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Zielgerichtete Anerkennungsprogramme für ausländische Physiotherapeut/innen: IFK Physiotherapie Interview

IFK Zeitschrift Physiotherapie 2/2022

Interview über zielgerichtete Anerkennungsprogramme für ausländische Physiotherapeutinnen und -therapeuten

Der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten IFK e.V. hat in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift »IFK Physiotherapie« Erziehungswissenschaftlerin Barbara Rosenthal, Leiterin des mibeg-Instituts, und Physiotherapeut Christoph Biele, bene+, zum Interview gebeten. IFK wollte von den beiden Expert/innen wissen, welche Möglichkeiten zur beruflichen Anerkennung und Qualifizierung für aus dem Ausland kommende Physiotherapeut/innen bestehen. Im Mittelpunkt des Interviews steht das vom mibeg-Institut in Zusammenarbeit mit den Physiotherapie-Experten von bene+ entwickelte Praxisseminar Physiotherapie, das gezielt in vier Monaten auf die Berufszulassung vorbereitet. Das innovative Konzept wurde mit dem Landesprüfungsamt und der zuständigen Bezirksregierung abgestimmt und wird bereits zum sechsten Mal in Folge angeboten.

An zwei Standorten in Nordrhein-Westfalen, in Herne und in Köln, können die aus dem Ausland kommenden Physiotherapeut/innen die Anerkennung erlangen. Sind laut Anerkennungsbescheid noch Praxisphasen zu absolvieren, ist dies in weiteren Praxismodulen möglich. Alle Teilnehmer/innen können zu 100 Prozent öffentlich über Bildungsgutscheine gefördert werden, die Jobcenter und Arbeitsagenturen unterstützen aktiv das erfolgreiche Konzept. Ist zum Zeitpunkt des Seminars bereits ein deutscher Arbeitgeber gefunden, so kann auch dieser über das Qualifizierungschancengesetz unterstützt werden.

Das Seminar wird künftig auch in weiteren Bundesländern angeboten, aber es steht schon jetzt allen Interessent/innen aus dem gesamten Bundesgebiet offen.

Die passgenaue und wissenschaftlich fundierte Weiterbildung hat bislang nahezu 100 Prozent der Absolvent/innen zur Anerkennung geführt und in den Arbeitsmarkt integriert. Deshalb wenden sich auch zahlreiche Arbeitgeber an das mibeg-Institut, um ihre Mitarbeiter für die Weiterbildung anzumelden.

Das gesamte Interview ist über die Website des Berufsverbandes der Physiotherapeuten IFK abzurufen.

Anerkennungsqualifizierung für Physiotherapeut/innen: Praxisseminar Physiotherapie startet erneut

Praxisseminar Physiotherapie zur Vorbereitung auf die Berufszulassung

Anerkennungsqualifizierung Praxisseminar Physiotherapie des mibeg-Instituts in Zusammenarbeit mit bene+ startet erneut

Es ist eine erfolgreiche Weiterbildungsreihe, die das mibeg-Institut zusammen mit den Physiotherapie-Experten von bene+ an den Start gebracht hat. Am 14. Februar ist das Praxisseminar Physiotherapie erneut in Herne eröffnet worden. Physiotherapeut/innen aus aller Welt können teilnehmen, wenn sie, wie die Kolleginnen und Kollegen auf dem Bild oben, über gute deutsche Sprachkenntnisse verfügen und ihre Berufsanerkennung in Deutschland beantragt haben. Mit guter Unterstützung der Bezirksregierung Münster bereiten sich diese Teilnehmenden nun gezielt in Theorie- und Praxisphasen auf ihre Berufszulassung vor. Zugleich kann das Seminar auch genutzt werden, um sich effektiv auf die Kenntnisprüfung Physiotherapie vorzubereiten, die im Anschluss an das Seminar direkt abgelegt werden kann. Viele Teilnehmer/innen kommen aus Europa, manche sind weitgereist und kommen aus Indien oder Brasilien.

