Dr. med. Umes Arunagirinathan: Kritische Bestandsaufnahme des deutschen Gesundheitswesens

Umes Arunagirinathan: »Der verlorene Patient«, Rowohlt»Der verlorene Patient« heißt das Buch von Dr. Umes Arunagirinathan, Herzchirurg und Oberarzt im Klinikum Links der Weser in Bremen. Bereits der Untertitel weist auf die kritische Bestandsaufnahme unseres Gesundheitswesens hin, die Umes Arunagirinathan in Zusammenarbeit mit Doris Mendlewitsch hier vornimmt.

Er analysiert das System Krankenhaus und zeigt auf, wie Ärzte am Limit arbeiten. Gleichwohl hält er fest, dass Ärzte einen freien Beruf ausüben: »Unsere Entscheidungen dürfen daher nicht von Maximen der Gewinnorientierung oder Auslastung von Kapazitäten bestimmt werden. (…) Es muss um das Patientenwohl gehen. Der gute Arzt wäre dann derjenige, der das tut, was dem Patienten am meisten nützt, eben vielleicht auch auf eine Behandlung verzichtet oder anstelle einer OP eine konservative, also erhaltende Therapie durchführt.«

Dr. Umes Arunagirinathan wurde auf Sri Lanka geboren, kam als 13-jähriger, unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland, studierte in Lübeck Medizin und wurde an der Universität Hamburg promoviert. Nach Assistenzarztzeiten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf folgten Stationen in Bad Neustadt sowie an der Charité Berlin. Heute ist er als Herzchirurg in Bremen tätig.

Stadt Köln bietet mehrsprachige Corona-Sprechstunde per Video-Stream an

Die Stadt Köln bietet am Freitag, 4. März 2022, eine Corona- und Impf-Sprechstunde in mehreren Sprachen an. Interessierte können ab 18 Uhr Fragen per Video-Stream stellen. Die Corona-Sprechstunde wird simultan in die Sprachen Englisch, Französisch, Polnisch, Türkisch, Arabisch und die Gebärdensprache übersetzt.

Gleichzeitig haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Fragen auch in anderen Herkunftssprachen direkt in den jeweiligen Chat zu schreiben oder vorab per E-Mail an frag-uns@stadt-koeln.de zu senden. Dr. Barbara Grüne, Ärztin im Gesundheitsamt der Stadt Köln, Prof. Dr. Alex Lechleuthner, Mitglied des Krisenstabs der Stadt Köln und Leiter des Rettungsdienstes, und Leonard Rose, Impfarzt, werden alle Fragen beantworten und Unklarheiten erläutern, teilt die Stadt mit.

Die Stadt Köln möchte mit der Corona-Sprechstunde auch die Bürgerinnen und Bürger erreichen, die über geringere deutsche Sprachkenntnisse verfügen und denen dadurch die Kontaktaufnahme zu den Expertinnen und Experten der Gesundheitsaufklärung schwer fällt.

Weitere Informationen zu den Corona-Sprechstunden gibt es auf der Website der Stadt Köln.

„Für diesen Krieg gibt es keine vernünftige Rechtfertigung“ – Offener Brief russischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Wir, russische Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten, erheben entschiedenen Protest gegen die von den Streitkräften unseres Landes begonnenen kriegerischen Handlungen auf dem Territorium der Ukraine. Dieser verhängnisvolle Schritt führt zu gewaltigen Menschenopfern und untergräbt die Grundlagen des etablierten Systems der internationalen Sicherheit. Die Verantwortung für die Entfesselung eines neuen Kriegs in Europa liegt vollständig bei Russland.

Für diesen Krieg gibt es keinerlei vernünftige Rechtfertigungen. Die Versuche, die Situation im Donbass als Anlass für die Entfesselung einer militärischen Operation auszunutzen, erwecken keinerlei Vertrauen. Es ist ganz offensichtlich, dass die Ukraine keine Bedrohung der Sicherheit unseres Landes darstellt. Der Krieg gegen sie ist ungerechtfertigt und offensichtlich sinnlos.

