Anerkennung: Pandemie

Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation

»Es stellt unsere gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar, die Wissenschaft zu fördern, deren Unabhängigkeit zu bewahren und die konstruktive inhaltliche Auseinandersetzung zu leben. Öffentliche Äußerungen sollten faktengestützt und durch wissenschaftliche Quellen belegbar sein, persönliche Meinungen als solche erkennbar gemacht werden. Für einen Diskurs auf Augenhöhe sollte in beiden Fällen der Austausch frei von persönlichen Anfeindungen und Bedrohungen sein. Eine Einschüchterung von Wissenschaftler:innen bedroht nicht nur die Wissenschaft, sondern auch unser demokratisches Wertesystem als Ganzes.«
Tobias Tenenbaum, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Sana Klinikum Lichtenberg

Mit den Worten unseres Absolventen der Weiterbildung Krankenhausleitung für Ärztliche Direktor:innen, Prof. Dr. med. Tobias Tenenbaum, dürfen wir uns für dieses Jahr verabschieden. Das Team des mibeg-Instituts Medizin wünscht frohe Weihnachten und alles Gute für das Neue Jahr. Wir danken unseren Teilnehmer:innen, Dozent:innen und allen Kooperationspartner:innen für die gute Zusammenarbeit, für inspirierende Projekte und einen anregenden Gedankenaustausch.

Das Zitat von Prof. Dr. Tenenbaum, einem profilierten Kinder- und Jugendmediziner und Infektiologen, stammt aus einer Stellungnahme von mehr als dreißig Wissenschaftler:innen und Wissenschaftsjournalist:innen, die in der ZEIT aktuell zu einem fairen und gewaltfreien Umgang in unserer Demokratie aufrufen. Angesichts der fortschreitenden Pandemie brauchen wir wissenschaftliche Expertise und gute Wissenschaftskommunikation gleichermaßen und dringender als je zuvor.

Bleiben Sie gesund!

Erhöhter Krankenstand von Pflegenden in der Pandemie

Einem wichtigen Thema haben sich Prof. Dr. Christian Karagiannidis, Kliniken der Stadt Köln und Universität Witten / Herdecke, Helmut Schröder, Wissenschaftliches Institut der AOK, Prof. Dr. Dr. Sabine Wicker, Universitätsklinikum Frankfurt, und Prof. Dr. Uwe Janssens, St. Antonius Hospital Eschweiler, gewidmet.

Sie weisen in einer Arbeit, die jetzt im Deutschen Ärzteblatt vorgestellt wurde, nach, in welchem Ausmaß die Pandemie die beruflich Pflegenden betrifft bzw. betroffen hat. Auffällig ist der höhere Krankenstand, der sich in der Pandemie zwischen Januar 2020 und April 2021 im Vergleich zu allen anderen Berufen zeigt.

Bei den AOK-versicherten Erwerbstätigen lag der Krankenstand im Mittel in diesem Zeitraum bei 5,4 Prozent, bei den beruflich Pflegenden bei 7,0 Prozent.

Den Höchststand von Erkrankten im Zusammenhang mit Covid-19 während der Pandemie bildet der Monat Januar 2021 ab. Erkrankten im Januar 2021 bezogen auf je 100.000 erwerbstätige AOK-Mitglieder 458 im Zusammenhang mit Covid-19 bei dokumentierten Diagnosen unter Nachweis des SARS-CoV-2-Virus, so waren es im selben Monat 1.632 Pflegefachkräfte pro 100.000 erwerbstätige AOK-Mitglieder.

Die Studie ist über das Deutsche Ärzteblatt abrufbar.