschlossen werden können bzw. wo sie weiterhin angeboten werden, weil dieses Projekt nun nicht zustande kommt. Hierzu beraten die Anerkennungsberatungsstellen gern. Das mibeg-Institut Medizin bietet zudem jeden Dienstag das Informationsseminar »Wege zur Anerkennung« an und hat bereits eine Reihe von Qualifizierungen für die Pflege gestartet bzw. bereitet weitere Projekte vor. Im Programm IQuaMed werden alle Qualifizierungen über die Regelförderung durch die Arbeitsagenturen und Jobcenter unterstützt, um den Interessenten kontinuierlich eine Qualifizierungsmöglichkeit zu bieten.

Ärztekammer Nordrhein wählt neuen Vorstand

Mit überwältigender Mehrheit wurde das Präsidium der Ärztekammer Nordrhein im Amt bestätigt. Rudolf Henke und Bernd Zimmer werden auch für die nächste Legislaturperiode als Präsident und Vizepräsident die Ausrichtung der Ärztekammer Nordrhein für die ärztliche Selbstverwaltung maßgeblich bestimmen. Wir gratulieren herzlich!

Das Wahlergebnis der nordrheinischen Ärzteschaft zeigt auch: Zunehmend werden Ärztinnen in den Kammervorstand berufen, ein deutliches Signal für Gleichberechtigung zwischen Ärztinnen und Ärzten.

Dr. med. Anja Mitrenga-Theusinger. Foto: Udo Geisler

Dr. med. Anja Mitrenga-Theusinger. Foto: Udo Geisler

Besonders herzlich dürfen wir Dr. med. Anja Mitrenga-Theusinger gratulieren, Vorstand Marburger Bund Landesverband NRW / RLP, Leitende Oberärztin, Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin, Klinikum Leverkusen, sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Programms IQuaMed. Dr. Anja Mitrenga-Theusinger ist in ihrem Vorstandsamt erneut und einstimmig bestätigt worden. Sie engagiert sich als Vorsitzende der ÄkNo-Ausschüsse Krankenhauskommission, Junge Ärztinnen und Ärzte / Ärztliche Arbeitsbedingungen sowie Kooperation der Gesundheitsberufe und der Versorgungssektoren.

Dr. Armin Hoffmann ist der neue Präsident der Apothekerkammer Nordrhein

Dr. Armin Hoffmann, Vorstand der Apothekerkammer Nordrhein, im mibeg-Institut Medizin

Dr. Armin Hoffmann, Vorstand der Apothekerkammer Nordrhein, im mibeg-Institut Medizin

Die Apothekerschaft im Gebiet Nordrhein hat einen neuen Präsidenten gewählt. Dr. Armin Hoffmann ist bereits langjährig standespolitisch engagiert und gehört seit vielen Jahren dem Vorstand der Apothekerkammer Nordrhein an. Zahlreiche Initiativen wurden durch ihn begleitet und forciert, so etwa die Überarbeitung des Berufsbildes des Apothekers.

Das Ziel, eine qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung mit sicheren Arzneimitteln, flächendeckend rund um die Uhr durch beratungsstarke Vor-Ort-Apotheken, sicherzustellen, wird auch zukünftig sein Handeln als Kammerpräsident vorrangig bestimmen.

Dr. Armin Hoffmann hat mehrfach in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Nordrhein Seminare des mibeg-Instituts für aus dem Ausland kommende Apothekerinnen und Apotheker eröffnet, die sich gezielt auf eine Fachsprachprüfung oder eine Kenntnisprüfung vorbereiten. Eine hochwertige Ausbildung zur Erlangung eines gleichwertigen Kenntnisstandes findet Dr. Armin Hoffmann unterstützenswert.

Wir gratulieren ihm sehr herzlich zur neuen Position.

»Kulturalisierung kann Konflikte am Arbeitsplatz Pflege verschärfen«: Gesundheitspflegekongress von Springer am 1. und 2. November 2019 in Hamburg

Krankenhäuser und Altenpflegeeinrichtungen brauchen immer mehr Pflegekräfte aus dem Ausland. So ist die Zahl der Fachkräfte für Gesundheits- und Krankenpflege, die pro Jahr nach Deutschland kommen, in den letzten Jahren auf das Sechsfache gestiegen: Von knapp 1.500 im Jahr 2012 auf über 8.800 im Jahr 2017.

»Doch viele bleiben nicht, sie wechseln die Abteilung oder das Krankenhaus, gehen in ein anderes Land oder kehren in ihre Heimat zurück«, berichtet Dr. Minna-Kristiina Ruokonen-Engler vom Institut für Sozialforschung an der Universität Frankfurt. »Das ist angesichts des hohen Aufwands für beide Seiten eine unbefriedigende Situation.«
Wie läuft die betriebliche Integration am Arbeitsplatz Pflege, wo liegen die Probleme? Dieser Frage geht eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung auf den Grund, die Ergebnisse stellt Ruokonen-Engler auf dem 17. Gesundheitspflege-Kongress am 1. und 2. November 2019 in Hamburg vor.

Die Sozialwissenschaftlerin und ihre Kollegen haben insgesamt 60 einheimische und zugewanderte Pflegefachkräfte sowie ihre Vorgesetzten zu ihren Erfahrungen befragt. Ein Ergebnis: »Viele Pflegefachkräfte aus dem Ausland sind frustriert, weil sie das Gefühl haben, ‚unter Wert’ arbeiten zu müssen«, sagt Ruokonen-Engler. Im Gegensatz zu Deutschland haben nämlich Pflegefachkräfte zum Beispiel aus Spanien, Portugal, Griechenland und Polen an Hochschulen studiert und sind es gewohnt, mehr medizinnahe Tätigkeiten und Management-Aufgaben zu übernehmen, die in Deutschland meistens Ärztinnen und Ärzten vorbehalten sind. Betten machen oder Waschen der Patienten sind in ihren Herkunftsländern oft Tätigkeiten, die Hilfskräfte übernehmen. Weiterlesen →