Anerkennung: Migration

»Das neue Wir. Warum Migration dazugehört«

Unter dem Titel »Diskursiv: Jan Plamper« lädt das Kölner Literaturhaus am 12. November 2019 zu einer Veranstaltung ein. Veranstaltungspartner ist DOMiD, das Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland.

Kaum ein Thema wird derzeit so häufig und hitzig debattiert wie Migration. Aktuell beschäftigen sich viele Diskussionen mit dem Verständnis von Nation und gemeinsamen gesellschaftlichen Werten. Jan Plampers Buch »Das neue Wir. Warum Migration dazugehört: Eine andere Geschichte der Deutschen« (S. Fischer) eröffnet eine neue Perspektive auf die deutsche Geschichte ab 1945.

Jan Plamper, der lange in den USA und Russland lebte, pendelt heute zwischen Berlin und London, wo er als Professor für Geschichte am Goldsmiths College lehrt. Während der Entstehung des Buches nutzte er das DOMiD-Archiv zur Recherche, und gelangte zu einer neuen Beurteilung der vielfältigen Geschichten von u.a. »Gastarbeiter*innen« aus Italien und der Türkei, »Vertragsarbeiter*innen« aus Mosambik und Vietnam sowie Aussiedler*innen aus der Sowjetunion.

Zusammen bilden die Erfahrungen dieser Menschen und vieler mehr die Grundlage seiner kritischen Auseinandersetzung mit bisherigen Betrachtungsweisen. Aus- und Einwanderung gehören laut Jan Plamper zu Deutschland dazu. Migration ist Normalfall, Erfolgsgeschichte und Herausforderung zugleich. Moderatorin Maryam Aras spricht mit dem Historiker über ein neues Verständnis von Nation und Zugehörigkeit.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Deutsches Kompetenzzentrum für internationale Fachkräfte in den Gesundheits- und Pflegeberufen in Berlin gegründet

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) hat mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ein Deutsches Kompetenzzentrum für internationale Fachkräfte in den Gesundheits- und Pflegeberufen (DKF) eingerichtet. Ziel des Kompetenzzentrums ist es, sich an der Entwicklung, Begleitung und Umsetzung von Maßnahmen zur Gewinnung von Personen mit einer pflege- oder gesundheitsfachlichen Ausbildung aus dem Ausland zu beteiligen. Weiterlesen

Kliniken der Stadt Köln und mibeg-Institut Medizin: Anerkennungsqualifizierungen für ausländische Pflegefachkräfte starten

Kliniken der Stadt Köln und mibeg-Institut Medizin: Anerkennungsqualifizierungen für Gesundheitsfachberufe im Programm IQuaMedIn Deutschland fehlen Pflegefachkräfte, in anderen Ländern werden diese über Bedarf ausgebildet. Vor einem Einsatz in Deutschland muss jedoch die im Ausland absolvierte Ausbildung oder das Studium anerkannt werden. Da es oft einer sprachlichen und fachlichen Qualifizierung bedarf, ist die Nachfrage nach einer solchen Qualifizierungsmöglichkeit hoch. In Köln starten daher die Kliniken der Stadt Köln und das mibeg-Institut Medizin ein spezielles Qualifizierungsprogramm und haben einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Erfahrene Pflegedienstleiter und Pflegepädagogen unterrichten ab dem 1. August 2019 die ausländischen Kollegen und bereiten sie auf die Abschlussprüfungen vor. Diese werden unter dem Vorsitz des Landesprüfungsamts für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie abgenommen.

»Wir schaffen mit diesem Programm einen klaren und qualitativ guten Weg, gezielt ausländische Pflegefachkräfte auf die berufliche Anerkennung und eine langfristige Mitarbeit in unseren Kliniken vorzubereiten«, sagt Michaela Binnen, Pflegedirektorin der Kliniken der Stadt Köln, die sich für die Gewinnung gut qualifizierter Fachkräfte besonders engagiert. Pflegekräfte aus dem Ausland sind für die Kliniken Köln einer von mehreren Bausteinen zur Mitarbeitergewinnung.

»Ein kontinuierliches Qualifizierungsangebot«, so Barbara Rosenthal, Leiterin des mibeg-Instituts Medizin, »sichert die Gewinnung ausländischer Gesundheitsfachkräfte, da sie zielgerichtet zu einer Berufsanerkennung geführt werden. Nur gut ausgebildete Krankenpflegekräfte können auf Augenhöhe in den Pflegeteams arbeiten. Dies ist auch der Schlüssel zu einem langfristigen Integrationserfolg.« Barbara Rosenthal bezieht sich auf die Erfahrung des Instituts, das allein unter dem Programmtitel IQuaMed in den letzten vier Jahren über 2.000 Gesundheitsfachkräfte beraten und 800 aus dem Ausland kommende Fachkräfte bei der beruflichen Integration in Nordrhein-Westfalen begleitet hat. Arbeitsagenturen und Jobcenter unterstützen die arbeitssuchenden Gesundheits- und Krankenpfleger bei der Anerkennung und fördern über Bildungsgutscheine die Anerkennungsqualifizierung.

Interessenten können sich ab sofort an das mibeg-Institut Medizin, Tel. 0221-33604 610, medizin@mibeg.de wenden.

»Die Schweiz ist ein schönes Land.«

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht sich keinesfalls für Tourismuswerbung zuständig. In einem Interview für die Schweizer Zeitung »SonntagsBlick« führte der Minister aus, dass er bedauere, dass deutsche Ärzte in andere europäische Staaten abwandern, bevorzugt in die Schweiz, um dort zu leben und zu arbeiten. Diese abgewanderten Ärzte hätte er »gerne zurück«. Jens Spahn stellt ein regelrechtes Abwanderungskarussell vor, derart, dass deutsche Ärzte etwa in die Schweiz abwanderten, hingegen etwa polnische Ärzte nach Deutschland kämen.

Seine Forderung, dass die Abwanderung der Ärzte über neue EU-Regeln eingedämmt werden solle, zog, unabhängig vom Nicht-EU-Status der Schweiz, allerdings viel kontroverse Diskussion nach sich, da zum einen kaum regelbar ist, einer bestimmten Berufsgruppe innerhalb Europas Aufenthalts- und Arbeitsort vorzuschreiben. Zahlreiche Diskutanten in den Leserforen verschiedener Zeitungen wiesen zum anderen auf den Umstand hin, der in der Pflege bereits intensiv diskutiert wird: Wenn es an schwierigen Arbeitsbedingungen liegt, dass sich Ärztinnen und Ärzte, die in Deutschland ausgebildet sind, ins Ausland begeben, müssen die Arbeitsbedingungen angeschaut und verbessert werden. Weiterlesen

23. Forum Migration der Otto Benecke Stiftung e.V.

Zum 23. Mal lädt die Otto Benecke Stiftung e.V. zur Diskussion mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Verbänden und Migrantenorganisationen ein. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 6. Dezember 2018 im Post Tower in Bonn statt. Unter den Referenten ist Alexander Pröbstl, Pflegedirektor der Uniklinik Bonn. Die Universitätsklinik Bonn engagiert sich ganz besonders bei der Integration ausländischer Pflegefachkräfte. Wir berichteten.

Interessenten am Forum Migration finden hier weitere Informationen und die Möglichkeit der Anmeldung.