Anerkennung: Corona-Pandemie

Ärztekammer Berlin geht gegen Corona-Leugner vor

Laut einer aktuellen Meldung von tagesschau.de könnten mehrere Ärzte in Berlin von der Justiz belangt werden. Wie der Sprecher der Ärztekammer Berlin Ole Eggert bestätigte, leite die Berliner Ärztekammer Fälle von Patientengefährdung an die Staatsanwaltschaft weiter.

rbb hatte zuvor darüber berichtet. Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, hatte im rbb-Interview gesagt, dass seit März 2020 in 130 Fällen Ärzte mit fragwürdigen oder sogar falschen Behauptungen zum Thema Corona aufgefallen seien. Knapp 20 Ärzte bzw. Arztpraxen seien an das Gesundheitsamt gemeldet worden.

Jonitz betonte, dass bei mehr als 34.000 Ärztinnen und Ärzten in Berlin die Anzahl an Corona-Leugnern zwar verschwindend gering sei, aber die Entwicklung sei dennoch »erschreckend und beschämend«.

Günther Jonitz gehört zu den Wegbereitern der evidenzbasierten Medizin in Deutschland und war federführend für das Symposium Evidenzbasierter Medizin 1998 engagiert, dass das mibeg-Institut in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer und der Ärztekammer Berlin durchführte. Das Symposium gilt als Auftakt zur bundesweiten Etablierung der evidenzbasierten Medizin.

Özlem Türeci und Uğur Şahin: Zwei klinische Forscher und Spitzenmediziner entwickeln für BioNTech Corona-Impfstoff

Dem Forschungsunternehmen BioNTech sieht sich das mibeg-Institut Medizin besonders verbunden. Wir gratulieren dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf das Herzlichste zu einer spitzenmedizinischen Forschungsleistung.

BioNTech gab bekannt, eine Impfstoff-Zulassung für BNT162b2 zu beantragen. In einem Kooperationsverbund zusammen mit dem US-amerikanischen Pharmaunternehmen Pfizer konnten die bisher abgeschlossenen Forschungsergebnisse einen sehr großen Erfolg bei der Phase-3-Studie über die Immunisierung gegen das SARS-CoV-2-Virus aufweisen.

Das Unternehmen BioNTech wurde durch eine Ärztin und einen Arzt gegründet, die das Unternehmen selbst leiten: PD Dr. med. Özlem Türeci und Prof. Dr. med. Uğur Şahin. Die Ärztin Özlem Türeci zeichnet als Chief Medical Officer bei BioNTech verantwortlich. An der Universität Mainz lehrt sie als Privatdozentin. Der Arzt Uğur Şahin ist Chief Executive Officer des Unternehmens BioNTech und Professor sowie Geschäftsführer der Translationalen Onkologie an der Universitätsmedizin Mainz (TRON), seine Forschungsschwerpunkte sind Onkologie und Immunologie.

Özlem Türeci wurde in Lastrup, Niedersachsen, geboren, besuchte dort die Schulen und studierte anschließend Medizin an der Universität des Saarlandes in Homburg. Ihr Ehemann Uğur Şahin stammt aus İskenderun, Türkei, und kam als Vierjähriger nach Köln, wo er Grundschule und Gymnasium bis zum Abitur besuchte, um anschließend an der Universität zu Köln Medizin zu studieren. Weiterlesen

Ärztekammerchef Rudolf Henke appelliert an alle, sich an die Infektionsschutzmaßnahmen zu halten

Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, sagte am Donnerstag, 22. Oktober 2020 in Düsseldorf: »Deutschland ist auch deswegen bisher so gut durch die Coronakrise gekommen, weil sich die überwältigende Mehrheit der Menschen in unserem Land an die Empfehlungen der zuständigen Institutionen, insbesondere des Robert Koch-Instituts, hält. Für die Wirksamkeit der fünf wichtigsten Regeln gibt es überzeugende Belege: Abstand halten, Hygieneregeln beachten, in jedem Gedränge Alltagsmasken tragen, regelmäßig lüften und die Corona-Warn-App nutzen. Wer sich daran hält, schützt sich selbst und andere, vor allem Menschen, die aufgrund von Alter und Vorerkrankung besonders gefährdet sind. Ich danke allen Ärztinnen und Ärzten, die tagtäglich für die Akzeptanz dieser Maßnahmen werben«.

Gegenüber dem WDR betonte Rudolf Henke: »Maskenauflagen haben eine evidenzbasierte Grundlage, egal, was manche in Talkshows behaupten

Ärztekammerchef Hans-Albert Gehle betont: Alltagsmasken schützen und helfen

Vor dem Hintergrund der wieder stark ansteigenden Corona-Infektionszahlen in Nordrhein-Westfalen und insbesondere auch in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet fordert der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Hans-Albert Gehle, die Bevölkerung auf, die allgemeinen Schutzmaßnahmen uneingeschränkt zu befolgen. »Wir alle können durch unser Verhalten dazu beitragen, dass die zweite Corona-Welle baldmöglichst wieder gestoppt wird.« Dazu gehöre neben Abstandhalten und Hygienemaßnahmen wie Händewaschen auch das Tragen von Mund-Nasenschutz-Masken. »Auch die Alltagsmasken helfen und schützen«, so Gehle.

Für Gehle ist die wissenschaftliche Evidenz für das Tragen von Alltagsmasken gegeben. Die systematische Analyse von über 200 Studien in der Fachzeitschrift »The Lancet« belege auch für einfache Masken einen Nutzen für den Träger und seine Umgebung, auch wenn FFP2-Masken effektiver seien. Bei der Frage nach der Wirksamkeit der verschiedenen Maskentypen müsse auch bedacht werden, wo sie verwendet werden. »Beim Umgang mit infektiösen Covid-Patienten in Kliniken und Praxen ist eine FFP2-Maske erforderlich. Im Alltag senken aber auch einfache Masken ein Übertragungsrisiko für alle Infektionskrankheiten. In Deutschland haben wir gerade in den Ballungszentren wie im Ruhrgebiet aktuell stark ansteigende Infektionszahlen. Das Tragen von Masken im Alltag hilft dabei, die Ausbreitung von Covid einzudämmen.«

Das Gesundheitssystem hingegen könne eine Versorgung der gesamten Bevölkerung mit FFP2-Atemschutzmasken gar nicht leisten, so Gehle. »Es sind einfach zu wenige davon vorhanden. Vorrangig gilt es, damit Risikogruppen wie ältere und kranke Menschen sowie medizinisches Personal, das sich um die Patientenversorgung kümmern muss, zu versorgen.« Es dürfe letztendlich nicht zu »Hamsterkäufen bei FFP2-Masken« kommen, weil man den Alltagsmasken die Wirksamkeit abspreche. Ein alleiniges Allheilmittel könne es nicht geben, vielmehr müsse man einen Mix aus Disziplin beim Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln und flankierendem Schutz von Risikopatienten erreichen.