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Die Bezirksregierung Münster übernimmt: Gelungene Staffelübergabe bei der Anerkennung von Pflege- und Gesundheitsfachberufen

Gleich zwei Profiteams der Bezirksregierungen in Nordrhein-Westfalen informieren darüber, dass es einen Wechsel der Zuständigkeit für Neuanträge der Anerkennung von Pflege- und Gesundheitsberufen ab dem 1. Juli 2021 von Düsseldorf nach Münster geben wird. Die Bezirksregierung Münster wird zudem die Organisation der Kenntnisprüfung, die bislang beim Landesprüfungsamt in Düsseldorf angesiedelt war, ausrichten.

Das Düsseldorfer Team der Bezirksregierung, das sogenannte PuG Team, das die Anträge zur Anerkennung ausländischer Gesundheitsfachkräfte bislang für NRW regelte, verabschiedet sich mit einem herzlichen Gruß und einem Dank für die gute Zusammenarbeit bei allen Kooperationspartnern. Das Team hat seit 2008 einen großen Beitrag zur Gewinnung von Pflegekräften geleistet! Wir von Seiten des mibeg-Instituts dürfen uns für die hervorragende Unterstützung bei der Entwicklung und Realisierung des Programms IQuaMed bedanken. Wir haben sehr kompetente Ansprechpartner vorgefunden, die innovativ unsere Projektideen begleitet haben.

Die fachliche Expertise des Landesprüfungsamts ist dabei nicht nur unseren Anerkennungssuchenden zuteil geworden, sondern auch den Teilnehmenden auf unseren Seminarveranstaltungen zum Anerkennungsrecht und zu Anerkennungsverfahren, die wir für Expertinnen und Experten in diesem Bereich ausgerichtet haben.

Die Bezirksregierung Münster übernimmt nun und teilte mit, dass sie sich auf die Übernahme dieser verantwortungsvollen Aufgabe freue und ein guter Ansprechpartner sein werde.

Auch das mibeg-Institut freut sich auf die Fortsetzung der langjährig guten Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Münster und wird gern die Anerkennungsberatung und Anerkennungsqualifizierung für Pflegekräfte und weitere Gesundheitsfachkräfte sowie Angehörige akademischer Heilberufe fortsetzen.

Ab dem 1. Juli wird die Bezirksregierung Münster für weitere Informationen und Antragsformulare eine eigene Homepage freischalten. Hierzu werden wir gesondert informieren.

Viola Priesemann: Maskentragen ist eine Frage der Fairness

Dr. Viola Priesemann, Leiterin der Forschungsgruppe Theorie neuronaler Systeme am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation Göttingen, hat sich in den ARD-Tagesthemen zu aktuellen Fragen der Maskenpflicht in Innenräumen und Außenbereichen geäußert.

Innenräume sollten nach ihrer Überzeugung sehr gut durchlüftet sein. In Bildungskontexten könne man über eine Aufhebung der Maskenpflicht nachdenken, wenn insbesondere Dozent:innen bzw. Lehrer:innen geimpft seien und die Inzidenz ausreichend niedrig sei.

Für den Außenbereich könne man noch keine endgültige Entwarnung geben. Priesemann nannte eine Faustregel: Könne man das Parfüm oder den Zigarettenrauch einer Person wahrnehmen, so sei man auch deren Aerosolen ausgesetzt.

Zur Aufhebung der Maßnahmen sei es noch zu früh. Dafür müssten im Sommer etwa 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein, im Winter sogar 80 Prozent oder mehr. Die Impfung schütze vor schweren Verläufen, aber nicht davor, dass der Geimpfte das Virus weitergebe. Solange nicht alle, die sich impfen lassen wollen, eine Spritze erhalten hätten, sei es eine Frage der Fairness, die Fallzahl durch geeignete Maßnahmen niedrig zu halten.

Zahl der berufstätigen Ärzt:innen steigt auch in 2020

Das Jahr 2020 war in erster Linie durch die Corona-Pandemie gekennzeichnet, eine besondere Herausforderung für die Ärztinnen und Ärzte, die in Deutschland in Kliniken und Praxen arbeiten. Gleichwohl ist die Zahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,7 Prozent angestiegen.

Die Bundesärztekammer veröffentlicht kontinuierlich die aktuellen Statistiken und gibt als Gesamtzahl über 409.000 berufstätige Ärzt:innen für das Jahr 2020 an.