Die Ukraine war und wird ein uns nahes Land bleiben. Viele von uns haben in der Ukraine Verwandte, Freunde und Kollegen im Bereich der Wissenschaft. Unsere Väter, Großväter und Urgroßväter haben gemeinsam gegen den Nationalsozialismus gekämpft. Die Entfesselung eines Krieges wegen der geopolitischen Ambitionen der Führung der Russländischen Föderation, die sich leiten lässt von zweifelhaften historiosophischen Fantasien, ist ein zynischer Verrat ihres Andenkens.

Wir achten die ukrainische Staatlichkeit, die sich auf real funktionierende demokratische Institutionen stützt. Wir sehen mit Verständnis die europäische Wahl unserer Nachbarn. Wir sind davon überzeugt, dass alle Probleme in den Beziehungen zwischen unseren Ländern auf friedlichem Wege gelöst werden können.

Mit der Entfesselung des Krieges hat sich Russland zu internationaler Isolierung verurteilt, zu einem ausgestoßenen Land. Das bedeutet, dass wir Wissenschaftler uns jetzt nicht in normaler Weise mit unserer Arbeit werden beschäftigen können; denn wissenschaftliche Untersuchungen sind undenkbar ohne eine vollwertige Zusammenarbeit mit den Kollegen anderer Länder. Die Isolierung Russlands gegenüber der Welt bedeutet eine weitere kulturelle und technologische Abwertung unseres Landes, bei vollständigem Mangel an positiven Perspektiven. Der Krieg gegen die Ukraine ist ein Schritt ins Nichts.

Es fällt uns schwer, einzusehen, dass unser Land, das einen entscheidenden Beitrag zum Sieg über den Nationalsozialismus geleistet hat, jetzt Anstifter eines neuen Krieges auf dem europäischen Kontinent geworden ist. Wir fordern die unverzügliche Einstellung aller gegen die Ukraine gerichteten militärischen Handlungen. Wir fordern die Achtung der Souveränität und der territorialen Unversehrtheit des ukrainischen Staates. Wir fordern Frieden für unsere Länder.

Mehr als 380 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben binnen 24 Stunden diesen offenen Brief unterzeichnet, der auch im Internet veröffentlicht worden ist, darunter 65 Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften. Die 1724 gegründete nationale Akademie mit Sitz in Moskau ist die ranghöchste Forschungseinrichtung der Russischen Föderation.

(Übersetzung aus dem Russischen von Werner Lehfeldt / FAZ)

Hessen regelt die ärztliche Fachsprachprüfung neu

Landeswappen HessenDas Bundesland Hessen regelt mit Wirkung zum 1. Januar 2022 die Fachsprachprüfungen Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie neu. Das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen (HLPUG) setzt auf Qualität und bundeseinheitliche Standards.

Ab sofort wird ein Fachsprachenzertifikat Medizin, Zahnmedizin oder Pharmazie nur noch anerkannt, wenn es vor der jeweiligen Heilberufskammer abgelegt wurde. Diese Kammern sind

  • für Ärztinnen und Ärzte die Landesärztekammer Hessen LÄKH
  • für Zahnärztinnen und Zahnärzte die Landeszahnärztekammer Hessen LKZH
  • für Apothekerinnen und Apotheker die Landesapothekerkammer Hessen LAKH.

Fachsprachenzertifikate dieser Kammern werden bundesweit von den zuständigen Stellen anerkannt.

Derzeit gibt es noch eine abweichende Regelung für Antragsteller/innen aus EU/-Mitgliedsstaaten. Diese können selbstverständlich auch vor den zuständigen Heilberufskammern ihre Fachsprachprüfung ablegen, die sie zur Beantragung der Approbation benötigen, es gibt aber noch drei Angebote von kommerziellen Anbietern. Dabei ist darauf zu achten, ob ein bei einem kommerziellen Anbieter erworbenes Zertifikat auch außerhalb des Bundeslandes anerkannt ist.

Eine gezielte Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung ist sinnvoll. Neben dem Erwerb allgemeiner guter Deutschkenntnisse, nachgewiesen durch ein anerkannter Deutsch-B2-GER-Zertifikat, sollte ein Vorbereitungskurs gewählt werden, in dem Fachkolleg/innen unterrichten, und zwar gezielt ausschließlich für Ärzt/innen, Zahnärzt/innen bzw. Apotheker/innen.

Das mibeg-Institut Medizin hat zusammen mit Expert/innen aus den Bereichen Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie Kurse entwickelt, die bundesweit allen Teilnehmenden offenstehen.