Anerkennung: Ärztekammer Nordrhein

Heilkunst braucht Sprachkunst: Ärzte weisen auf die Notwendigkeit der guten sprachlichen Qualifizierung hin

Prof. Dr. med. Fuat Hakan Saner arbeitet als Oberarzt an der Uniklinik Essen, als Kardiologe ist Dr. med. univ. Feras El-Hamid am Kreiskrankenhaus Waldbröl tätig, und Alexis Theodorou gehört zum Team Chirurgie der Uniklinik Bonn. Diese drei Ärzte verbindet ihr Engagement für den Marburger Bund, aber auch ihr Einsatz für eine hohe sprachliche Kompetenz von Ärztinnen und Ärzten, die der Schlüssel für eine sichere Patientenversorgung ist.

In einem gemeinsamen Aufsatz für die Marburger Bund Zeitung 7 / 2019 verdeutlichen die Mediziner: »Wir wissen, als Ärztin oder Arzt muss man sich sprachlich flexibel und dynamisch in beruflichen Alltagssituationen bewegen können. Die Sprachinhalte müssen so verstanden und – mündlich wie schriftlich – weitergegeben werden, dass Missverständnisse vermieden werden. Wir Ärzte benötigen eine berufsspezifische Sprachkompetenz. Missverständnisse könnten fatale Folgen haben.«

Die drei Mediziner weisen nicht nur auf die Fachsprachprüfungen hin, die durch die Landesärztekammern abgenommen werden, sondern auch auf gezielte Hilfestellung, die der Marburger Bund für ausländische Ärztinnen und Ärzte anbietet: »Gemeinsam mit dem mibeg-Institut Medizin bieten wir spezielle Intensivkurse Fachsprache Medizin an, die gezielt auf die Prüfung vorbereiten.«

Die drei klinisch tätigen Ärzte nennen als Ziel ihres Engagements: »Wir wollen eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung in Krankenhäusern sicherstellen. Uns ist es wichtig, dass die aus dem Ausland kommenden Kolleginnen und Kollegen fachlich wie sprachlich gut vorbereitet in den Beruf starten.«

Interdisziplinäre und interkulturelle Fortbildungsveranstaltung »Frauen und Medizin«

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. med. Solmaz Golsabahi-Broclawski findet am Samstag, 9. November 2019 in der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe in Dortmund eine Fortbildungsveranstaltung »Frauen und Medizin« statt, die von der Akademie für medizinische Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe, dem deutschen Ärztinnenbund und dem Medizinischen Institut für transkulturelle Kompetenz MITK ausgerichtet wird.

Unter der Moderation von Prof. Dr. Dr. med. Bettina Pfleiderer, Past-Präsidentin des Weltärztinnenbunds, Institut für klinische Radiologie am Universitätsklinikum Münster, stehen Themen wie »Frauengesundheit und Rollenverständnis im globalen Kontext« und »Krank und/oder gesund in der Fremde – Rolle des öffentlichen Gesundheitsdienstes« im Fokus. Zu den Referentinnen gehört Dr. med. Christiane Groß, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes und Mitglied des Vorstands der Ärztekammer Nordrhein.

Weitere Informationen und die Möglichkeit der Anmeldung finden Sie auf der Website der Akademie für medizinische Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Fachsprachprüfung: Hohe Anforderungen, gute Vorbereitung wichtig

Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, hat gegenüber den Aachener Nachrichten gesagt, dass die Fachsprachprüfung für aus dem Ausland kommende Ärzte ein »unverzichtbares Element der Qualitätssicherung« sei. »Wer da durchfällt, muss sich besser vorbereiten. Dafür gibt es spezielle Fachsprachkurse. Die Medizin ist leider sprachlich genauso kompliziert wie fachlich«, sagte Henke, der zugleich Vorsitzender des Marburger Bundes Bundesverband ist.

Präsident Henke wies darauf hin, dass im vergangenen Jahr 1.078 ärztliche Fachsprachprüfungen durch die Ärztekammer Nordrhein durchgeführt wurden, von denen 524 bestanden wurden. Seit vier Jahren werden diese Fachsprachprüfungen angeboten und haben im Durchschnitt eine 50-prozentige Nichtbestehensquote.