Wie Dr. Matthias Blum, Bundesärztekammer, aktuell im Deutschen Ärzteblatt referiert, werden unbesetzte Stellen immer häufiger von Ärztinnen und Ärzten besetzt, die aus dem Ausland kommen. »Im Jahre 2020 hatte bereits jeder achte berufstätige Arzt (14 Prozent oder rund 56.000 Personen) in Deutschland eine ausländische Staatsangehörigkeit. Im Januar 2015 lag dieser Anteil noch bei rund zehn Prozent.«

Von Interesse ist, dass ein Großteil dieser aus dem Ausland kommenden Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus arbeitet. Niederlassung setzt die abgeschlossene Facharztweiterbildung voraus und ist überdies, etwa bei der KV-Zulassung, an zahlreiche spezielle Kenntnisse des Praxismanagements geknüpft. Kliniken bieten den ausländischen Ärzt:innen umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, und viele Ärzt:innen absolvieren in Deutschland ihre Facharztweiterbildung.

Basierend auf den Daten der Ärztestatistik der Bundesärztekammer verteilen sich die Herkunftsstaaten der berufstätigen Ärzt:innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit wie folgt:

Ärztestatistik 2020

Berufstätige Ärzte mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Deutschland 2020, Schaubild des mibeg-Instituts nach Daten der BÄK

Eine wesentliche Erleichterung für die gelingende und rasche Integration der aus dem Ausland kommenden Kolleginnen und Kollegen auch während der Pandemiesituation stellen die  Weiterbildungen dar, die das mibeg-Institut kontinuierlich und passgenau durchführt. Mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit bereiten sich Ärztinnen und Ärzte über das Seminar Qualifizierung und Praxis zielgerichtet auf die Fachsprach- und Kenntnisprüfungen in Deutschland vor und lernen das Know-how, das für den gelungenen Start in deutschen Kliniken als Assistenzärzt:in nötig ist.

Viele Chefärzt:innen und Oberärzt:innen fungieren  als Dozent:innen am Institut und vermitteln das Wissen praxisnah. Ergänzt wird diese Seminarreihe durch Spezialkurse, die rasch und kompakt auf eine Fachsprachprüfung oder eine Kenntnisprüfung vorbereiten.

Die hohe Bestehensquote von über 90 Prozent beim ersten Prüfungsanlauf bestätigt den Erfolg der Absolvent:innen. Trotz der pandemischen Lage haben die Ärztekammern in Deutschland kontinuierlich Fachsprachprüfungen angeboten und Landesprüfungsämter im Verbund mit Universitätsklinika und Ärztekammern Kenntnisprüfungen organisiert. Nicht zuletzt haben auch die zuständigen Stellen weiterhin Anerkennungsinteressierte beraten und mit entsprechenden Anerkennungsbescheiden ausgestattet, sodass hier für die Kliniken in Deutschland eine fortgesetzt positive Arbeit auch in einer extremen Gesamtsituation geleistet werden konnte.

Derzeit bereiten sich in zahlreichen Kursen Ärztinnen und Ärzte im mibeg-Institut auf ihren Start in Deutschland vor.

Keine Chance auf Impfung?

Das Impfversprechen war groß und die Anstrengungen, die unternommen wurden, waren enorm. Im bevölkerungsreichen Bundesland Nordrhein-Westfalen leben rund 18 Millionen Menschen, damit wurde das Impfprogramm gegen die Covid-19-Erkrankung zu einer großen Herausforderung. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann machte zu Beginn der Impfkampagne deutlich, dass noch nie eine so große Anzahl von Menschen zeitnah geimpft werden musste.

Rekrutierung von Personal, Aufbau von Impfzentren, Start der Impfkampagne: NRW ging planmäßig und zielstrebig vor, um eine möglichst schnelle Durchimpfung der Bevölkerung zu erreichen. Insbesondere die medizinisch begründete Vorgehensweise, besonders betroffene Personengruppen nach einer transparent kommunizierten Priorisierung zu impfen, wurde gut aufgenommen und umgesetzt. Alte Menschen, schwerwiegend erkrankte Menschen, Menschen in bestimmten Berufen, insbesondere in Medizin und Pflege, wurden geimpft. Die Impfzentren funktionieren hervorragend, Impfungen durch Hausärzte kamen hinzu, nach wenigen Monaten sind bereits über 7 Millionen Menschen erstmalig gegen SARS-CoV-2 geimpft.

