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Stellungnahme zu wissenschaftlich begründetem Vorgehen gegen Covid-19 der Deutschen Gesellschaft für Virologie

Gesellschaft für VirologieIn einer Stellungnahme fordert die Deutsche Gesellschaft für Virologie ein wissenschaftlich begründetes Vorgehen gegen Covid-19. »Mit Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass erneut die Stimmen erstarken, die als Strategie der Pandemiebekämpfung auf die natürliche Durchseuchung großer Bevölkerungsteile mit dem Ziel der Herdenimmunität setzen«, so die Gesellschaft.

»Wir sind überzeugt, dass die Schäden, die uns im Falle einer unkontrollierten Durchseuchung unmittelbar aber auch mittelbar drohen, diese Belastungen um ein Vielfaches überträfen und in eine humanitäre und wirtschaftliche Katastrophe münden können.« Das Paper folgt in seiner Einschätzung dem kürzlich in »The Lancet« veröffentlichten »John Snow Memorandum«.

Für die Stellungnahme zeichnet der Vorstand der Gesellschaft für Virologie verantwortlich unter Beteiligung weiterer renommierter Wissenschaftler/innen, darunter Prof. Dr. Melanie Brinkmann, Technische Universität Braunschweig und Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig, Prof. Dr. Christian Drosten, Charité, Universitätsmedizin Berlin, und Prof. Dr. Isabella Eckerle, Universitätsklinikum Genf.

»Voll krass, eh«: Neues aus dem Bundesfamilienministerium

Über die maximal mögliche Distanz zwischen einem Bundesministerium und der Wirklichkeit ist ein Film gedreht worden, mehr noch, gleich eine ganze Miniserie: »Ehrenpflegas«.

Die Bundesministerin wurde zur Präsentation des Projekts in ein Berliner Premierenkino eingeladen, und ja, die Ministerin tauchte gleich selbst in der Serie auf, für die Steuermittel in Höhe von 700.000 € aufgebracht worden sein sollen.

Man hatte sich eine vermeintlich gute Adresse von Filmemachern besorgt, und Constantin Film, die neuerdings betont, dass es Constantin Entertainment war (in Zusammenarbeit mit den Werbeagenturen Zum Goldenen Hirschen und 365 Sherpas), hat eine fünfteilige Serie über »Jugendliche« gedreht und versucht, im Stile des Films »Fack ju Göhte« für die Pflegeausbildung zu werben.

»Selbstverständnis, Ethos und Pflegefachlichkeit verletzt«

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) distanziert sich von der Darstellung des Berufs und der Ausbildung in der Serie:

»Die Darstellung der Anforderungen an Pflegefachpersonen in der Miniserie ›Ehrenpflegas‹ verletzt Selbstverständnis, Ethos und Pflegefachlichkeit der Berufsgruppe. Darüber kann auch nicht hinwegtäuschen, dass in der bewusst jugendlich gehaltenen Herangehensweise eine Zielgruppe angesprochen werden soll, die zunächst überhaupt erst mal auf die Pflegeberufe als Ausbildungsoption aufmerksam gemacht werden muss.

Dass der Zuspruch in dieser Generation größer sei, kann nicht als Rechtfertigung dafür herhalten, alle anderen Vertreterinnen und Vertreter der Berufsgruppe zu verprellen. Wichtig ist vor allem, dass ein den tatsächlichen Anforderungen in den Pflegeberufen realistisch entsprechendes Bild gezeichnet wird. Dies leistet die Serie auch im Zusammenspiel mit den anderen Kampagnen-Bausteinen nicht. Die klischeehafte Überzeichnung in der Miniserie ›Ehrenpflegas‹ spiegelt allenfalls die Vorurteile der Macherinnen und Macher wieder.«

Diese Stellungnahme ist nur die Spitze des Eisberges, oder, genauer formuliert, des Shitstorms, der sich derzeit über das Filmprojekt ergießt.

»Die Ehre genommen«

Die Süddeutsche Zeitung brachte es bereits in einer Artikelüberschrift auf den Punkt: »Die Ehre genommen« und führte aus: »Mit einer Youtube-Serie will das Familienministerium junge Menschen für die Pflege begeistern. Das misslingt spektakulär.«

Eine sehr originelle Art und Weise zu kontern, und mit Sicherheit ohne Inanspruchnahme von Steuergeldern, haben Pflegestudierende auf den Weg gebracht. Das Resultat ist unter dem Titel »Ehrenminista« online gestellt.

Bleibt abschließend zu hoffen, dass die Miniserie sehr schnell aus dem Netz genommen wird und niemand auf die Idee kommt, sich damit zu rechtfertigen, in gewisser Weise habe die Serie ihren Zweck erfüllt, da die Pflegeausbildung nun in aller Munde sei.

ZDF-Dokumentation über das Krankenhaus Bethel Berlin in der Pandemiesituation

ZDF-Dokumentation über das Krankenhaus Bethel BerlinEine spannende ZDF-Dokumentation zeigt die Situation des Krankenhauses Bethel Berlin zur Zeit der Corona-Pandemie auf. Ein Team von Mediziner/innen und Pflegefachkräften versucht, sich in der ersten Welle der Pandemie auf die Situation vorzubereiten und den Patienten in großer Not kompetent zu helfen.

Dr. med. Rüdiger Haase gehört dem Wissenschaftlichen Beirat des Intensivseminars Krankenhausleitung des mibeg-Instituts an und folgte in dieser Beiratsfunktion seinem Vorgänger Dr. med. Norbert Bethge nach.

Wir danken allen Mitarbeitern des Krankenhauses Bethel Berlin und allen weiteren Gesundheitsfachkräften für ihren Einsatz und hoffen, dass die nun beginnende zweite Welle der Pandemie gut bewältigt werden kann. Die Dokumentation ist ein Film von Ulrich Crüwell und wurde von »probono« für das ZDF produziert. Sie ist hier in der ZDF-Mediathek abrufbar.

Charité Universitätsmedizin fordert zu Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf: #flattenthecurve

Die Charité Universitätsmedizin schreibt auf Twitter:

https://twitter.com/ChariteBerlin/status/1314485883404517376

Die Behandlung eines Covid-19-Patienten aus der Sicht eines Intensivmediziners

»Covid19 – ein Erlebnisbericht“, Twitter
Auf Twitter hat ein Intensivmediziner einen Bericht über einen Covid-19-Patienten veröffentlicht.

»Eine Intensivfachpflegekraft ist eigentlich durchgehend im Zimmer. Der Patient benötigt sowohl aus rein medizinischer, vor allem aber auch aus psychologischer Sicht durchgehende Betreuung. Natürlich die ganze Zeit im Vollschutz. … Unser Patient toleriert die Therapie immer schlechter. Trotz inzwischen getroffener, vorsichtiger medikamentöser Maßnahmen wird er panischer. Man bemerkt, dass er über die noch eben tolerierbare Grenze des zumutbaren hinaus geht. Irgendwann merken wir, dass die Orientierung kippt. Schlafentzug, Krankheit und Stress, die ungewohnte Umgebung und ggfs auch Nebenwirkungen von Medikamenten haben letztlich doch ein Delir zur Folge. Weder Maske noch Helm werden noch toleriert. Es folgt, was folgen muss: Narkose und Intubation. …«