Archiv der Kategorie: News

Nezahat Baradari: »Ärztinnen und Ärzte können beim Thema Integration positiv vorangehen«

Bereits zum 17. Mal hat die Ärztekammer Nordrhein neue Kammermitglieder zu einem Begrüßungstag eingeladen, um ihnen Gelegenheit zu geben, die Ärztekammer Nordrhein, ihre Funktionen und Aufgaben kennenzulernen.

Den Festvortrag zum Thema »Migration, Medizin und Politik« hielt Nezahat Baradari, Mitglied des Deutschen Bundestags und niedergelassene Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin. Sie rief dazu auf, dass auch Ärztinnen und Ärzten, die ausländische Wurzeln haben, ihre Rechte einfordern und sich aktiv engagieren sollten, entweder in der Ärztekammer, in medizinischen Fachverbänden oder in der Politik.

»Ärztinnen und Ärzte können beim Thema Integration positiv vorangehen«, weil sie die Fähigkeit besäßen, ein Vertrauensverhältnis zu Menschen aufzubauen, das für ein gelungenes Arzt-Patienten-Verhältnis unerlässlich sei, so Baradari.

Geboren in Ankara, wuchs Baradari in Kiel und Ankara auf, schloss ihr drittes Staatsexamen in Kiel mit der Note 1,0 ab und erhielt 2003 ihre Facharztbezeichnung Kinder- und Jugendmedizin. Seit 2008 arbeitet sie als niedergelassene Ärztin im westfälischen Attendorn, seit 2019 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestags.

Zahlreiche ehrenamtlich in der Ärztekammer Nordrhein engagierte Ärztinnen und Ärzte standen am Begrüßungstag für Fragen der neuen Kammermitglieder im Haus der Ärzteschaft zur Verfügung. Der Internist Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, hatte zuvor die Ärztekammer in seinem Eröffnungsreferat vorgestellt.

Besonders gefreut haben wir uns, dass gleich drei Absolventinnen und Absolventen unseres Intensivkurses Fachsprache Medizin an der diesmaligen Begrüßungsveranstaltung für das Ärztliche Gelöbnis teilgenommen haben: Hazem S., Maria P. und Jozsef S. haben nach Seminaren bei uns erfolgreich ihre Anerkennungsprüfungen bestanden und ihre Approbation erhalten.

Berufliche Integration von Geflüchteten in die Pflegeberufe in Nordrhein-Westfalen: Handlungsempfehlungen

welcome@healthcare»Zur gesundheitlichen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger brauchen wir genügend motivierte und qualifizierte Fachkräfte. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales setzt alles daran, um Fachkräfte zu gewinnen und zu qualifizieren. Dazu gehören auch die Potentiale, die geflüchtete Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund für die berufliche Anerkennung oder eine Ausbildung in den Pflege- und Gesundheitsbe­rufen mitbringen.

Mit dem Blick auf die vielen geflüchteten Menschen, die insbesondere in den Jahren 2015 und 2016 ins Land gekommen sind, um hier einen sicheren Ort zum Leben und eine Heimat zu finden, hat sich auch eine neue Zielgruppe ergeben, die es für die Pflege- und Gesundheitsfachberufe zu begeistern gilt. Nordrhein-Westfalen hat diese Chance zur Sicherung von Fachkräften für Pflege- und Gesundheitsfachberufe frühzeitig erkannt.

Mit der Koordinierungsstelle ›welcome@healthcare‹ haben wir einen Ansprechpartner in Nordrhein-Westfalen beauftragt, die Akteurinnen und Akteure vor Ort dabei zu unterstützen, geflüchtete Menschen, die in einem Pflege- oder Gesundheitsfachberuf arbeiten möchten, für diese Berufe zu gewinnen und zu qualifizieren. Denn die berufliche Integra­tion ist der Schlüssel für eine gelingende gesellschaftliche Integration«, schreibt der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in seinem Grußwort, das die Handlungsempfehlungen der Koordinierungsstelle welcome@healthcare vorstellt.

Sebastian Riebandt und sein Team haben in den letzten Jahren Geflüchtete über die Mitarbeit in Pflegeberufen informiert, Akteure vernetzt, Wissen aufbereitet und Projekte initiiert. Das mibeg-Institut hat die Koordinierungsstelle, angesiedelt beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, immer gern unterstützt, auch durch Mitwirkung an Symposien, so bereits am 18. Januar 2018 beim Forum »Gewinnung, Qualifizierung und Integration von geflüchteten Menschen in Pflege- und Gesundheits­fachberufe« in Düsseldorf.