Das Praxisseminar Physiotherapie wird regelmäßig in Herne angeboten und zukünftig auch in Köln. Dank guter Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen und Jobcentern können die Teilnehmer/innen öffentlich gefördert werden über einen Bildungsgutschein. Unterstützung können aber auch ihre Arbeitgeber über das Qualifizierungschancengesetz erhalten. Hierzu berät das mibeg-Institut gern. Jeden Dienstag wird im Rahmen des Programms IQuaMed eine kostenfreie Informationsveranstaltung für Anerkennungsinteressierte im mibeg-Institut in Köln angeboten.

Physiotherapeut/innen werden händeringend gesucht zur Mitarbeit in Praxen und Kliniken. Und manch ein Personalvermittler oder auch Bildungsanbieter wittert Goldgräberstimmung und glaubt, gleich dutzendfach Physiotherapeuten vermitteln zu können. Auch uns erreichen zahlreiche dieser Vermittlungsanfragen. Allerdings ist diese Einschätzung von wenig Sachkenntnis getrübt. Tatsächlich ist, wie leider auch übrigens im Handwerk, die tatsächliche Anzahl an Anerkennungsinteressierten eher rückläufig und insgesamt sehr gering. Im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen, einem Land mit rund 18 Millionen Einwohnern, weist der Anerkennungsbericht des Landes NRW für das Jahr 2019, also noch bevor die Pandemie begann, gerade einmal 144 Anträge auf Berufszulassung im Bereich Physiotherapie aus. Gegenüber 2018, als noch 288 Interessenten ihre Anerkennung suchten, ein Rückgang von 50 Prozent. Aus den Top 10 der Anerkennungsverfahren ist der Beruf Physiotherapie damit herausgefallen.

Um so wichtiger ist es dem mibeg-Institut, die Anerkennungsinteressenten im Bereich der Physiotherapie bestmöglich fachlich und fachsprachlich auf ihren Beruf in Deutschland vorzubereiten, und wir freuen uns über die zahlreichen Kontakte zu Absolventen, die längst in Nordrhein-Westfalen, aber auch in anderen Bundesländern in ihrem Beruf angekommen und hier zu Hause sind.

Dr. med. Umes Arunagirinathan: Kritische Bestandsaufnahme des deutschen Gesundheitswesens

Umes Arunagirinathan: »Der verlorene Patient«, Rowohlt»Der verlorene Patient« heißt das Buch von Dr. Umes Arunagirinathan, Herzchirurg und Oberarzt im Klinikum Links der Weser in Bremen. Bereits der Untertitel weist auf die kritische Bestandsaufnahme unseres Gesundheitswesens hin, die Umes Arunagirinathan in Zusammenarbeit mit Doris Mendlewitsch hier vornimmt.

Er analysiert das System Krankenhaus und zeigt auf, wie Ärzte am Limit arbeiten. Gleichwohl hält er fest, dass Ärzte einen freien Beruf ausüben: »Unsere Entscheidungen dürfen daher nicht von Maximen der Gewinnorientierung oder Auslastung von Kapazitäten bestimmt werden. (…) Es muss um das Patientenwohl gehen. Der gute Arzt wäre dann derjenige, der das tut, was dem Patienten am meisten nützt, eben vielleicht auch auf eine Behandlung verzichtet oder anstelle einer OP eine konservative, also erhaltende Therapie durchführt.«

Dr. Umes Arunagirinathan wurde auf Sri Lanka geboren, kam als 13-jähriger, unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland, studierte in Lübeck Medizin und wurde an der Universität Hamburg promoviert. Nach Assistenzarztzeiten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf folgten Stationen in Bad Neustadt sowie an der Charité Berlin. Heute ist er als Herzchirurg in Bremen tätig.

Stadt Köln bietet mehrsprachige Corona-Sprechstunde per Video-Stream an

Die Stadt Köln bietet am Freitag, 4. März 2022, eine Corona- und Impf-Sprechstunde in mehreren Sprachen an. Interessierte können ab 18 Uhr Fragen per Video-Stream stellen. Die Corona-Sprechstunde wird simultan in die Sprachen Englisch, Französisch, Polnisch, Türkisch, Arabisch und die Gebärdensprache übersetzt.

