Anerkennung: #YesToNoCovid

Intensivmedizin warnt vor Überlastung aufgrund steigender Covid-19-Zahlen

Tweet Prof. Dr. med. Christian Karagiannidis, Wissenschaftlicher Leiter DIVI-IntensivregisterDer Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Intensivmedizin Prof. Dr. med. Christian Karagiannidis, Wissenschaftlicher Leiter des DIVI-Intensivregisters und Leiter des ECMO Zentrums Köln-Merheim, hat eindringlich auf die aktuelle Situation auf den Intensivstationen in Deutschland aufgrund der weiterhin steigenden Zahl von Covid-19-Patient:innen hingewiesen. Über Twitter schrieb er:

»Liebe Entscheidungsträger, wie hoch sollen die Zahlen denn noch steigen bevor Ihr reagieren wollt??? Wir verpassen jede Ausfahrt zur Senkung der Zahlen. Unser Prognosemodell im Abgleich mit den realen Zahlen (in Grün) spricht Bände. Bitte handelt endlich! Städte wie #Bonn oder #Bremen oder #Köln haben kaum noch freie Betten für den nächsten Herzinfarkt, Verkehrsunfall oder #covid Patienten! Und einen instabilen Patienten kann man NICHT einfach dorthin verlegen wo gerade Platz ist. Ein freies Bett in Ostwestfalen hilft da NICHT!«

Wir gratulieren herzlich!

Verdienstorden für Özlem Türeci und Uğur Şahin

Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Özlem Türeci und Uğur Şahin; © Bundesregierung / Bergmann

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat PD Dr. Özlem Türeci und Prof. Dr. Uğur Şahin in Schloss Bellevue mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die herausragenden Wissenschaftler:innen und Gründer:innen von BionTech verbänden, so der Bundespräsident, medizinische Grundlagenforschung mit deren Übersetzung in eine praktische Nutzung. Dank ihrer weltweit anerkannten Kompetenz im Bereich der mRNA-Technologien und ihres unermüdlichen Einsatzes sei ihnen innerhalb kürzester Zeit die Entwicklung und Zulassung eines Impfstoffes gegen Covid-19 gelungen. Sie leisteten damit einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

In ihrer Dankesrede betonte Dr. Türeci, noch sei nicht alles geschafft, deshalb sei »eine radikale Verantwortungsübernahme von jedem« nötig, wenn man das Virus wirklich bezwingen wolle. Jeder solle weiter auf sich achten und könne damit auch alle anderen schützen. Prof. Şahin wünschte sich mehr Pragmatismus in Bezug auf die aktuelle Impfkampagne. Pragmatismus sei nicht das Gegenteil von Perfektionismus, sondern der Weg dorthin.

Einjähriges: Lernen und Lehren während der Pandemie

mibeg-Institut Medizin in Köln

Vor einem Jahr hat ein Erlass der nordrhein-westfälischen Landesregierung den Universitäten, Hochschulen und Bildungsinstituten zunächst für die Dauer von mehreren Wochen die Durchführung von Präsenzveranstaltungen untersagt. Inzwischen ist aus dieser zeitlich befristeten Untersagung eine wiederholte Untersagung geworden, seit dem 16. Dezember 2020 ist sie wiederum dauerhaft etabliert.

Alle Bildungsprojekte unserer Institute finden also online statt. Wir haben ein gutes System aufgebaut, um möglichst viel kommunikativen Austausch zwischen Teilnehmenden und Lehrenden zu schaffen.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die überaus konstruktive Zusammenarbeit, für das Verständnis und für das besondere Engagement. Alle sind sich einig, sobald wie möglich wieder Präsenzunterricht zuzulassen, ganz egal, ob es sich um hochspezialisierte Fortbildungen für Ärztliche Direktor:innen handelt oder ob sich aus dem Ausland kommende Physiotherapeut:innen in unseren Kursen auf ihre berufliche Anerkennung vorbereiten. Alle lernen derzeit im Online-Modus, und alle vermissen den persönlichen Austausch. Bildung ist und bleibt ein zutiefst personales Geschehen.

Wir sind derzeit in der dritten Welle der Corona-Pandemie. Die Inzidenzzahlen in Köln sind seit Tagen über 100. Wir beklagen aktuell wieder den Tod von Kölner Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die an Covid-19 erkrankt waren. Da das Impfprogramm nur sehr zögerlich die Zielgruppen erreicht, wird der Lockdown – sicherlich in zukünftig verschärfter Form – anhalten.

Wir werden mit unseren Dozentinnen und Dozenten und unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbstverständlich alle Schutzregeln befolgen. Aber wir dürfen gewissermaßen zum Einjährigen auch den Politikerinnen und Politikern, die jetzt Verantwortung tragen oder zukünftig tragen wollen, übermitteln: Digitale Lehr- und Lernformen sind ein selbstverständlicher Teil postgraduierter Erwachsenenbildung, aber komme bitte niemand auf die Idee, zukünftig so etwas dauerhaft einzufordern, denn es bedarf in Prozessen, wo es um ein Miteinander, um Integration, um Sprach- und Fachlernen und Ermutigung für eine selbstbewusste Teilhabe geht, immer auch der direkten Kommunikation.

