Anerkennung: Anerkennung Medizinerausbildung

Noch keine Einigung im Zulassungsstreit über die Anerkennung des Medizinstudiums in Polen

Auf Initiative der Klinikgruppe Asklepios sind Ärztinnen und Ärzte in Stettin ausgebildet worden, die an der Pommerschen Medizinischen Universität studieren. Die 20 angehenden Ärztinnen und Ärzte haben ein fünfjähriges Studium in Polen sowie ein einjähriges praktisches Jahr in Polen zu absolvieren. Gemäß der gegenseitigen Anerkennung in Bezug auf die Medizinerausbildung in europäischen Unionsstaaten RL 2005/36/EG müsste eine Anerkennung erfolgen und eine anschließende Approbation auch in Deutschland problemlos zu erlangen sein.

Allerdings hatte Polen im April 2019 der Europäischen Union mitgeteilt, dass zur Erlangung einer vollständigen medizinischen Ausbildung in Polen künftig ein 13-monatiges Praktikum und eine Prüfung in polnischem Recht erforderlich sei.

Die brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher verhandelt entsprechend und bemüht sich um eine Lösung, dabei intensiv unterstützt durch den Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Derzeit zeichnet sich noch keine Lösung ab, wie der Tagesspiegel am 13. Februar 2020 berichtet.

Die pragmatische Lösung aus Brandenburg, man könne das Praktikum in Deutschland absolvieren und anschließend in Polen anerkennen lassen, wurde vom Ärztlichen Direktor des Asklepios-Klinikums Uckermark, Rüdiger Heicappell, zurückgewiesen, da es in Deutschland kein Berufsbild eines ärztlichen Praktikanten gäbe und mithin auch keinen Tarifvertrag. »Wer soll das denn bezahlen?« lautete laut Tagesspiegel die Frage des Ärztlichen Direktors.

Sind 300 Studierende aus Deutschland betroffen? Die Märkische Oderzeitung schreibt dazu: »›Die Brandenburger Verwaltung hat ein Signal gesetzt, dass für unsere Universität höchst unangenehme Folgen hat.‹ Der Dekan der Stettiner Uni, Professor Leszek Domanski, bemüht sich auf Nachfrage unserer Zeitung diplomatisch zu bleiben. Man könnte auch sagen: Es wurden schlafende Hunde geweckt. Denn in dem englischsprachigen Studiengang an der Stettiner Uni, den Professor Domanski leitet, werden seit 22 Jahren junge Mediziner aus zahlreichen Ländern ausgebildet. ›Außer den inzwischen 100 Deutschen aus dem Asklepios-Programm haben wir weitere 200 deutsche Studierende. Sie alle fühlen sich mittlerweile betroffen‹, erklärt Domanski.«

Update 4. April 2020: NRW hat eine neue Regelung getroffen, andere Bundesländer sind ebenfalls dabei, hier Regelungen zur Erteilung einer Berufserlaubnis zu fassen, nähere Informationen dazu hier.