Gleichzeitig haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Fragen auch in anderen Herkunftssprachen direkt in den jeweiligen Chat zu schreiben oder vorab per E-Mail an frag-uns@stadt-koeln.de zu senden. Dr. Barbara Grüne, Ärztin im Gesundheitsamt der Stadt Köln, Prof. Dr. Alex Lechleuthner, Mitglied des Krisenstabs der Stadt Köln und Leiter des Rettungsdienstes, und Leonard Rose, Impfarzt, werden alle Fragen beantworten und Unklarheiten erläutern, teilt die Stadt mit.

Die Stadt Köln möchte mit der Corona-Sprechstunde auch die Bürgerinnen und Bürger erreichen, die über geringere deutsche Sprachkenntnisse verfügen und denen dadurch die Kontaktaufnahme zu den Expertinnen und Experten der Gesundheitsaufklärung schwer fällt.

Weitere Informationen zu den Corona-Sprechstunden gibt es auf der Website der Stadt Köln.

„Für diesen Krieg gibt es keine vernünftige Rechtfertigung“ – Offener Brief russischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Wir, russische Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten, erheben entschiedenen Protest gegen die von den Streitkräften unseres Landes begonnenen kriegerischen Handlungen auf dem Territorium der Ukraine. Dieser verhängnisvolle Schritt führt zu gewaltigen Menschenopfern und untergräbt die Grundlagen des etablierten Systems der internationalen Sicherheit. Die Verantwortung für die Entfesselung eines neuen Kriegs in Europa liegt vollständig bei Russland.

Für diesen Krieg gibt es keinerlei vernünftige Rechtfertigungen. Die Versuche, die Situation im Donbass als Anlass für die Entfesselung einer militärischen Operation auszunutzen, erwecken keinerlei Vertrauen. Es ist ganz offensichtlich, dass die Ukraine keine Bedrohung der Sicherheit unseres Landes darstellt. Der Krieg gegen sie ist ungerechtfertigt und offensichtlich sinnlos.

Die Ukraine war und wird ein uns nahes Land bleiben. Viele von uns haben in der Ukraine Verwandte, Freunde und Kollegen im Bereich der Wissenschaft. Unsere Väter, Großväter und Urgroßväter haben gemeinsam gegen den Nationalsozialismus gekämpft. Die Entfesselung eines Krieges wegen der geopolitischen Ambitionen der Führung der Russländischen Föderation, die sich leiten lässt von zweifelhaften historiosophischen Fantasien, ist ein zynischer Verrat ihres Andenkens.

Wir achten die ukrainische Staatlichkeit, die sich auf real funktionierende demokratische Institutionen stützt. Wir sehen mit Verständnis die europäische Wahl unserer Nachbarn. Wir sind davon überzeugt, dass alle Probleme in den Beziehungen zwischen unseren Ländern auf friedlichem Wege gelöst werden können.

Mit der Entfesselung des Krieges hat sich Russland zu internationaler Isolierung verurteilt, zu einem ausgestoßenen Land. Das bedeutet, dass wir Wissenschaftler uns jetzt nicht in normaler Weise mit unserer Arbeit werden beschäftigen können; denn wissenschaftliche Untersuchungen sind undenkbar ohne eine vollwertige Zusammenarbeit mit den Kollegen anderer Länder. Die Isolierung Russlands gegenüber der Welt bedeutet eine weitere kulturelle und technologische Abwertung unseres Landes, bei vollständigem Mangel an positiven Perspektiven. Der Krieg gegen die Ukraine ist ein Schritt ins Nichts.

Es fällt uns schwer, einzusehen, dass unser Land, das einen entscheidenden Beitrag zum Sieg über den Nationalsozialismus geleistet hat, jetzt Anstifter eines neuen Krieges auf dem europäischen Kontinent geworden ist. Wir fordern die unverzügliche Einstellung aller gegen die Ukraine gerichteten militärischen Handlungen. Wir fordern die Achtung der Souveränität und der territorialen Unversehrtheit des ukrainischen Staates. Wir fordern Frieden für unsere Länder.

Mehr als 380 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben binnen 24 Stunden diesen offenen Brief unterzeichnet, der auch im Internet veröffentlicht worden ist, darunter 65 Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften. Die 1724 gegründete nationale Akademie mit Sitz in Moskau ist die ranghöchste Forschungseinrichtung der Russischen Föderation.

(Übersetzung aus dem Russischen von Werner Lehfeldt / FAZ)