Karl-Josef Laumann: »Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitssystem ist eine traurige Veranstaltung«

In einem Interview mit der Zeitschrift »G+G Gesundheit und Gesellschaft« äußert sich Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister des Landes NRW, zum Stand der Digitalisierung:

Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitssystem ist eine traurige Veranstaltung. Ich bin 2023 50 Jahre Mitglied derselben Krankenkasse. Die einzige Innovation meiner Versichertenkarte, die ich erlebt habe, ist das Passbild. Die Defizite im Digitalsektor betreffen etwa die mangelnde Vernetzung von Schwerpunktkrankenhäusern mit Kliniken in den Regionen. Telekonsile gibt es zu wenig und sie müssen regelfinanziert werden. Krankenhäuser und Arztpraxen sind heute hochdigitalisiert. Das System ist aber nicht zum Patienten hin digitalisiert, und sektorübergreifend auch nicht. Immerhin müssen wir Radiologieaufnahmen heute nicht mehr in großen Mappen transportieren.

Dazu ergänzen wir: Das stimmt. Heute müssen Patienten solche Aufnahmen auf CD-ROM selbst aus der Radiologiepraxis abholen und quer durch die ganze Stadt transportieren. . 😉

Bundesagentur für Arbeit vermittelt in knapp zehn Jahren nur rund 5.700 Pflegefachkräfte aus dem Ausland

Laut einem Bericht des Magazins Business Insider hat die Bundesagentur für Arbeit, bezogen auf die vergangenen neun Jahre, nur rund 5.700 Pflegefachkräfte aus dem Ausland vermitteln können. Das Magazin bezieht sich dabei auf eine Kleine Anfrage im Deutschen Bundestag. Demnach hat die Bundesagentur für Arbeit seit 2013 aus Drittstaaten 4.778 und aus dem EU-Ausland 906 Pflegekräfte vermittelt. Das bedeutet, dass umgerechnet aufs Jahr etwa 630 Pflegekräfte vermittelt wurden. Andrea Nahles, Chefin der Bundesagentur für Arbeit, betonte zu ihrem Antritt, dass sie den Fachkräftemangel als eine der drängendsten Aufgaben sehe, besonders im Bereich der Pflege.

Anja Mitrenga-Theusinger im Interview: »Kein Prozess im Krankenhaus ohne ärztlichen Sachverstand«

Sie gehört zu den ärztlichen Topmanagerinnen und führt als Medizinische Geschäftsführerin das Klinikum Leverkusen. Zugleich verantwortet sie als Chefärztin die Zentrale Notaufnahme eines der großen kommunalen Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen. Wir fragen Dr. med. Anja Mitrenga-Theusinger nach den aktuellen Aufgaben, die dem Ärztlichen Direktorat zukommen, und warum sie sich für die berufliche Anerkennung ausländischer Gesundheitsfachkräfte engagiert.

Dr. med. Anja Mitrenga-Theusinger im mibeg-Institut

Dr. med. Anja Mitrenga-Theusinger, Medizinische Geschäftsführerin und Klinikdirektorin des Klinikums Leverkusen, im mibeg-Institut Medizin; © Foto: Barbara Rosenthal

anerkennung-nrw.de: Die Krankenhauslandschaft befindet sich im Dauer-Umbruch. Der Bund kündigt Initiativen an, und das Land NRW arbeitet bereits sehr konkret an einer umfassenden Strukturreform der gesundheitlichen Versorgung. Welche Aufgaben stellen sich einer Ärztin in der Krankenhausleitung aktuell?

Anja Mitrenga-Theusinger: In der Tat befinden wir uns in herausfordernden Zeiten. Krankenhausleitungen müssen heute über gute mittel- und auch langfristige Medizinstrategien verfügen und diese kontinuierlich weiterentwickeln. Als Ärztin in der Leitung des Klinikums Leverkusen sehe ich meine Aufgabe vor allen Dingen darin, die einzelnen medizinischen Abteilungen zu unterstützen in Bezug auf die aktuellen Reformvorhaben, die uns die Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen auferlegt. Unser Ziel ist immer die bestmögliche Patientenversorgung, und um dieses Ziel zu erreichen, braucht es topqualifiziertes und hoch motiviertes Personal. Das ist unsere wichtigste Ressource, und das gilt gleichermaßen für das ärztliche wie das pflegerische Personal. Ich rücke die Personalentwicklung in den Fokus.

