Anerkennung: Jochen Brink

Minister Laumann zum Gutachten zur Krankenhauslandschaft in NRW: »Wer die Reform am meisten fürchten muss? Das sind die privaten Klinikträger.«

Von großer Bedeutung für die Krankenhäuser ist das durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales MAGS in Auftrag gegebene Gutachten zur Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen, das durch die PD-Berater der öffentlichen Hand GmbH, die Lohfert & Lohfert AG sowie die TU Berlin / Management im Gesundheitswesen, Prof. Reinhard Busse und Kollegen, erstellt wurde.

Am Donnerstag letzter Woche wurde das Gutachten durch Minister Karl-Josef Laumann und Abteilungsleiter Helmut Watzlawik der Öffentlichkeit vorgestellt. Wie zu erwarten, nimmt das Gutachten Stellung zur weiteren Entwicklung in Ballungsgebieten wie in ländlichen Bereichen. Es fokussiert die künftige Krankenhausplanung des Landes NRW auf Leistung und Qualität sowie auf den Bedarf. Damit würde Nordrhein-Westfalen, wenn es denn an die praktische Umsetzung gehen sollte, mit diesem radikalen Zuschnitt Neuland betreten und innovativ das Gesundheitswesen gestalten.

Dass Neuland betreten werden soll und der Wille zur Umsetzung besteht, zeigte Minister Laumann direkt in seiner Gesprächsbereitschaft mit der Medizin. Einer seiner ersten Wege führte zur Hauptversammlung des Marburger Bundes Landesverband NRW / RLP.

Dr. med. Hans-Albdert Gehle im mibeg-Institut

Dr. med. Hans-Albert Gehle im mibeg-Institut

In einer mehrstündigen Diskussion, an der neben Minister Laumann auch Jochen Brink, Präsident der KGNW, teilnahm, wurde eine offene und lebhafte, aber auch kritische und konstruktive Debatte über die künftige Krankenhausplanung in NRW geführt, wie der Marburger Bund berichtet. Der Vorsitzende des MB-Landesverbandes, Dr. med. Hans-Albert Gehle, verdeutlichte, dass viele Kliniken in Nordrhein-Westfalen in einer äußerst kritischen Situation seien. Umso mehr bewertete er es positiv, dass Minister Laumann ausdrücklich den ärztlichen Sachverstand für die weiteren Planungsverfahren einfordere. Dr. Gehle: »Das haben wir so klar noch nie gehört.«

Der Gesundheitsminister machte deutlich, dass er aus dem »ruinösen Wettbewerb«, der in vielen Regionen stattfinde, herauskommen und das »angeschlagene« DRG-System zugunsten einer klaren Grundfinanzierung ablösen wolle, um viele Fehlanreize des DRG-Systems zu beseitigen.

Mit dem Gutachten kommt ein Prozess in Gang, der an klaren Daten entlang weiter fortgeschrieben werden soll. Einen Kahlschlag im ländlichen Raum, so der Minister, würde es mit ihm nicht geben, sondern eine Orientierung daran, dass die mehrheitlich christlichen Kliniken in NRW erhalten bleiben sollten. Trägervielfalt ist für den Minister sehr wichtig, dazu gehören auch klare Vorgaben für Universitätsklinika. Der Marburger Bund zitiert Karl-Josef Laumann: »Wer die Reform am meisten fürchten muss? Das sind die privaten Klinikträger.«

Dr. med. Hans-Albert Gehle bilanzierte: »Die Transparenz, die wir jetzt erleben, hat es in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht gegeben.«

Auf der Marburger Bund-Hauptversammlung des Landesverbands Nordrhein-Westfalen / Rheinland Pfalz wurde auch der neue Vorstand gewählt. Wir gratulieren den gewählten Ärztinnen und Ärzten sehr herzlich.

Insbesondere dürfen wir dem neugewählten Vorsitzenden des Landesverbands, Dr. med. Hans-Albert Gehle, und Dr. med. Anja Mitrenga-Theusinger zur erneuten Wahl in den Vorstand herzlich gratulieren. Beide Ärzte engagieren sich für zahlreiche zentrale Themen der Ärzteschaft, sowohl im Marburger Bund als auch bei den Ärztekammern, und streiten für gute Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte, von der Arbeitszeit bis hin zur Vergütung, damit eine hochwertige medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten möglich wird.

Zudem engagieren sich Dr. med. Anja Mitrenga-Theusinger und Dr. med. Hans-Albert Gehle für die gelingende und nachhaltige Integration von aus dem Ausland kommenden Gesundheitsfachkräften.

Beide Ärzte gehören dem Wissenschaftlichen Beirat des Programms IQuaMed an, das ausgehend von Nordrhein-Westfalen Wege zur Anerkennung von Gesundheitsfachkräften in Deutschland aufzeigt und Qualifizierungen bereitstellt, um eine rasche und effektive Integration in das hiesige Gesundheitssystem zu ermöglichen.

Das Gutachten zur Krankenhauslandschaft in NRW in der Komplettfassung ist hier abrufbar, die Kurzfassung hier.