Anerkennung: IQuaMed

Der Pflegeberuf im internationalen Vergleich

Aktuell befassen wir uns gemeinsam mit vielen Kooperationspartnern mit der Anerkennung und Integration ausländischer Pflegekräfte. Zahlreiche Qualifizierungsmöglichkeiten für ausländische Pflegekräfte über modularisierte Anpassungslehrgänge und das Praxisseminar Pflege zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung werden noch in diesem Jahr starten.

Da ist es immer gut, auch einen Blick über die Grenzen zu tun, um zu wissen, welches Verständnis von Pflege in anderen Ländern praktiziert wird. So schreibt Prof. Dr. Boris Augursky vom Rheinisch-westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) aktuell auf BibliomedManager: »Während in Deutschland am Verständnis der ärztlichen Delegation festgehalten wird, findet in anderen Ländern eine stärker partnerschaftlich angelegte, teamorientierte und gesetzlich legitimierte Aufgabenverteilung zwischen Ärzten und Pflegekräften statt, wie aktuell die Studie ›Aus anderen Ländern lernen‹ von Professor Ewers im Auftrag der Stiftung Münch feststellte. Beispielsweise leiten nördlich von Toronto sogenannte Nurse Practitioners Praxen für die gesundheitliche Primärversorgung. Sie übernehmen die Verantwortung für die Betreuung von Patienten, dürfen Rezepte ausstellen und Impfungen durchführen. Für die Bevölkerung in ländlich geprägten Gegenden ist dieses Angebot ein Segen. Aber auch innerhalb der Pflege ist der Qualifikationsmix in anderen Ländern weitaus breiter. Auf der einen Seite übernehmen akademisierte Pflegekräfte Verantwortung für ein ganzes Team, auf der anderen Seite üben Pflegehilfskräfte unter deren Anleitung einfachere Tätigkeiten aus. Dies erfordert eine stärkere Ausdifferenzierung der Tätigkeiten in der Pflege.«

Zugleich verbindet Boris Augursky diese Aussage mit einer scharfen Kritik am neuen Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG). Dieses Gesetz gehe den gegenteiligen Weg und schaffe mit der Selbstkostendeckung starke Anreize dafür, dass examinierte Pflegekräfte zukünftig möglicherweise für alle anfallenden Hilfstätigkeiten eingesetzt werden sollen.

Ein Anreizsystem, spezialisierte Pflegefachkräfte aus dem Ausland hierzulande zu binden, wird damit kaum geschaffen.

Intensivkurs Fachsprache Medizin zur Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung startet erneut

Andreas Höffken, Marburger Bund, (links oben) und Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuen sich über den Start des Intensivkurses Fachsprache Medizin bei ersten Frühlingsstrahlen

Auf Andreas Höffken, Geschäftsführer des Marburger Bund Landesverbands NRW / RLP, und die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte wartete zum heutigen Auftakt der Weiterbildung »Intensivkurs Fachsprache Medizin« die Frühlingssonne. Im mibeg-Institut Medizin trainieren die Ärztinnen und Ärzte die medizinische Fachsprache, um sich mit Patientinnen, Angehörigen und Fachkollegen gut verständigen zu können. Trainiert werden klassische Gesprächssituationen, die in Kliniken und Praxen zum Alltag gehören. Die medizinische Fachsprache, wie sie in Deutschland gebräuchlich ist, wird vor allem in den thematischen Schwerpunkten Innere Medizin, Chirurgie, Pharmakologie, Radiologie, Strahlenschutz, Notfallmedizin und Hygiene unterrichtet. Die Nutzung medizinischer Datenbanken ist ebenso Thema des Seminars wie die rechtlichen Grundlagen ärztlichen Handelns. Das Seminar wird mit Unterstützung durch leitende Ärztinnen und Ärzte als Dozenten in Präsenzform durchgeführt. Viele erfolgreiche Absolventen haben die Fachsprachprüfung vor den Landesärztekammern bereits erfolgreich bestanden und arbeiten in deutschen Kliniken. Wir sind zuversichtlich, auch die Teilnehmer dieser gutgelaunten Seminargruppe werden ebenso erfolgreich ihren Berufsstart als Arzt in Deutschland angehen.

Konzertierte Aktion Pflege: 111-Punkte-Programm startet auf Bundesebene

Gleich drei Bundesminister, zuständig für die Ressorts Gesundheit, Arbeit und Familie, haben das Programm »Konzertierte Aktion Pflege« vorgestellt. Das Familien-, Arbeits- sowie das Gesundheitsministerium wollen mit einem 111-Punkte-Programm mehr Menschen für Pflegeberufe gewinnen. Zentrale Punkte sind die Abschaffung des Schulgelds, die Vergütung für Auszubildende sowie über 5.000 Weiterbildungsmöglichkeiten für »Nachqualifizierung und Umschulung«, die einen leichteren Wechsel in den Beruf ermöglichen sollen.

Die Konzertierte Aktion Pflege wurde im Juli 2018 gestartet und bezieht viele Akteure ein, darunter Pflegeberufs- und Pflegeberufsausbildungsverbände, Pflege- und Krankenkassen, Verbände der Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, die Bundesagentur für Arbeit, die Sozialpartner und weitere Experten, die dem Dachgremium angehören. Über die fünf Thermenschwerpunkte informiert übersichtlich die Website des Bevollmächtigten der Bundesregierung für die Pflege: Weiterlesen

Fachkräftemangel im Rettungsdienst: Notfallsanitäter gesucht

Qualifizierung für Klinik und Praxis: Praxisnah Medizin lernenAktuell weisen Hilfsorganisationen auf einen Fachkräftemangel im Rettungsdienst hin. Rettungsdienste wie das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe oder die Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen suchen dringend Notfallsanitäter.

Bereits 2014 wurde der Beruf des Notfallsanitäters neu geschaffen und löst damit langfristig den Beruf des Rettungsassistenten ab. Allerdings gab es, so das Deutsche Ärzteblatt, Verzögerungen bei der Ausbildung von Notfallsanitätern, da die Krankenkassen die Ausbildungskosten nicht zu 100 Prozent finanzieren wollen. Bis Ende 2020, so führt das Ärzteblatt aus, ist noch eine Ergänzungsprüfung zum Notfallsanitäter möglich, mit der die bisherigen Rettungsassistenten sich auf den Abschluss Notfallsanitäter vorbereiten können. Die schwierige Ausbildungssituation erschwert auch die berufliche Einmündung von aus dem Ausland kommenden Fachkräften, die sich um eine Gleichwertigkeit bemühen.

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium MAGS hofft auf eine schnelle Klärung der Problematik.

 

Informationsseminar »Wege zur Anerkennung« des mibeg-Instituts Medizin

Informationsseminar »Wege zur Anerkennung«Zahlreiche Krankenpfleger/innen, Ärzt/innen, Apotheker/innen, Zahnärzt/innen und Physiotherapeut/innen nahmen heute wieder am Informationsseminar »Wege zur Anerkennung« teil, um sich genau zu informieren, welche Schritte sie zur Erlangung der beruflichen Anerkennung in Deutschland gehen müssen und welche Qualifizierungen des mibeg-Instituts Medizin und seiner Kooperationspartner sie sprachlich, fachsprachlich und fachlich auf die Anerkennungsprüfungen vorbereiten. Die hochmotivierten Teilnehmer, die in Deutschland arbeiten werden, erfahren mit diesem kostenfreien Seminar alles rund um die berufliche Anerkennung.