Anerkennung: Integration

Lernen über Migration

Deutschland ist Zuwanderungsland. Hier leben 21,9 Millionen Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund. Das Diskutieren und Recherchieren über Migration, Integration und  Rassismus sind fester Bestandteil medialer und privater Debatten. Der Mediendienst Integration und das Erich-Brost-Institut haben eine interaktive Online-Lernplattform gestartet, die hilft, sich mit den Themen auseinanderzusetzen.

Studie zu Auswirkungen und Szenarien für Migration und Integration während und nach der Covid-19-Pandemie

Eine Studie speziell zu Fragen der Migration und Integration und ihren Auswirkungen in Bezug auf die Covid-19-Pandemie legen aktuell die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und die Stiftung Mercator vor.

Erarbeitet wurde sie durch das Institut für Politische Wissenschaft, Forschungsbereich Migration, Flucht und Integration. Zu den Autorinnen zählen Petra Bendel, Yasemin Bekyol und Marlene Leisenhammer.

Die Studie übermittelt Kernbotschaften und zeigt auf, wie wichtig eine weitreichende Unterstützung auch in Krisenzeiten sein muss. Einen besonderen Hinweis geben die FAU und die Stiftung Mercator auf ein entschiedenes Vorgehen gegen Rassismus und Diskriminierung.

Die Studie ist über diesen Link abrufbar.

Bericht der Fachkommission der Bundesregierung zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit

»Deutschland hat sich in Europa zum mit Abstand wichtigsten Zielland für Migration entwickelt; weltweit liegt es nach den USA auf Platz 2. Damit ist es de facto ein Einwanderungsland. Migration ist ein integraler Bestandteil der deutschen Gesellschaft.«

Mit diesen Sätzen beginnt der Bericht der Fachkommission der Bundesregierung zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit »Gemeinsam die Einwanderungsgesellschaft gestalten«.

Fachkommission Integrationsfähigkeit übergibt Bericht

Fachkommission Integrationsfähigkeit übergibt Bericht; © Quelle: Bundesregierung / Bergmann

Der Abschlussbericht wurde am 20. Januar 2021 Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel übergeben. Er enthält eine Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen, gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen für Integration sowie Impulse und Empfehlungen, wie diese weiterentwickelt werden können. Der Bericht ist ein Auftrag des Koalitionsvertrages. Der Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, haben die Fachkommission federführend begleitet.

Die Kernaussagen des Berichts:

  1. Deutschland ist ein vielfältiges Einwanderungsland
  2. Migration bietet Chancen, wenn Integration gelingt
  3. Zielkonflikte zwischen Asyl-und Integrationspolitik müssen anerkannt und so weit wie möglich reduziert werden
  4. Integration ist eine Daueraufgabe, die alle betrifft
  5. Integration bedeutet Teilhabe, Repräsentanz und Anerkennung
  6. Aktive Unterbindung von Diskriminierung und ein respektvoller Umgang miteinander sind Voraussetzungen für Teilhabe und Teilnahme
  7. Gängige Begriffe müssen hinterfragt werden
  8. Chancengleichheit in der Bildung ist unabdingbar
  9. Die Fähigkeiten von Eingewanderten sollten besser genutzt, ihre Kompetenzen gestärkt werden
  10. Eine vorausschauende Einwanderungspolitik kann die Integration in den Arbeitsmarkt verbessern
  11. Integration erfordert eine nachhaltige Stadtentwicklungs- und eine soziale Wohnungspolitik
  12. Gleiche Gesundheitschancen sind eine Voraussetzung für erfolgreiche Integration
  13. Rassismus, Hasskriminalität und Terrorismus gefährden die Substanz der Gesellschaft
  14. Integration ist eine Investition in die Zukunft

Hier finden Sie den Bericht in deutscher und englischer Sprache.