Von der Expertise des Koordinierungsstelle profitierte wiederum auch unser Institut: So referierte Sebastian Riebandt auf dem Get together Pflege NRW 2018 im mibeg-Institut Medizin.

Die Handlungsempfehlungen sind online verfügbar.

»Future For Nurses« auf späteren Zeitpunkt verschoben

Nurses For Future – Future For NursesRund tausend beruflich Pflegende aus ganz Deutschland wollten sich am Samstag, dem 7. März 2020 in Hannover versammeln, um den Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen Nachdruck zu verleihen – unterstützt von 20 Verbänden aus Pflege-, Frauen- und Seniorenpolitik. Die Großkundgebung unter dem Motto »Nurses For Future – Future For Nurses« wird nun vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

»Wir kommen mit der Absage unserer Verantwortung als Pflegefachpersonen in der Gesellschaft nach. Auch an dieser Stelle werden wir keinerlei vermeidbares Risiko für Patienten und Angehörige eingehen«, so Martin Dichter, Vorsitzender des DBfK Nordwest e.V. »Mit der Absage der Kundgebung haben wir uns nicht leichtgetan«, so Dichter weiter. »Aber wir hatten keine andere Wahl mehr. Nun verhindert ausgerechnet dieses Gesundheitssystem, das schon im Alltag am Limit läuft und keine weiteren potenziellen Ausfälle von Pflegefachpersonen kompensieren kann, dass diese sich für ihre Zukunft und die ihrer Patienten versammeln.«

Nichtsdestotrotz hält der DBfK Nordwest an den zentralen Forderungen des Bündnisses fest und wird damit zu einem späteren Zeitpunkt auf die Straße gehen:

Es reicht! – Wir wollen gute Pflege!
1. Qualität der Versorgung mit dem Wissen der Pflegefachpersonen entwickeln – Pflegeberufe haben einen Wert für die Menschen mit einem Pflegebedarf und die Gesellschaft als Ganzes.
2. Recht auf Vollzeit und Mitbestimmung ausbauen – in Teilzeit beschäftigten Frauen in Pflegeberufen droht oft Altersarmut.
3. Übertragung von heilkundlichen Aufgaben in voller Verantwortung und mit entsprechender Vergütung, die im Alltag schon heute von Pflegefachpersonen durchgeführt werden.
4. Verbindliche Aus-, Fort- und Weiterbildungsstandards – bessere Pflege heißt mehr Profession – nicht mehr Hände ohne Qualifikation.
5. Die Selbstverwaltung des Pflegeberufs durch Pflegeberufekammern in allen Bundesländern und im Bund, um gleichberechtigter Partner im Gesundheitssystem zu sein.
6. Eine der Verantwortung und Leistung entsprechende Vergütung.

Weitere Informationen und im Verlauf auch der Nachholtermin finden sich auf der Bündniswebsite future-for-nurses.de.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Regierungserklärung zur Bekämpfung des Coronavirus

Am 4. März 2020 hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Deutschen Bundestag eine Regierungserklärung zum aktuellen Stand der Bekämpfung des neuartigen Coronavirus abgegeben.

Die Rede von Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein und Mitglied des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages, zum Thema Schutzmaßnahmen vor Coronaviren im Rahmen der Aktuellen Stunde des Bundestages am 12. Februar 2020 finden Sie hier, die Rede von Rudolf Henke anlässlich der Regierungserklärung vom 4. März 2020 zur Bekämpfung von Coronaviren hier.

Barbara Rosenthal: Stellungnahme als Sachverständige zum Thema »Prüfverfahren ausländischer Ärzte« für den Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages

Deutscher BundestagFür die öffentliche Anhörung zum Thema Prüfverfahren ausländscher Ärzte am 12. Februar 2020 ist die Erziehungswissenschaftlerin Barbara Rosenthal, Institutsleiterin der mibeg-Institute, als Sachverständige eingeladen. Die Stellungnahme ist über die Website des Deutschen Bundestages verfügbar.

Als weitere Sachverständige sind u.a. der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Hans-Albert Gehle, Carola Dörfler, Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe, Ruth Wichmann, Marburger Bund Bundesverband, Prof. Dr. Karsten Scholz, Bundesärztekammer, Peer Köpf, Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. Simone Heinemann-Meerz, sowie der Studiendekan der Medizinischen Fakultät der Universität Münster, Prof. Dr. Bernhard Marschall, berufen.