Fachsprachenprüfung in Münster: Aktuelle Information der Ärztekammer Westfalen-Lippe

Unter dem Titel »Fachsprachenprüfung: Qualität hilft allen Seiten – Bedeutung der ÄKWL als unabhängige Prüfungsinstanz bestätigt« berichtet das Westfälische Ärzteblatt aktuell zur ärztlichen Fachsprachenprüfung. »Ärztliche Sprache ist ärztliche Verantwortung«, so Dr. Markus Wenning, Geschäftsführender Arzt der ÄKWL.

Bei über 4000 Prüfungen wurden seit 2014 im Durchschnitt 50,9 Prozent der Prüfungen nicht bestanden, berichtet das Ärzteblatt. Allerdings kann die Prüfung unbegrenzt wiederholt werden. »Die Kandidatinnen und Kandidaten weisen häufig ein für eine ärztliche Tätigkeit nicht ausreichend breites Sprachvermögen auf. Berufsspezifische Sprachinhalte können nicht ausreichend sicher erfasst und weitergegeben werden.«

Kritik übt die Kammer dabei an Anbietern von Sprachkursen, die teilweise Zertifikate über berufliches Deutsch auf dem Niveau C1 ausstellen würden, aber zu wenig medizinspezifische Lehrkompetenz haben und in Folge den Teilnehmern kein realistisches Feedback zum Kenntnisstand vermitteln könnten. »Dies ist in Vorbereitungskursen, in denen den Dozenten zu einem großen Teil nach wie vor ein unmittelbarer Bezug zum Berufsfeld fehlt, im Grunde nicht zu gewährleisten. Zudem wecken Geschäftsmodelle, die im Kern nicht auf eine Vermittlung einer breiten berufsspezifischen Sprachkompetenz, sondern auf das ›Eintrichtern‹ vermeintlicher Versatzstücke aus den Prüfungen in kürzester Zeit setzen, bei den Kandidaten falsche Erwartungen hinsichtlich des Prüfungserfolgs.«

Zur guten Vorbereitung auf das erfolgreiche Bestehen der Fachsprachenprüfung empfiehlt die Ärztekammer »eine gründliche allgemeinsprachliche Qualifizierung, berufsspezifische Sprachkurse unter zielgerichteter Einbindung ärztlicher Dozenten und sprachaktive Hospitationen in Krankenhäusern oder Arztpraxen.«

Und sie verweist auf das für ganz Nordrhein-Westfalen bestehende Unterstützungsprojekt, mit dem aus dem Ausland kommende Ärztinnen und Ärzte auf die Erlangung der deutschen Approbation vorbereitet werden können: »Mit dem Förderprogramm IQuaMed – Integration durch Qualifizierung und Anerkennung in medizinischen Arbeitsfeldern – steht für aus dem Ausland kommende Ärztinnen und Ärzte in ganz Nordrhein-Westfalen ein umfangreiches und kostenfreies Informations- und Qualifizierungsangebot zur Verfügung, das vom mibeg-Institut Medizin angeboten wird. Informationen zum Programm IQuaMed sind über den Blog www.anerkennung-nrw.de abrufbar.«