Das Klinikum Leverkusen ist eines der großen kommunalen Krankenhäuser in NRW. Mit über 2.500 Mitarbeitenden wird jährlich eine hoch spezialisierte Gesundheitsversorgung für über 30.000 stationäre und gleich viele ambulante Patienten gewährleistet. Nun hat sich das Klinikum entschieden, das Haus mit einer Doppelspitze zu führen. Parallel zur kaufmännischen Geschäftsführung fungieren Sie als Medizinische Geschäftsführerin. Wo sehen Sie Ihren Aufgabenschwerpunkt?

Als Ärztin in der Krankenhausleitung sehe ich eine meiner Hauptaufgaben darin, die Sprache und das Denken der Medizin in die strategischen Entscheidungen des Gesamtunternehmens einfließen zu lassen und der Medizin das Gewicht zu geben, das ihr zukommen muss und das benötigt wird, um eine optimale Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Krankenhäuser sind Wirtschaftsunternehmen und müssen ökonomischen Regeln folgen, aber das „Unternehmen Krankenhaus“ ist weit mehr als eine Organisation, die nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen aufgestellt ist. Hier geht es vor allem darum, Menschen in Krankheit und Not bestmöglich beizustehen, Krankheiten zu kurieren oder zumindest zu lindern. Dafür stehe ich, dafür steht unser Klinikum ein. Um das zu erreichen, bin ich Ansprechpartnerin für die unterschiedlichsten Problemlagen, die sich im Rahmen der direkten Patientenversorgung ergeben. Ich bin Vermittlerin, ich bin Netzwerkerin, ich bin Entscheiderin. Zu meinem Management-Handwerkszeug gehören dabei Prozessanalysen und Transformationen in neue Abläufe. Ein Schwerpunkt hierbei ist derzeit vor allem die Digitalisierung.

Sie tragen nicht nur Verantwortung als Medizinische Geschäftsführerin des Klinikums Leverkusen, sondern Sie sind zugleich Klinikdirektorin der Zentralen Notaufnahme, die jährlich rund 45.000 Patientenkontakte versorgt. Das ist eine große Aufgabenfülle, wie priorisieren Sie da?

Ja, bei beiden Aufgaben handelt es sich um sehr große, teils vielschichtige Themenkomplexe. Ich bin in erster Linie Ansprechpartnerin für viele Mitarbeiter, höre gut zu, sammle möglichst viele Informationen, um dann, wenn es nötig ist, Veränderungen einzuleiten.

Die wirtschaftlich und gesellschaftlich turbulenten Zeiten, die um uns herum toben, machen das Agieren in meinen beiden Hauptarbeitsfeldern nicht gerade einfacher. Aber ich bin immer schon jemand gewesen, der sich seinen Aufgaben mit vollem Elan stellt. Zurzeit setze ich die Schwerpunkte möglichst so, dass ich viele wichtige Prozesse anstoßen kann, die uns rasch in bessere Positionen versetzen. Und in beiden Bereichen verfüge ich über hervorragende Teams, die perfekt Routinearbeiten bewältigen und darüber hinaus mit ihrer Kenntnis und ihrem Engagement Großartiges für unsere Patienten leisten.

Selbstverständlich steht jetzt ganz oben auf meiner Agenda, die anstehende Krankenhausplanung und ihre Auswirkungen auf das Klinikum Leverkusen zu schultern und gute Regelungen für unser Krankenhaus zu finden.

»Der Arzt in der Krankenhausleitung muss immer das gesamte Haus im Blick haben«

Klinikum Leverkusen; © A. Savin, WikiCommons

Klinikum Leverkusen; © A. Savin, WikiCommons

Die Diskussion um die Einbindung der ärztlichen Führung in die Krankenhausleitung wird seit Jahren geführt. Teils entscheiden sich die Krankenhäuser für eine hauptberufliche, teils für eine nebenberufliche ärztliche Direktion. Wo sehen Sie Vor- und Nachteile der jeweiligen Amtsausübung?

Beide Spielarten sind sicherlich möglich. Allerdings ist eine „aktive“ Medizinische Geschäftsführung – oder in anderen Krankenhausstrukturen das Ärztliche Direktorat – extrem wichtig und natürlich auch sehr zeitintensiv, sodass eine ehrenamtliche Befassung allein heutzutage nicht mehr ausreicht. Es erfordert ein besonderes Rollenverständnis als leitender Arzt, da man sich freimachen muss von abteilungsbezogenen Interessen. Der Arzt in der Krankenhausleitung muss immer das gesamte Haus im Blick haben. Alles ist für die Patientenversorgung relevant, und es gibt faktisch keinen Bereich mehr in einer Klinik, der nicht direkt oder indirekt mit der Patientenversorgung zu tun hat. Eine Doppelstruktur als Chefärztin und Medizinische Geschäftsführerin kann im positiven Sinne genutzt werden, da man sich nicht vom klinischen Alltag entfernt. Selbstverständlich gilt es einerseits Arbeitsteilung, andererseits aber auch Priorisierung vorzunehmen, um sich um die wichtigen Dinge kümmern zu können. Weiterlesen

