Anerkennung: Arztbrief

»Was hab’ ich?«: Medizinstudenten übersetzen kostenlos Befunde in eine für Patienten leicht verständliche Sprache

Ein hervorragendes Projekt ist »Was hab’ ich?«. Medizinstudenten haben den Grundstein gelegt und ihre Vision konkret werden lassen, bei der sich Arzt und Patient auf Augenhöhe begegnen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: die Heilung, Verbesserung oder Linderung einer Krankheit. Der mündige Patient braucht gut aufbereitete und evidenzbasierte Informationen für seine Entscheidungsfindung, und er braucht die Ergebnisse in einer Sprache, die er versteht.

So beschreibt »Was hab’ ich?« selbst die Projektidee: »Eine einfache Idee, die Großes bewirkt: Damit Patienten im Arztgespräch die richtigen Fragen stellen und gemeinsam mit ihrem Arzt die richtigen Entscheidungen für ihre Gesundheit treffen können, erhalten sie von „Was hab’ ich?“ eine für sie verständliche Erklärung ihrer medizinischen Befunde. Dieser Service ist für Patienten kostenlos, denn im Hintergrund der Website arbeiten hunderte Medizinstudierende und Ärzte ehrenamtlich für eine bessere Kommunikation zwischen Arzt und Patient.« Weiterlesen

Wie Sie einen guten Arztbrief schreiben

Rolf Glazinski: »Arztbriefe optimal gestalten«von Rolf Glazinski *

Das Wichtigste zuerst: Einen Arztbrief schreiben Sie nicht für sich selbst, sondern in erster Linie für andere. Es hilft deshalb wenig, wenn Sie sich in ihrem Brief zurecht finden und wissen, was Sie meinen. Vielmehr müssen diejenigen, die ihren Brief lesen, ihre Botschaft verstehen und ihren Brief als nützlich empfinden. Man spricht von der sogenannten »Nutzerperspektive« (Spießl & Cording 2002, S. 258). Fragen Sie sich deshalb bereits beim Diktat eines Arztbriefs immer, ob die zukünftigen Leserinnen und Leser in der Lage sein werden, Ihnen gedanklich zu folgen.

Damit ein Brief verständlich wird, gibt es einige wenige, dafür aber wichtige Regeln: Gliedern Sie ihren Brief durch Absätze und Überschriften. Verwenden Sie nur Abkürzungen, von denen Sie sicher sind, dass Sie ihren Lesern geläufig sind. Vermeiden Sie Mehrdeutigkeiten. »HWI« kann »Harnwegsinfekt« aber auch »Hinterwandinfarkt« bedeuten. Berichten Sie über klinische Ereignisse in der Vergangenheit nach Möglichkeit der Reihe nach. Lösen Sie die Chronologie der klinischen Ereignisse nicht auf. Das ist gelegentlich mühsam, die Leser werden es Ihnen aber danken. Fassen Sie sich so kurz wie möglich, aber so ausführlich wie nötig. Entlassungsbriefe, die mehr als vier DIN A4-Seiten lang sind, werden nur noch wenig Interesse erregen. Weiterlesen