Frauen entwickeln die Covid-19-Impfstoffe: Sarah Gilbert, Özlem Türeci, Katalin Karikó, Kathrin Jansen, Kizzmekia Corbett

Sarah Gilbert, Özlem Türeci, Katalin Karikó, Kathrin Jansen, Kizzmekia Corbett

V.l.n.r.: Sarah Gilbert, Özlem Türeci, Katalin Karikó, Kathrin Jansen, Kizzmekia Corbett; © The Jenner Institute; Wikipedia, released by Biontech; Wikipedia; Pfizer; Wikipidia

Die Impfstoffe im Kampf gegen die Corona-Pandemie wurden maßgeblich von Frauen entwickelt. Einige dieser Wissenschaftlerinnen wurden nun für ihre wegweisende Arbeit geehrt.

So wird Sarah Gilbert, der federführenden Entwicklerin des AstraZeneca-Impfstoffs, für ihren Beitrag zum Allgemeinwohl die Albert-Medaille der britischen Royal Society of Arts verliehen. Gilbert forscht seit 1994 an der Universität Oxford und leitete das Entwicklungsteam hinter dem Oxford- / AstraZeneca-Vakzin.

Der deutschen Ärztin, Forscherin und Unternehmerin Dr. Özlem Türeci, einer der Gründer:innen und medizinische Geschäftsführerin von Biontech, wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verleihen. Türeci, die u.a. einen großen Forschungsschwerpunkt in der Entwicklung von Krebsimmuntherapien hat, gilt als der führende medizinische Kopf hinter dem Biontech-Impfstoff.

Senior Vice President von Biontech ist Katalin Karikó, PhD. Die in den USA lebende Biologin hat sich besondere Verdienste bei der Entwicklung der mRNA-Technologien erworben, die die Grundlage für Impfstoffe gegen Covid-19 und für Medikamente gegen Krebs, Schlaganfälle oder Zystische Fibrose bilden. Neben ihrer Tätigkeit bei Biontech ist Karikó Adjunct Associate Professor an der University of Pennsylvania.

Kathrin Jansen, PhD, ist Senior Vice President und Head of Vaccine Research and Development beim Pharmakonzern Pfizer und Mitglied des Worldwide Research and Development Leadership Teams. Während der Covid-19-Pandemie beaufsichtigte Jansen die Entwicklung des Covid-19-Impfstoffs von Pfizer. Sie untersuchte vier potenzielle Kandidaten, bevor sie sich mit Biontech zusammenschloss, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, den Impfstoff mit dem höchsten Potenzial zu identifizieren.

Die Immunologin Kizzmekia Shanta Corbett, PhD, hat entscheidend den Covid-19-Impfstoff von Moderna mitentwickelt. Sie wurde 2014 an das führende US-Impfstoff-Forschungszentrum Vaccine Research Center (VRC) des National Institute of Allergy and Infectious Diseases berufen. Dort leitet sie das Coronavirus-Team. Sie war Teil des Teams, das dabei half, die Struktur des SARS-CoV-2-Spike-Proteins zu entschlüsseln. Seit der Zulassung des Impfstoffs von Moderna wirbt Corbett intensiv vor allem in Gemeinden mit einem hohen Anteil an Menschen afroamerikanischer Herkunft, die von der Pandemie In den USA besonders betroffen sind.

Info-Videos rund um den mRNA-Impfstoff mit Prof. Dr. med. Stefan Reuter

Eine vorbildliche Initiative hat die Stadt Leverkusen in Kooperation mit dem Klinikum Leverkusen zur Impfkampagne gestartet. In einer Reihe von Videos informiert Prof. Dr. med. Stefan Reuter, Direktor der Klinik für Innere Medizin, Infektiologie, Pneumologie und Osteologie des Klinikums Leverkusen, ausführlich und sehr verständlich über Funktionsweise und Wirkung des Impfstoffs.

Der erfahrende Internist und Infektiologe beantwortet häufig gestellte Fragen in Zusammenhang mit der Impfung, zum Beispiel, ob auch von COVID-19 genesene sowie sehr alte oder schwer erkrankte Menschen geimpft werden sollten.

Prof. Dr. med. Stefan Reuter, Leiter der Infektionsmedizin im Klinikum Leverkusen; © Stadt Leverkusen

Prof. Dr. med. Stefan Reuter, Leiter der Infektionsmedizin im Klinikum Leverkusen; © Stadt Leverkusen

Die FAQ-Seiten der Stadt Leverkusen mit den Erklärvideos von Prof. Dr. Reuter sind hier abrufbar.

Prof. Dr. med. Stefan Reuter ist Absolvent des mibeg-Instituts.