Pflegefachkräfte aus Ausland: Zu lange Verfahrensdauer bei der beruflichen Anerkennung?

Der Bonner Generalanzeiger berichtet aktuell über Probleme mit der Verfahrensdauer der Beantragung der beruflichen Anerkennung von aus dem Ausland kommenden Pflegefachkräften.

Während das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage konstatiert, dass durch das Anerkennungsgesetz wesentliche Fortschritte erreicht sind: »Wenn es Probleme gebe, dann lägen sie im Vollzug, und der betrifft nun mal die Länder. Das Ziel der Anerkennungsregelungen, einen angemessenen Ausgleich zwischen den Interessen der antragstellenden Personen an einer Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikationen zum Zweck der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt und dem Patientenschutz zu schaffen, ist erreicht worden«, weist das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium MAGS auf noch bestehende Schwierigkeiten hin.

Laut Bonner Generalanzeiger »gibt das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium zu, ›dass die Anerkennungsverfahren von Pflegeausbildungen aus dem Ausland nicht rund laufen‹. Das Haus habe eine ›Reihe von Schreiben‹ erreicht, ›in denen auf eine unverhältnismäßig lange Bearbeitungsdauer hingewiesen wird‹.«

Der Grund für die teilweise lange Verfahrensdauer liege zum einen in der sprunghaft gestiegenen Antragszahl, ohne dass ausreichende Personalressourcen dafür sofort zur Verfügung ständen. Zum anderen könnten Anträge erst dann bearbeitet werden, wenn Antragsunterlagen vollständig seien, ein Sachverhalt, den nicht jeder Antragsteller mit Verständnis aufnähme.

Hier kann eine Teilnahme am Seminar »Wege zur Anerkennung« helfen, dass regelmäßig kostenfrei angeboten wird. Zudem helfen landesweit die Anerkennungsberatungsstellen. Die Adressen finden Sie hier.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales weist darauf hin, dass in Nordrhein-Westfalen seit Juli 2018 die Möglichkeit besteht, auf eine Qualifikationsanerkennung zu verzichten und direkt eine »Kenntnis- oder Eignungsprüfung« abzulegen.

Mit Unterstützung der Bezirksregierung Düsseldorf und des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums MAGS sind zur Vorbereitung auf diese Prüfungen Kurse eingerichtet worden, die unter dem Programmtitel »Praxisseminar Pflege« auf die berufliche Anerkennung vorbereiten.

Diese Kurse ergänzen die Anerkennungsmöglichkeiten über  »Individuelle Anpassungslehrgänge« und die »Modularisierten Anpassungskurse«, die mit öffentlicher Unterstützung in einer Reihe von Pflegeschulen angeboten werden. Hilfreich bei der Einrichtung dieser Unterstützungskurse war das Förderprogramm IQ mit Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Europäischen Sozialfonds. Zukünftig ist neben der Fortsetzung durch dieses Förderprogramm in einigen Pflegeschulen die Einrichtung regelmäßiger Kurse geplant. Viele Krankenhäuser (von der Universitätsklinik bis hin zum Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung) engagieren sich längst erfolgreich bei der Integration ausländischer Pflegefachkräfte.

Auf das Engagement der Universitätskliniken Düsseldorf, Bonn und Münster haben wir bereits in diesem Blog hingewiesen, zahlreiche weitere Pflegeschulen engagieren sich ebenfalls in Nordrhein-Westfalen.