Und nun? Mitten in der Impfkampagne bricht das Chaos aus

Ab dem 7. Juni 2021 wird die Priorisierung entfallen und das Impfverfahren über die niedergelassenen Ärzte abgewickelt werden. Zugleich herrscht große Impfstoffknappheit. Die Zentren können kaum Termine anbieten, die priorisierten Gruppen sind noch nicht durchgeimpft, viele haben nicht einmal eine Erstimpfung erhalten. Als über 60-Jähriger in NRW einen Impftermin über das Impfportal des Landes erhalten? Fehlanzeige. Als Kontaktperson eines Pflegebedürftigen? Fehlanzeige. Als chronisch Erkrankter? Fehlanzeige. Höchstens ein Nachrück-Termin ist ab und zu über das zentrale Anrufportal der KV zu ergattern.

Dafür aber gibt es zahlreiche Impfdrängler. Ganze Freizeitvereine werden durch ärztliche Clubmitglieder einbestellt und durchgeimpft, Mitarbeiter:innen von Bundeszentralen aus ihrem Homeoffice zum Impftermin gebeten, junge Sportler:innen werden zur bevorzugten Impfgruppe. Ganz offensichtlich ist die Verteilung von Impfstoffen in der Bevölkerung zum Windhundrennen geworden. Gar keine Chancen haben die vielen Menschen ohne festen Hausarztkontakt. Auf entsprechende Anfragen per Mail gibt es in zahlreichen Praxen gar keine Antwort oder direkt eine Absage: »Wenden Sie sich bitte an ein Impfzentrum.« Aber im Impfzentrum werden keine Meldungen angenommen.

NRW braucht Impfzentren und geregelte Verfahren

Millionen Menschen müssen in NRW noch erstmalig gegen Corona geimpft werden, zahlreiche Genesene brauchen eine Impfung, Millionen Menschen brauchen eine Zweitimpfung. Jetzt die knappen Impfstoffe aus den Zentren abzuziehen und gar die Überlegung anzustellen, die Zentren herunterzufahren, ist unverantwortliches politisches und medizinisches Handeln. NRW sollte die so gut gestartete Impfkampagne fortsetzen, Gesundheitsämter unterstützen und nur medizinisch begründbar lockern, auch hier mit Priorisierungen, die das Wohl und das Recht auf Bildung von Kindern und Jugendlichen vorrangig berücksichtigen. Priorisierungen über Impfzentren sollten nicht eingestellt, sondern fortgesetzt werden: Alleinerziehende wären beispielsweise eine wichtige Gruppe.

NRW könnte hier Vorbild sein.

Andreas Westerfellhaus erhält Ehrendoktorwürde

Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für die Pflege

Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für die Pflege

Eine besondere Auszeichnung wird Andreas Westerfellhaus, Staatssekretär und Bevollmächtigter der Bundesregierung für die Pflege, zuteil. Eine österreichische Privatuniversität in Salzburg verleiht Andreas Westerfellhaus die Ehrendoktorwürde.

Die Auszeichnung wird verliehen, um die besonderen Verdienste von Andreas Westerfellhaus zur Etablierung und Förderung der Pflegewissenschaft in der deutschsprachigen Hochschullandschaft zu würdigen. Staatssekretär Westerfellhaus ist selbst Pflegefachmann, hat dazu Pflegepädagogik und Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen studiert und leitete nach seiner aktiven Zeit im Krankenhaus, auch als Intensivpfleger, ein Bildungszentrum für Gesundheitsberufe in Nordrhein-Westfalen.

Seine berufliche Karriere ist gekennzeichnet durch ein herausragendes Engagement für die beruflichen Belange der Pflegefachkräfte. Andreas Westerfellhaus war über viele Jahre Präsident des Deutschen Pflegerats und wurde zuletzt zum Bevollmächtigten für die Pflege der Bundesregierung berufen.

Das mibeg-Institut Medizin verbindet eine langjährig gute Zusammenarbeit mit Andreas Westerfellhaus. Er gehört dem Wissenschaftlichen Beirat des Programms IQuaMed an und unterstützt das mibeg-Institut darüber hinaus bei Projekten für leitende Krankenpflegekräfte.