Anerkennung: Krankenpflege

Andreas Westerfellhaus: »Die Pflege ist systemrelevant, und es müssen endlich Taten folgen«

Der Bevollmächtigte der Bundesregierung für PflegeGegenüber tagesschau.de erklärte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, dass nun endlich den Ankündigungen Taten folgen müssten. Pflegerinnen und Pfleger in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen bräuchten bessere Arbeitsbedingungen und bessere Vergütungen. Der Pflegebevollmächtigte forderte in einem Positionspapier zur Lage der Pflegenden:

  • Attraktive Löhne und zeitgemäße Arbeitszeitmodelle müssen in einem Tarifvertrag geregelt werden, der auf die gesamte Langzeitpflegebranche erstreckt werden kann. Das heißt auch: die Refinanzierung von Tariflöhnen muss Realität werden.
  • Pflegekräfte brauchen individuell passende Arbeitszeitmodelle und verlässlich ausreichende Erholungsphasen. Bedarfsgerechte Personalbemessung und -ausstattung sind dazu der Schlüssel.
  • Die Möglichkeiten der Digitalisierung müssen endlich auch in der Pflege nutzbar gemacht werden. Vordringlich müssen eine einheitliche elektronische Abrechnung sowie eine digitale Anwendung für die Verordnung und Genehmigung häuslicher Krankenpflege umgesetzt werden.
  • Die Versorgung der Zukunft wird nur mit einem guten Qualifikationsmix und interprofessioneller Zusammenarbeit gelingen. Dazu müssen heilkundliche Aufgaben gezielt und dauerhaft auf Pflegefachkräfte übertragen und diese gleichzeitig stärker von einfachen pflegerischen Verrichtungen und pflegefernen Hilfstätigkeiten entlastet werden.
  • Pflegekammern müssen in allen Bundesländern als Ansprechpartner für Fortbildung, Standesrecht und fachliche Standards gegründet werden. Die Bundespflegekammer muss im Gemeinsamen Bundesausschuss, der Gematik und anderen Selbstverwaltungsgremien sitzen und die Politik in allen pflegeberuflichen Fragen beraten.

Meilenstein auf dem Weg zur Bundespflegekammer: Die Pflegekammerkonferenz

Die Anerkennung und Qualifizierung aus dem Ausland kommender Pflegefachkräfte, Stellungnahmen zur Entwicklung des Arbeitsmarkts für Pflegefachkräfte, Beratung des Gesetzgebers zu Fragen des Pflegeberufs: Dies sind nur einige der wichtigen Themenbereiche, zu denen die bundesweite Stimme der Pflegefachkräfte fehlt. Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege, fordert zusammen mit vielen Kolleginnen und Kollegen seit Jahren die Einrichtung von Pflegekammern und den Zusammenschluss auf Bundesebene als Bundespflegekammer.

Aktuell haben sich die Landespflegekammern Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie der Deutsche Pflegerat als Dachverband zur Pflegekammerkonferenz zusammengeschlossen. Die Pflegekammerkonferenz wird die geplante Gründung der Bundespflegekammer vorbereiten. Gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt sagte Patricia Drube, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen: »Mit der Pflegekammerkonferenz beginnt ein neues Kapitel der beruflichen Selbstverwaltung der Pflegefachberufe auf Bundesebene.«

Dass bei allen die Pflege berührenden Themen die Pflege selbst gehört wird und dieser Stellungnahme entscheidende Bedeutung zukommt, ist eine der wichtigsten Forderungen der Selbstverwaltung der Pflege. Denn noch immer ist bei wichtigen Beratungen die Pflege selbst nicht vertreten. So hat beispielsweise Nordrhein-Westfalen im Januar 2019 eine Ausbildungsallianz Pflege ins Leben gerufen, die sich um die Belange der Pflegeausbildung kümmern will. Unter den zehn vertretenen Organisationen finden sich zahlreiche Arbeitgebervertretungen, auch der Verband Deutscher Privatschulen NRW und Wohlfahrtsverbände, aber nur eine Stimme aus dem Bereich der Pflege. Weiterlesen

