Anerkennung: Migration

Das Gedächtnis der Migrationsgesellschaft

Mit der Gründung des »Dokumentationszentrums und Museums über die Migration in Deutschland« (DOMiD) 1990 in Köln begann die Dokumentation und Archivierung von Erinnerungen und Zeitzeugnissen. Autor Manuel Gogos zeichnet in einer Veranstaltung im Literaturhaus Köln am 18. Januar 2022 die Geschichte des Vereins nach und reflektiert dabei über die Musealisierung von Migration und Erinnerungskultur. Vereinsmitgründer Aytaç Eryılmaz und DOMiD-Mitarbeiterin Sandra Vacca sprechen über die Geschichte und die Zukunft des geplanten Migrationsmuseums. Maryam Aras moderiert den Abend.

Das Leben in der Bundesrepublik Deutschland wird von Millionen Migrant*innen mitgeprägt. Lange blieb ihre Geschichte ungeschrieben, doch 1990 begannen die aus der Türkei stammenden Pionier:innen des DOMiD damit, alltagskulturelle Objekte aus der Ära der sogenannten »Gastarbeiter« zusammenzutragen und in Ausstellungen zu präsentieren. Heute umfasst die Sammlung über 150.000 Zeitzeugnisse aus der Migrationsgeschichte Deutschlands seit 1945 bis heute. Diese Sammlung wird ab 2025 in das von DOMiD geplante »Haus der Einwanderungsgesellschaft« überführt, ein Migrationsmuseum mit bundesweiter Reichweite. Autor Manuel Gogos zeichnet in seinem Buch »Das Gedächtnis der Migrationsgesellschaft. DOMiD – ein Verein schreibt Geschichte(n)« (transcript Verlag) die Geschichte des Vereins nach und reflektiert dabei über die Musealisierung von Migration, Erinnerungskultur und antirassistisches Kuratieren.

Im Literaturhaus Köln liest Manuel Gogos aus seinem Buch und erzählt, wie er sich den Schicht für Schicht bei DOMiD abgelagerten Geschichten genähert hat. Der Mitgründer des Vereins Aytaç Eryılmaz gehört als einer der Vorreiter der Musealisierung von Migration zu den Protagonist:innen im Buch und berichtet an diesem Abend über die Frühgeschichte des Vereins. Die Museologin und DOMiD-Mitarbeiterin Sandra Vacca gibt einen Ausblick auf das geplante Migrationsmuseum und erläutert, warum dieses partizipativ gestaltet wird.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Weitere Infos und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie hier.

Studie zu Auswirkungen und Szenarien für Migration und Integration während und nach der Covid-19-Pandemie

Eine Studie speziell zu Fragen der Migration und Integration und ihren Auswirkungen in Bezug auf die Covid-19-Pandemie legen aktuell die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und die Stiftung Mercator vor.

Erarbeitet wurde sie durch das Institut für Politische Wissenschaft, Forschungsbereich Migration, Flucht und Integration. Zu den Autorinnen zählen Petra Bendel, Yasemin Bekyol und Marlene Leisenhammer.

Die Studie übermittelt Kernbotschaften und zeigt auf, wie wichtig eine weitreichende Unterstützung auch in Krisenzeiten sein muss. Einen besonderen Hinweis geben die FAU und die Stiftung Mercator auf ein entschiedenes Vorgehen gegen Rassismus und Diskriminierung.

Die Studie ist über diesen Link abrufbar.

Karl-Josef Laumann: Modellprojekt Familienlotsinnen ist ein großer Erfolg

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen; © Land NRW / Martin Götz

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen; © Land NRW / Martin Götz

In die Regelförderung wird ein Modellprojekt überführt, das im Herbst 2018 gestartet wurde. Zwei Familienlotsinnen unterstützten in Duisburg und Gelsenkirchen zwei Jahre lang die Integration von geflüchteten Frauen mit kleinen Kindern. »Die Familienlotsinnen haben einen wertvollen Beitrag zur Integration der Frauen und damit der ganzen Familie in die Gesellschaft geleistet. Aus meiner Sicht ist das ein Ansatz, der die Integration geflüchteter Frauen oder anderer schwer erreichbarer Zielgruppen auch in anderen Kommunen gut unterstützen kann«, so der Arbeits-, Gesundheits- und Sozialminister des Landes NRW, Karl-Josef Laumann.