Mit Vergnügen lernen: mibeg-Institut bereitet auf die ärztliche Kenntnisprüfung vor

mibeg-Institut Medizin qualifiziert für die ärztliche Kenntnisprüfung: Hier mit Prof. Dr. med. Malte Ludwig

Gute Stimmung und große Lernfreude im mibeg-Institut Medizin, auch in unserer 101. Weiterbildung Qualifizierung für Klinik und Praxis. Zielgerichtet geht es auf die Fachsprachprüfung und die Kenntnisprüfung. Mittendrin der strahlende Referent von heute, Prof. Dr. med. Malte Ludwig.

Dass die Ärztinnen und Ärzte mit Begeisterung im Seminar dabei sind, zeigt das spontane Foto, das uns Prof. Ludwig übermittelte.

Liebe Teilnehmende des Seminars Qualifizierung für Klinik und Praxis: Es ist auch uns eine große Freude mit Ihnen zusammenzuarbeiten! Die Kliniken in Deutschland freuen sich schon auf Ihre Mitwirkung.

Kenntnisprüfungen bestanden, Arbeitsverträge unterzeichnet, als Pflegefachkraft in Rheinland-Pfalz gestartet

Praxisseminar Pflege: zu 100 Prozent erfolgreich die Kenntnisprüfung in Rheinland-Pfalz bestanden

Praxisseminar Pflege: zu 100 Prozent erfolgreich die Kenntnisprüfung in Rheinland-Pfalz bestanden. Marienhaus-Gruppe und mibeg-Institut Medizin realisieren Weiterbildungen für ausländische Pflegefachkräfte

Das mibeg-Institut Medizin und die Marienhaus-Gruppe haben erfolgreich ein Praxisseminar Pflege in Rheinland-Pfalz realisiert: Die Pflegefachkräfte im Marienhaus Klinikum im Kreis-Ahrweiler haben zu 100 Prozent erfolgreich bestanden.

Der Start war alles andere als einfach, die Corona-Pandemie und auch die Hochwasserkatastrophe haben Bad Neuenahr-Ahrweiler vor große Herausforderungen gestellt und von allen, die für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung in der Region zuständig sind, Höchstleistungen abverlangt. Qualifizierte Fachkräfte in der Pflege werden dringend gebraucht. Die Gewinnung ausländischer Pflegefachkräfte ist hierbei ein wichtiger Meilenstein.

Mit dem erfolgreich erprobten Konzept des Praxisseminars Pflege des mibeg-Instituts werden aus dem Ausland kommende Fachkräfte gezielt auf die Arbeit in Kliniken vorbereitet. Ziel des Seminars ist die rasche Berufsanerkennung über die Kenntnisprüfung.

Und es ist gelungen: Alle teilnehmenden Pflegefachkräfte haben die anspruchsvolle Prüfung vor dem Landesprüfungsamt bestanden. Die Begeisterung im Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler ist groß.

Die Pflegefachkräfte wurden herzlich aufgenommen und in sechs Monaten theoretisch und praktisch qualifiziert. Möglich wurde dies durch die versierten Praxisanleiter/innen, die auch unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie und des Wiederaufbaus nach den Flutschäden Großartiges leisteten.

Flyer Praxisseminar PflegeDas Praxisseminar Pflege wurde vom mibeg-Institut zunächst im Rahmen eines bundesweiten Förderprogramms zur Anerkennung entwickelt und an Universitätsklinika, frei-gemeinnützigen und kommunalen Krankenhausträgern in NRW realisiert und bereits mehrfach erfolgreich umgesetzt. Dass sich das Curriculum auch sehr gut in Rheinland-Pfalz handhaben lässt, zeigten die engagierten Pflegepädagog/innen der Marienhaus-Gruppe und die sehr guten Ergebnisse der Absolvent/innen, die alle bestanden haben.

Das Praxisseminar Pflege ist für die Regelförderung zertifiziert. Alle Teilnehmenden können zu 100 Prozent öffentlich über Bildungsgutscheine gefördert werden. Ein besonders großes Dankeschön möchten wir den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Rheinland-Pfalz sagen, insbesondere dem Team der Agentur für Arbeit Andernach.