Die Aachener Nachrichten verwiesen in diesem Zusammenhang auch auf die Verlautbarung des Deutschen Patientenschutzbundes, der viele Rückmeldungen über wachsende Kommunikationsprobleme bekommt. Besonders dramatisch sei die Situation in Kur- und Rehakliniken, in denen manchmal laut Patientenschutzbund nur »mit Händen und Füßen gearbeitet« würde. Medizin aber »funktioniert nur über Gespräche«.

Gemeinsam mit dem Marburger Bund bietet das mibeg-Institut Medizin mit dem Intensivkurs Fachsprache Medizin eine gezielte Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung mit hohen Bestehensquoten unserer Absolventen an.

Intensivkurs Fachsprache Medizin zur Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung startet erneut

Andreas Höffken, Marburger Bund, (links oben) und Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuen sich über den Start des Intensivkurses Fachsprache Medizin bei ersten Frühlingsstrahlen

Auf Andreas Höffken, Geschäftsführer des Marburger Bund Landesverbands NRW / RLP, und die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte wartete zum heutigen Auftakt der Weiterbildung »Intensivkurs Fachsprache Medizin« die Frühlingssonne. Im mibeg-Institut Medizin trainieren die Ärztinnen und Ärzte die medizinische Fachsprache, um sich mit Patientinnen, Angehörigen und Fachkollegen gut verständigen zu können. Trainiert werden klassische Gesprächssituationen, die in Kliniken und Praxen zum Alltag gehören. Die medizinische Fachsprache, wie sie in Deutschland gebräuchlich ist, wird vor allem in den thematischen Schwerpunkten Innere Medizin, Chirurgie, Pharmakologie, Radiologie, Strahlenschutz, Notfallmedizin und Hygiene unterrichtet. Die Nutzung medizinischer Datenbanken ist ebenso Thema des Seminars wie die rechtlichen Grundlagen ärztlichen Handelns. Das Seminar wird mit Unterstützung durch leitende Ärztinnen und Ärzte als Dozenten in Präsenzform durchgeführt. Viele erfolgreiche Absolventen haben die Fachsprachprüfung vor den Landesärztekammern bereits erfolgreich bestanden und arbeiten in deutschen Kliniken. Wir sind zuversichtlich, auch die Teilnehmer dieser gutgelaunten Seminargruppe werden ebenso erfolgreich ihren Berufsstart als Arzt in Deutschland angehen.

Überraschungsbesuch im mibeg-Institut Medizin

Überraschungsbesuch bei der IQuaMed-Projektleiterin Dr. med. Karin Gömann

Überraschungsbesuch bei der IQuaMed-Projektleiterin Dr. med. Karin Gömann

Ein spontaner Besuch einer Absolventin im mibeg-Institut Medizin bei Seminarleiterin Carina Schmidt erfreute auch die Dozentin und die Teilnehmer eines der laufenden Seminare, mit denen sich Ärztinnen und Ärzte auf die Fachsprach- und Kenntnisprüfung vorbereiten. Nasima Asgari-Rad hat ein Seminar der Reihe »Qualifizierung für Klinik und Praxis« erfolgreich absolviert und im Februar letzten Jahres abgeschlossen. Vor Seminarbeginn war sie nur drei Wochen in Deutschland. Sie hatte bereits in ihrem Herkunftsland Iran sehr gut Deutsch gelernt. Mit dem Seminar Qualifizierung für Klinik und Praxis bereitete sie sich gezielt auf die anstehenden Prüfungen vor, die sie vor Erteilung der Approbation bestehen musste.

Direkt nach Seminarabschluss, bereits im April 2018, legte sie ihre Fachsprachprüfung vor der Ärztekammer Nordrhein erfolgreich ab und arbeitete anschließend als Ärztin mit Berufserlaubnis nach § 10 der Bundesärzteordnung (BÄO). Nun stand die Kenntnisprüfung an der Universität Münster an, die sie im Januar 2019 ebenfalls mit Bravour gemeistert hat. Weiterlesen