Der Minister betont, dass die Integration geflüchteter Menschen in Ausbildung und Arbeit immer besser gelinge, dass es aber nach wie vor eine Aufgabe sei, geflüchtete Frauen mit kleinen Kindern für den Arbeitsmarkt zu gewinnen.

Das Modellprojekt Familienlotsinnen im Ruhrgebiet wurde von der RAG-Stiftung gefördert und in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Duisburg und dem Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen realisiert. Nun wird es im Rahmen der SGB-II-Regelförderung der Jobcenter dauerhaft angeboten.

Weitere Integrationsprojekte sind bereits erfolgreich in die Regelförderung überführt. Hierzu zählen insbesondere Anerkennungsqualifizierungen, die in der Startphase durch das Förderprogramm Integration durch Qualifizierung IQ (IQ Netzwerk) gefördert wurden und nun in Zusammenarbeit mit Arbeitsagenturen und Jobcentern über Bildungsgutscheine realisiert werden.

Nezahat Baradari: »Ärztinnen und Ärzte können beim Thema Integration positiv vorangehen«

Bereits zum 17. Mal hat die Ärztekammer Nordrhein neue Kammermitglieder zu einem Begrüßungstag eingeladen, um ihnen Gelegenheit zu geben, die Ärztekammer Nordrhein, ihre Funktionen und Aufgaben kennenzulernen.

Den Festvortrag zum Thema »Migration, Medizin und Politik« hielt Nezahat Baradari, Mitglied des Deutschen Bundestags und niedergelassene Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin. Sie rief dazu auf, dass auch Ärztinnen und Ärzten, die ausländische Wurzeln haben, ihre Rechte einfordern und sich aktiv engagieren sollten, entweder in der Ärztekammer, in medizinischen Fachverbänden oder in der Politik.

»Ärztinnen und Ärzte können beim Thema Integration positiv vorangehen«, weil sie die Fähigkeit besäßen, ein Vertrauensverhältnis zu Menschen aufzubauen, das für ein gelungenes Arzt-Patienten-Verhältnis unerlässlich sei, so Baradari.

Geboren in Ankara, wuchs Baradari in Kiel und Ankara auf, schloss ihr drittes Staatsexamen in Kiel mit der Note 1,0 ab und erhielt 2003 ihre Facharztbezeichnung Kinder- und Jugendmedizin. Seit 2008 arbeitet sie als niedergelassene Ärztin im westfälischen Attendorn, seit 2019 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestags.

Zahlreiche ehrenamtlich in der Ärztekammer Nordrhein engagierte Ärztinnen und Ärzte standen am Begrüßungstag für Fragen der neuen Kammermitglieder im Haus der Ärzteschaft zur Verfügung. Der Internist Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, hatte zuvor die Ärztekammer in seinem Eröffnungsreferat vorgestellt.

Besonders gefreut haben wir uns, dass gleich drei Absolventinnen und Absolventen unseres Intensivkurses Fachsprache Medizin an der diesmaligen Begrüßungsveranstaltung für das Ärztliche Gelöbnis teilgenommen haben: Hazem S., Maria P. und Jozsef S. haben nach Seminaren bei uns erfolgreich ihre Anerkennungsprüfungen bestanden und ihre Approbation erhalten.

Das Grundgesetz in Deutschland: Bewährte Verfassung oder Verfassung in Bewährung?

Das Grundgesetz hat der zweiten Demokratie in Deutschland über 70 Jahre lang ein festes Fundament gegeben. Mehr noch: Gerade in den aktuellen Auseinandersetzungen im Umgang mit Flucht und Migration, mit Rassismus, Antisemitismus und der Vielfalt von Kulturen, Religionen und Lebensformen wächst der Bezug auf das Gebot der Unantastbarkeit der Würde des Menschen.

Neue Ansprüche auf Partizipation (Kinderrechte, Wahlrecht für alle) auf der einen, nicht eingelöste Gebote (Sozialpflichtigkeit des Eigentums, Gleichstellung der Geschlechter) auf der anderen Seite sowie das Anwachsen antidemokratischer und grundgesetzfeindlicher Kräfte stellen unser Grundgesetz aber vor eine ernste Bewährungsprobe. Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, reflektiert in einer Veranstaltung der Melanchthon-Akademie Köln über den Stellenwert des Grundgesetzes für die deutsche Demokratie.

Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, 5. März 2020, 19.30 bis 21.00 Uhr in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln. Der Eintritt ist frei. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.