
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Weltrekords Reanimationsmarathon in der Uniklinik Köln · © Uniklinik Köln
Beim internationalen Reanimationsmarathon am 22. September 2016, der durch Prof. Dr. med. Bernd Böttiger, Uniklinik Köln initiiert wurde, beteiligten sich 144 Menschen aus 74 Nationen, darunter viele Ärztinnen und Ärzte, die beim mibeg-Institut Medizin eine Fortbildung absolvieren. Der Weltrekord wurde offiziell bestätigt. »Wiederbelebung ist international, sie hat keine Grenzen, es ist einfach und jeder kann es!« lautet die zentrale Botschaft von Prof. Dr. Böttiger und seinem Team. Die Bildergalerie gibt einen Überblick über die Veranstaltung.
»Besser kann ich meine Berufstätigkeit als Arzt in Deutschland nicht starten als mit einer Goldmedaille!« ruft ein begeisterter, aus Syrien stammender Arzt, der gerade gemeinsam mit vielen anderen in der Uniklinik Köln einen internationalen Weltrekord im Reanimieren aufgestellt hat.
An dem Rekordversuch der Uniklinik Köln am 22. September 2016 haben sich zahlreiche Ärztinnen und Ärzte aus aller Welt beteiligt, die sich im mibeg-Institut Medizin mithilfe des Programms IQuaMed im Förderprogramm IQ auf ihre Anerkennungsprüfungen in Nordrhein-Westfalen vorbereiten. Initiiert wurde der Weltrekord durch Prof. Dr. med. Bernd Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Uniklinik Köln, und sein engagiertes Team.
»Wiederbelebung ist international, sie hat keine Grenzen, es ist einfach und jeder kann es!« – so lautet die Botschaft von Prof. Dr. Böttiger. Der Weltrekordversuch sollte Menschen aus 32 Nationen zusammen bringen und sie nach einer kurzen Schulung in die Lage versetzen, Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen. Die Resonanz auf den Aufruf war überwältigend.
Bereits im Vorfeld waren teilnehmende Ärztinnen und Ärzte des mibeg-Instituts Medizin aus aller Welt begeistert dabei und halfen mit, die wichtigsten Regeln der Wiederbelebung in die Sprachen ihrer Herkunftsländer zu übersetzen, die die Uniklinik Köln nun für Flyer und Rollups verwendet.
Mit großem ehrenamtlichen Engagement von Seiten des Malteser Hilfsdienstes, der Johanniter-Unfall-Hilfe, des Deutschen Roten Kreuzes, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des DLRG, der Kölner Berufsfeuerwehr, der Klinikmitarbeiter/innen und des mibeg-Instituts Medizin wurde der Weltrekordversuch im Kölner Max Planck Institute for Biology of Ageing vorbereitet. Die Aufgabe: Unter den Augen von Prof. Dr. Böttiger, zwei Notaren, der Rekordrichterin des Guinnessbuchs der Rekorde und vor den laufenden Kameras des WDR musste die Wiederbelebung simuliert werden mit jeweils genau 60 Herzmassagen bei maximal 5 Sekunden Wechsel zum nächsten Reanimateur. Jede Fehlhandlung hätte zum Abbruch geführt.
Das Ergebnis lautete: Weltrekord! Das angestrebte Ziel wurde weit überschritten, ein Weltrekord, der vermutlich so schnell nicht eingestellt werden kann. Insgesamt haben 144 Menschen aus 74 Nationen mitgewirkt – mehr als ein Drittel aller Nationen weltweit – ein überwältigendes Ergebnis für eine gute Sache.
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten für ihr Engagement ein Zertifikat der Uniklinik Köln. »Dieses Zertifikat lege ich meinen Bewerbungen als Ärztin jetzt bei«, sagte eine aus Kolumbien stammende Ärztin, während eine Kollegin aus Indonesien direkt bei den anwesenden Vertretern der Johanniter Unfall-Hilfe ein Bewerbungsgespräch vereinbarte.
Für alle Beteiligten war es also viel mehr als ein außerordentlicher Weltrekordversuch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Projekt IQuaMed konnten ihr ärztliches Können und Engagement entfalten und freuten sich, wie gut internationale Zusammenarbeit zum Wohl von Patienten gelingen kann. »Ich bin zutiefst berührt und sehr stolz, wie viele unterschiedliche Menschen sich hier gemeinsam eingesetzt haben – mit einer klaren, für alle wichtigen Botschaft – ein ganz tolles, positives und friedliches Signal aus Köln in die Welt«, formulierte Prof. Dr. Böttiger.
Das Programm IQuaMed ist ein Projekt des IQ Netzwerks NRW und qualifiziert Angehörige reglementierter Gesundheitsberufe aus dem Ausland in NRW in Bezug auf ihre berufliche Anerkennung. Es wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds, in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Bundesagentur für Arbeit. In den ersten anderthalb Jahren der Projektlaufzeit konnten knapp 1000 Interessent/innen informiert werden, über 650 Personen haben am Informationsseminar »Wege zur Anerkennung« teilgenommen, und 290 Personen haben sich in Qualifizierungen einzeln oder kursförmig auf ihre Anerkennungsprüfungen vorbereitet, dabei zeigt die Auswertung derzeit eine Bestehensquote von 75%.
Weitere Informationen auf anerkennung-in-deutschland.de und auf netzwerk-iq.de