2000. IQuaMed-Interessentin besteht Kenntnisprüfung als Krankenpflegerin

Die 2000. Interessentin an unserem Seminarprogramm IQuaMed, mit dem Angehörige eines reglementierten Gesundheitsberufs auf die Berufszulassung oder Approbation in Deutschland vorbereitet werden, ist eine Krankenschwester. Semina Ö. hatte ihre Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Türkei abgeschlossen. Praktika machte sie in großen staatlichen Krankenhäusern sowie an einem Universitätskrankenhaus in der Türkei. Ihre Sprachkenntnisse ermöglichten auch eine Mitarbeit am American Hospital in Istanbul. In der Türkei schloss sie auch eine Ausbildung für außerklinische Intensivpflege ab.

Mit guten Deutsch- und Englischkenntnissen neben ihrer türkischen Muttersprache ausgestattet, hat sich Semina Ö. dann um die Anerkennung ihrer Pflegeausbildung in Deutschland bemüht.

Wir haben sie als 2000. Interessentin und als Teilnehmerin unseres Informationsseminars »Wege zur Anerkennung« kennengelernt. Mit dem Seminar haben wir ihr die Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie einen Antrag auf Berufsanerkennung stellen kann und welche Qualifizierungen ihr helfen, schnellstmöglich eine Berufszulassung zu bekommen. Semina Ö. hat sich für das Praxisseminar Pflege in Düsseldorf entschieden, das das mibeg-Institut Medizin gemeinsam mit dem Ausbildungszentrum Fachbereich Pflege am Universitätsklinikum Düsseldorf durchgeführt hat.

Zielgerichtet hat sie sich in Theorie und Praxis in sechs Monaten auf die Kenntnisprüfung vorbereitet, die sie erfolgreich bestanden hat. Anschließend konnte sie mit ihrer Berufszulassung sofort als Gesundheits- und Krankenpflegerin in Mülheim an der Ruhr in einem Krankenhaus starten.

Update: Semina Ö.: »Es geht mir gut«

Erfolgreiche Integration ausländischer Pflegefachkräfte: Beispiel Universitätsklinikum Tübingen

»Qualität Leben«, die Zeitschrift des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands VUD berichtet über ein erfolgreiches Integrationsprojekt ausländischer Pflegekräfte in Baden-Württemberg. Die Universitätskliniken Tübingen engagieren sich mit bei der Integration ihrer aus dem Ausland kommenden Kolleginnen und Kollegen. Weiterlesen

Pflegefachkräfte aus Ausland: Zu lange Verfahrensdauer bei der beruflichen Anerkennung?

Der Bonner Generalanzeiger berichtet aktuell über Probleme mit der Verfahrensdauer der Beantragung der beruflichen Anerkennung von aus dem Ausland kommenden Pflegefachkräften.

Während das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage konstatiert, dass durch das Anerkennungsgesetz wesentliche Fortschritte erreicht sind: »Wenn es Probleme gebe, dann lägen sie im Vollzug, und der betrifft nun mal die Länder. Das Ziel der Anerkennungsregelungen, einen angemessenen Ausgleich zwischen den Interessen der antragstellenden Personen an einer Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikationen zum Zweck der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt und dem Patientenschutz zu schaffen, ist erreicht worden«, weist das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium MAGS auf noch bestehende Schwierigkeiten hin.

Laut Bonner Generalanzeiger »gibt das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium zu, ›dass die Anerkennungsverfahren von Pflegeausbildungen aus dem Ausland nicht rund laufen‹. Das Haus habe eine ›Reihe von Schreiben‹ erreicht, ›in denen auf eine unverhältnismäßig lange Bearbeitungsdauer hingewiesen wird‹.« Weiterlesen