Anerkennung: Arbeitsmarkt Pflege

Bundesagentur für Arbeit vermittelt in knapp zehn Jahren nur rund 5.700 Pflegefachkräfte aus dem Ausland

Laut einem Bericht des Magazins Business Insider hat die Bundesagentur für Arbeit, bezogen auf die vergangenen neun Jahre, nur rund 5.700 Pflegefachkräfte aus dem Ausland vermitteln können. Das Magazin bezieht sich dabei auf eine Kleine Anfrage im Deutschen Bundestag. Demnach hat die Bundesagentur für Arbeit seit 2013 aus Drittstaaten 4.778 und aus dem EU-Ausland 906 Pflegekräfte vermittelt. Das bedeutet, dass umgerechnet aufs Jahr etwa 630 Pflegekräfte vermittelt wurden. Andrea Nahles, Chefin der Bundesagentur für Arbeit, betonte zu ihrem Antritt, dass sie den Fachkräftemangel als eine der drängendsten Aufgaben sehe, besonders im Bereich der Pflege.

Andreas Westerfellhaus: »Wir brauchen sich sinnvoll ergänzende Personalkonzepte in der Pflege, die sich nicht kannibalisieren«

Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, hat ein eindeutiges Plädoyer zur Begrenzung der Leiharbeit in der Pflege abgegeben. Bezogen auf die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, den Einsatz von Leiharbeit in der Pflege einzudämmen, führte Westerfellhaus aus: »Ich begrüße und unterstütze dieses Vorhaben. Der Einsatz von Leiharbeitnehmern sollte ursprünglich zur kurzfristigen Überbrückung von Arbeitsspitzen erfolgen. Davon sind wir aber schon weit entfernt. Wir brauchen wieder sich sinnvoll ergänzende Personalkonzepte, die sich nicht kannibalisieren und Unfrieden stiften.«

Ohne den gravierenden Fachkräftemangel würde das Geschäftsmodell der Leiharbeitsfirmen nicht funktionieren, führte Westerfellhaus aus und verdeutlichte, dass die jetzigen Modelle den Fachkräftemangel noch verschärfen. Ausdrücklich bezog Westerfellhaus in seinem Statement zur Begrenzung der Leiharbeit in der Pflege auch die Langzeitpflege- und die Rehaeinrichtungen mit ein: »Das Problem beschränkt sich ja nicht nur auf Krankenhäuser.« Weiterlesen

Schlechtere Arbeitsbedingungen für Migranten in Pflegeeinrichtungen

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet aktuell unter Bezugnahme auf eine Analyse der Hans Böckler Stiftung über die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften mit Migrationshintergrund in Deutschland. Die Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Hildegard Theobald, Professorin für Organisationelle Gerontologie an der Universität Vechta, beruht auf Befragungsdaten von 2005 bis 2012. Im Ergebnis besagt die Studie, dass Alten- und Krankenpfleger mit Migrationshintergrund häufiger unbezahlte Überstunden ableisten müssen, häufiger der Kritik von Bewohnern und ihren Angehörigen ausgesetzt sind und seltener in dienstliche Besprechungen einbezogen würden.

Die Studie, die sich insbesondere der Situation in den Ländern Deutschland, Schweden und Japan widmet, konstatiert, dass vergleichbare Studien in anderen Ländern keine solchen  Ungleichbehandlungen wie in Deutschland festgestellt hätten. Weiterlesen

Praxisseminar Pflege im Universitätsklinikum Düsseldorf bereitet auf die Kenntnisprüfung vor

Pflegekräfte aus aller Welt bereiten sich mit dem mibeg-Institut Medizin und dem Universitätsklinikum Düsseldorf auf die Kenntnisprüfung vor

Pflegekräfte aus aller Welt bereiten sich mit dem mibeg-Institut Medizin und dem Universitätsklinikum Düsseldorf auf die Kenntnisprüfung vor

Das dritte Praxisseminar Pflege zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung, das gezielt in sechs Monaten zur beruflichen Anerkennung führt, ist an den Start gegangen. Die fröhlich gestimmte Gruppe bereitet sich gezielt in drei Monaten Theorie und drei Monaten Praxis mit den Pflegeexperten des Universitätsklinikums Düsseldorf auf die Kenntnisprüfung vor. Die Absolventen können in sechs Monaten als examinierte Krankenpflegekräfte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Das Praxisseminar Pflege ist als Modellprojekt durch das mibeg-Institut Medizin mit führenden Pflegeexperten entwickelt worden. Es bereitet aus dem Ausland kommende Gesundheits- und Krankenpfleger auf ihre berufliche Anerkennung vor. Die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer stellen sich am Ende der Fortbildung einer anspruchsvollen Kenntnisprüfung unter Vorsitz des Landesprüfungsamtes.

Mit dem Praxisseminar Pflege ist ein Anerkennungsweg geschaffen worden, der die oft langwierigen, bis zu 19 Monate dauernden Fortbildungen ablöst und eine rasche und strukturierte Qualifizierung darstellt. Der Termin der Kenntnisprüfung gegen Kursende bietet zugleich große Planungssicherheit für die berufliche Anerkennung. Zuvor mussten aus dem Ausland kommende Krankenpfleger, die sich einer Kenntnisprüfung stellen mussten, oft lange auf einen Prüfungstermin warten. Weiterlesen

Lukaskrankenhaus Neuss: Exzellent aufgestellt mit hervorragender Personalpolitik

Das Lukaskrankenhaus Neuss weist aktuell einen Rekordgewinn aus und gehört damit zu den Kliniken, die gut für die Zukunft gerüstet sind. Das Management des Städtischen Klinikums gab nun ein entsprechendes Interview und zeigte die vielen Faktoren auf, die zum Erfolg des Krankenhauses führen und eine entsprechend gute Patientenversorgung ermöglichen.

Dass ein solches Leistungsangebot besteht, verdankt das Klinikum, so die Verwaltungsspitze, den Mitarbeitern in allen Bereichen, die eine großartige Gemeinschaftsleistung erbracht hätten. »Beispielhaft nenne ich einmal den Pflegebereich, der von Andrea Albrecht verantwortet wird. Dort profitieren wir von dem sogenannten Flexpool, dessen Mitarbeiter wir sehr variabel nach Bedarf einsetzen können. So haben wir 2017 den Einsatz auswärtiger Honorarkräfte deutlich gedrosselt. Außerdem hilft der Pool den Mitarbeitern, die sich nicht an fixe Arbeitszeiten binden können oder wollen. (…) Pflegekräfte von Vermittlungsagenturen kosten uns mehr als doppelt so viel wie festangestellte Mitarbeiter. Nicht nur deswegen ist es sinnvoll, feste Arbeitsplätze zu schaffen«, so Mitarbeiter der Geschäftsleitung gegenüber RP online.

Das Lukaskrankenhaus ist zudem sehr engagiert bei der Gewinnung und Integration ausländischer Fachkräfte in Pflege und Medizin. Pflegedirektorin Andrea Albrecht gehört dem Wissenschaftlichen Beirat des Programms IQuaMed am mibeg-Institut Medizin an.