Humanitäre Hilfe für die Opfer des Krieges in der Ukraine

Dr. med. Sandra Dühr, Oberfeldärztin, ist leitende Fliegerärztin bei der Luftwaffe und begleitet verletzte Zivilisten aus der Ukraine in Kliniken nach Deutschland. Für die Süddeutsche Zeitung gab sie ein Interview, das die ungeheuren Schrecken dieses Krieges verdeutlicht. Zusammen mit ihrem Team brachte sie in einem Sanitätsflugzeug der Bundeswehr schwerverletzte ukrainische Patienten nach Deutschland. Der Flug ging von einem Fluglandeplatz an der polnisch-ukrainischen Grenze nach Hannover und Köln, wo die verletzten und traumatisierten Patienten in Kliniken versorgt wurden.

»Wir hatten einerseits frisch Kriegsversehrte mit Explosionstraumata. Das heißt: Viele Schrapnellverletzungen, relativ viele Amputationen. Wir hatten einen Vierjährigen an Bord mit amputierten Unterschenkeln. Ein anderes Kind hatte das halbe Gesicht verbrannt. Zwei Patienten waren querschnittsgelähmt, Schrapnelle hatten ihr Rückenmark verletzt. Wir haben relativ frische Bauchwunden gesehen, bei Kindern wie Erwachsenen. Die Patienten waren aber alle sehr gut erstversorgt.

Zum anderen gab es eine Gruppe an Patienten mit Verletzungen, die nicht mehr versorgt werden konnten. Dazu gehörten kompliziertere Brüche, ältere Menschen mit Schenkelhalsfrakturen. Ein älterer Herr hatte eine künstliche Hüfte, die ausgerenkt war. Das sind Schmerzen ohne Ende. Den haben wir auch mitgenommen. Die Männer und Frauen lagen teilweise zwei Wochen in den Krankenhäusern, die es nicht mehr schafften, sie zu versorgen. Die haben nicht das Personal, nicht das Material.«

Hier das Interview, das Mike Szymanski für die Süddeutsche Zeitung führte.

Das mibeg-Institut Medizin hat regelmäßig Ärzte ohne Grenzen zu Gast. Über die Website von Ärzte ohne Grenzen können Sie sich über die Hilfsaktionen in der Ukraine informieren und direkt spenden:

www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/ukraine