Anerkennung: Charité Universitätsmedizin Berlin

Interkulturelles Arbeiten in Medizin, Pflege und Sozialdienst: Das Projekt IPIKA

Projekttitel sind zugegebenermaßen oft sperrig: IPIKA steht für »Interprofessionelles und interkulturelles Arbeiten in Medizin, Pflege und Sozialdienst«. Das Berliner Projekt wurde entwickelt, da beim Klinikpersonal ein besonders hoher Bedarf gesehen wird, interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln, damit die Qualität der medizinischen Versorgung auch bei zahlreichen aus dem Ausland kommenden Patient:innen bzw. Klient:innen im Sozialdienst gewährleistet werden kann.

IPIKA wurde ursprünglich von der Robert Bosch Stiftung gefördert und bereits seit 2016 an der Charité durchgeführt. Zunächst konzentrierte man sich auf die Versorgung chronisch kranker und multimorbider Patient:innen. Projektpartner waren dabei die Charité Universitätsmedizin, hier besonders die Klinik für Gynäkologie, das Comprehensive Cancer Center sowie die Alice Salomon Hochschule für Soziale Arbeit in Berlin.

Ein daran anschließendes Projekt hatte das Ziel, die Fortbildungsinhalte sowohl innerhalb der Universitätsklinik als auch in der Hochschule für Soziale Arbeit zu verankern. Folgende inhaltlichen Module wurden entwickelt:

  • Zusammenhänge zwischen Migration und Gesundheit, soziokulturelle Faktoren
  • Interkulturelle Sensibilisierung im Berufsfeld: Interkulturelles Hintergrundwissen zu (chronischer) Krankheit, Rolle von Ärzt:in – Patient:in – Angehörigen
  • Umgang mit Sprachhürden, Arbeit mit Dolmetscher:innen
  • Umgang mit Konflikten und Deeskalation in der Klinik (in interkulturellen Settings)
  • Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit und interprofessionelle Vernetzung
  • Selbstreflexion und Perspektivenwechsel.

Aktuell berichtet die Zeitschrift der Ärztekammer Berlin über die Erfahrung aus dem Pilotprojekt der Charité. Das begrüßenswerte Projekt wird hoffentlich dauerhaft etabliert. Mittlerweile besteht die Fortbildung aus sechs Modulen mit je zwei Seminartagen. Am Ende des Seminars wird ein Zertifikat erstellt mit dem nicht ganz einfachen Titel: »Interkulturell kompetent in der Klinik«.

Die Fortbildung umfasst 150 Stunden, davon entfallen auf die Selbstlernzeit 63 Stunden und auf die Präsenzzeit 87 Stunden bei Seminargebühren in Höhe von 1.730 €. Die Module können auch einzeln absolviert werden. Ob der derzeitigen Tendenz zu (kostenpflichtigen) Zertifizierungen immer entsprochen werden muss, wäre an dieser Stelle zu überlegen bei einem insgesamt wegweisenden und gelungenen Projekt.

Charité Universitätsmedizin fordert zu Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf: #flattenthecurve

Die Charité Universitätsmedizin schreibt auf Twitter:

https://twitter.com/ChariteBerlin/status/1314485883404517376

Das tägliche Coronaviren-Update: Wissen statt Panik

Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, Charité Universitätsmedizin Berlin; Foto: © Charité Universitätsmedizin Berlin

Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, Charité Universitätsmedizin Berlin; Foto: © Charité Universitätsmedizin Berlin

Eine sehr gute Informationsmöglichkeit bietet der NDR mit einem tagesaktuellen Podcast.

Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Universitätsklinik Charité in Berlin, informiert zur aktuellen Situation der Epidemie, dabei klug interviewt durch Wissenschaftsredakteurin Korinna Hennig, zuständig für Bildung bei NDR Info.

Auszeichnungswürdig!

Update: NDR Info stellt für jede Podcast-Folge ein pdf-Manuskript zum Download bereit.