Karl-Josef Laumann: Modellprojekt Familienlotsinnen ist ein großer Erfolg

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen; © Land NRW / Martin Götz

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen; © Land NRW / Martin Götz

In die Regelförderung wird ein Modellprojekt überführt, das im Herbst 2018 gestartet wurde. Zwei Familienlotsinnen unterstützten in Duisburg und Gelsenkirchen zwei Jahre lang die Integration von geflüchteten Frauen mit kleinen Kindern. »Die Familienlotsinnen haben einen wertvollen Beitrag zur Integration der Frauen und damit der ganzen Familie in die Gesellschaft geleistet. Aus meiner Sicht ist das ein Ansatz, der die Integration geflüchteter Frauen oder anderer schwer erreichbarer Zielgruppen auch in anderen Kommunen gut unterstützen kann«, so der Arbeits-, Gesundheits- und Sozialminister des Landes NRW, Karl-Josef Laumann.

Der Minister betont, dass die Integration geflüchteter Menschen in Ausbildung und Arbeit immer besser gelinge, dass es aber nach wie vor eine Aufgabe sei, geflüchtete Frauen mit kleinen Kindern für den Arbeitsmarkt zu gewinnen.

Das Modellprojekt Familienlotsinnen im Ruhrgebiet wurde von der RAG-Stiftung gefördert und in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Duisburg und dem Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen realisiert. Nun wird es im Rahmen der SGB-II-Regelförderung der Jobcenter dauerhaft angeboten.

Weitere Integrationsprojekte sind bereits erfolgreich in die Regelförderung überführt. Hierzu zählen insbesondere Anerkennungsqualifizierungen, die in der Startphase durch das Förderprogramm Integration durch Qualifizierung IQ (IQ Netzwerk) gefördert wurden und nun in Zusammenarbeit mit Arbeitsagenturen und Jobcentern über Bildungsgutscheine realisiert werden.

Nezahat Baradari: »Ärztinnen und Ärzte können beim Thema Integration positiv vorangehen«

Bereits zum 17. Mal hat die Ärztekammer Nordrhein neue Kammermitglieder zu einem Begrüßungstag eingeladen, um ihnen Gelegenheit zu geben, die Ärztekammer Nordrhein, ihre Funktionen und Aufgaben kennenzulernen.

Den Festvortrag zum Thema »Migration, Medizin und Politik« hielt Nezahat Baradari, Mitglied des Deutschen Bundestags und niedergelassene Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin. Sie rief dazu auf, dass auch Ärztinnen und Ärzten, die ausländische Wurzeln haben, ihre Rechte einfordern und sich aktiv engagieren sollten, entweder in der Ärztekammer, in medizinischen Fachverbänden oder in der Politik.

»Ärztinnen und Ärzte können beim Thema Integration positiv vorangehen«, weil sie die Fähigkeit besäßen, ein Vertrauensverhältnis zu Menschen aufzubauen, das für ein gelungenes Arzt-Patienten-Verhältnis unerlässlich sei, so Baradari.

Geboren in Ankara, wuchs Baradari in Kiel und Ankara auf, schloss ihr drittes Staatsexamen in Kiel mit der Note 1,0 ab und erhielt 2003 ihre Facharztbezeichnung Kinder- und Jugendmedizin. Seit 2008 arbeitet sie als niedergelassene Ärztin im westfälischen Attendorn, seit 2019 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestags.

Zahlreiche ehrenamtlich in der Ärztekammer Nordrhein engagierte Ärztinnen und Ärzte standen am Begrüßungstag für Fragen der neuen Kammermitglieder im Haus der Ärzteschaft zur Verfügung. Der Internist Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, hatte zuvor die Ärztekammer in seinem Eröffnungsreferat vorgestellt.

Besonders gefreut haben wir uns, dass gleich drei Absolventinnen und Absolventen unseres Intensivkurses Fachsprache Medizin an der diesmaligen Begrüßungsveranstaltung für das Ärztliche Gelöbnis teilgenommen haben: Hazem S., Maria P. und Jozsef S. haben nach Seminaren bei uns erfolgreich ihre Anerkennungsprüfungen bestanden und ihre Approbation erhalten.