Das sogenannte Anerkennungsgesetz (BQFG, Gesetz über die Feststellung der Gleichwertigkeit von Berufsqualifikationen) ist verändert worden. Diese Neuregelungen sind Anfang 2016 in Kraft getreten. Von diesen Veränderungen sind insbesondere auch die Heilberufe in Deutschland betroffen. Weiterlesen
Anerkennung: Ärzte
Ärztliche Hospitationen: Was ist erlaubt?
Dürfen ausländische Ärztinnen und Ärzte, die noch nicht über eine Approbation verfügen, entgeltfrei in Krankenhäusern oder Arztpraxen hospitieren? Über die Ärztekammer Bremen ist eine wichtige Information hierzu erstellt worden.
Die Präsidentin der Ärztekammer Bremen, Dr. med. Heidrun Gitter, hatte sich an den Bremer Wirtschaftssenator Martin Günthner gewandt, um eine Klärung herbeizuführen. Der Wirtschaftssenator führte aus, dass Hospitantinnen und Hospitanten, die rein beobachtend und begleitend am beruflichen Geschehen teilnehmen, ohne selbst Arbeitsleistungen zu erbringen, dies tun können, ohne Praktikant/in im Sinne des Mindestlohngesetzes zu sein. Es handelt sich also um Hospitationen, die Einblick geben in die fachliche Arbeitswelt von Ärztinnen und Ärzten in Deutschland und Unterstützung geben können beim Erwerb der medizinischen Terminologie. Weiterlesen
Die Kenntnisprüfung für Ärztinnen und Ärzte in NRW
Viele Ärztinnen und Ärzte, die, aus dem Ausland kommend, ihren Beruf in NRW anerkennen lassen, müssen neben einer Fachsprachprüfung vor ihrer Landesärztekammer auch eine Kenntnisprüfung absolvieren.
Zuständig für die Kenntnisprüfung ist das Landesprüfungsamt, das in Nordrhein-Westfalen zur Bezirksregierung Düsseldorf gehört. Zu einer Kenntnisprüfung wird man durch seine zuständige Bezirksregierung angemeldet. Zuvor teilt man der Bezirksregierung mit, dass man eine Kenntnisprüfung ablegen will.
Die Kenntnisprüfung ist gesetzlich geregelt in der Ärztlichen Approbationsordnung (§ 37 ÄApprO). Sie ist eine staatliche Prüfung und orientiert sich an den Anforderungen des 3. Abschnitts der ärztlichen Prüfung. Es werden immer Fragen zu den Fächern Innere Medizin und Chirurgie gestellt, dazu kommen fächerübergreifende Fragestellungen. Weiterlesen
Programm IQuaMed in Kliniken in Ostwestfalen sehr erfolgreich
Das mibeg-Institut Medizin und die Katholische Hospitalvereinigung Weser-Egge haben am Seminarort Bad Driburg das Praxisseminar Humanmedizin erfolgreich abgeschlossen. Elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich über die vergangenen sieben Monate in intensiven Theorie- und Praxisphasen umfassend auf ihre Prüfungen zur Anerkennung als Arzt oder Ärztin in Nordrhein-Westfalen vorbereitet. Sieben Absolvent/innen haben bereits unmittelbar im Anschluss an das Seminar einen Vertrag für ihre Facharztweiterbildung in Ostwestfalen-Lippe abgeschlossen. Die Katholische Hospitalvereinigung Weser-Egge hat sich mit großem Engagement an der erfolgreichen Durchführung des Seminars beteiligt. Ein weiteres Praxisseminar Humanmedizin wird derzeit sehr erfolgreich mit dem Ev. Krankenhaus Bergisch Gladbach realisiert.
Das mibeg-Institut Medizin hat Praxisseminare zur Integration ausländischer Ärztinnen und Ärzte in den deutschen Arbeitsmarkt bereits seit 1989 entwickelt und in Kooperation mit den Landesärztekammern in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg und Baden-Württemberg erfolgreich durchgeführt. Im Rahmen des durch das mibeg-Institut Medizin entwickelten Programms IQuaMed im IQ Netzwerk NRW wird das Praxisseminar Humanmedizin in enger Verzahnung von Theorie- und Praxisphasen an mehreren Standorten in Kooperation mit Kliniken in NRW umgesetzt. Gefördert wird das Programm durch den Europäischen Sozialfonds und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Marburger Bund unterstützt das Programm IQuaMed des IQ Netzwerks

Ruth Wichmann, Leiterin des Auslandsreferats Marburger Bund Bundesverband, ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Programms IQuaMed
»Anpassungsleistungen, die ausländische Ärzten erbringen müssen, kosten Kraft und Mut. Da Integration aber keine Einbahnstraße ist, müssen auch Arbeitgeber und Kollegen in ausländischen Ärzten eine Bereicherung sehen, sich auf sie einlassen und ihr Wissen und ihre Erfahrungen wertschätzen.«
Ruth Wichmann, Leiterin des Auslandsreferats des Marburger Bunds Bundesverband, referiert regelmäßig in den Seminarreihen des Programms IQuaMed im IQ Netzwerk und berät Ärztinnen und Ärzte auf ihrem Weg zur erfolgreichen beruflichen Anerkennung in NRW.
»Das Programm IQuaMed ist für ausländische Ärzte, die keine andere öffentliche Förderung erhalten, eine Chance, sich im Rahmen einer strukturierten Bildungsmaßnahme gemeinsam mit Gleichgesinnten die notwendigen Fachsprachenkenntnisse anzueignen und das in der Kenntnisprüfung geforderte medizinische Wissen zu erwerben bzw. aufzufrischen«, betont Ruth Wichmann.
»Sie erhalten darüber hinaus Informationen rund um die ärztliche Tätigkeit in Deutschland und haben einen Ansprechpartner für Fragen. Da die Teilnahme für die Ärzte kostenlos ist und ggf. auch Prüfungsgebühren übernommen werden können, profitieren vor allem Ärzte, die die ansonsten anfallenden Kursgebühren nicht tragen können. Ihnen wird der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt deutlich erleichtert.
Gut vorbereitet in das deutsche Gesundheitssystem einzusteigen, hilft ausländischen Ärzten, den anstrengenden Klinikalltag zu meistern und als kompetente Kollegen wahrgenommen zu werden.«
