Archiv des Autors: Barbara Rosenthal

»Wir und die anderen«: Kongress über transkulturelle gesundheitliche Versorgung

Migranten und Migrantinnen, Geflüchtete und Asylsuchende, die in Österreich, Deutschland und in der Schweiz leben, nehmen früher oder später das Gesundheitssystem dieser Länder in Anspruch. Sei es, dass sie an Krankheiten leiden, Kinder bekommen oder Unterstützung bei der Aufarbeitung ihrer psychischen Belastungen benötigen. Im Hinblick auf diese Gegebenheiten stellt sich nun die Frage, inwiefern unsere Gesundheitssysteme den Anforderungen der pluralen Gesellschaften gerecht werden. Inwiefern können Menschen mit Mehrfach-Zugehörigkeiten im Gesundheitswesen ihr eigenes gesundheitsrelevantes Denken, Deuten und Handeln zum Ausdruck bringen? Inwiefern stellen diskriminierende Strukturen und Haltungen im Gesundheitswesen erst den kulturell »Anderen« her? Welche Auswirkungen haben Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen auf die Gesundheit? Braucht es neue Angebote und Schulungen? Wie sollen diese konzipiert sein, und wie kann eine stärkere Sensibilisierung für diese Themen gelingen?

Diesen Fragestellungen geht der DTPPP-Kongress am 17. und 18. September 2021 in Online-Version nach. Die DTPPP ist der Dachverband der transkulturellen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im deutschsprachigen Raum. Programm und Online-Anmeldung sind über diesen Link abrufbar.

Karl-Josef Laumann kündigt weitere Chancen auf Erstimpfung in den Impfzentren in NRW an

Der Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen hat aktuell bekannt gegeben, dass ab Mittwoch der kommenden Woche wieder Erstimpfungstermine in NRW gemacht werden können. Und Minister Karl-Josef Laumann spricht mit diesem Angebot insbesondere Menschen über 60 Jahre und Vorerkrankte an. Damit wird der medizinisch gebotenen Priorisierung in Nordrhein-Westfalen eine Chance gegeben. Gegenüber der Presse betonte der Minister: »Ich bin froh, dass wir jetzt auch bei den Erstimpfungen in den Impfzentren wieder Tempo machen können.«

Ab Mittwoch, 23. Juni 2021, 8 Uhr können zunächst Personen über 60 Jahre sowie Personen ab 16 Jahren mit Vorerkrankungen, die noch keinen Impftermin über die niedergelassenen Praxen erhalten haben, Termine in den Impfzentren vereinbaren. Ebenso können Beschäftigte von Krankenhäusern und (teil-)stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Werkstätten für Menschen mit Behinderung einen Impftermin bekommen. Hierfür stehen die bereits bekannten Buchungssysteme der Kassenärztlichen Vereinigungen zur Verfügung. Gebucht werden können zunächst Termine bis zum 11. Juli 2021.

Dass die Impfzentren mit einer medizinisch gebotenen Priorisierung ihre Arbeit bei den Erstimpfungen fortsetzen können, ist eine sehr gute Entscheidung des NRW-Gesundheitsministeriums.

Gezielte Vorbereitung auf die Berufszulassung als Pflegefachkraft in NRW: Termine bis 2023

Praxisseminar Pflege des mibeg-Instituts Medizin in Kooperation mit der Katholischen Schule für Pflegeberufe Essen

Das mibeg-Institut hat über das Programm IQuaMed ein Seminar für ausländische Pflegefachkräfte entwickelt, das in Theorie und Praxis gut auf die Kenntnisprüfung vorbereitet.

Die Praxisseminare Pflege werden mit den Pflegepädagog:innen der Katholischen Schule für Pflegeberufe in Essen durchgeführt und können zu 100 Prozent öffentlich über Bildungsgutscheine gefördert werden.

Die Bestehensquote der Kenntnisprüfungen ist nach der intensiven Vorbereitung sehr hoch: Über 90 Prozent aller Absolvent:innen haben bislang die anspruchsvolle Prüfung unter Vorsitz des Landesprüfungsamtes bestanden und einen Arbeitsvertrag in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen in NRW angetreten.

Um Anerkennungssuchenden, aber auch den Arbeitgebern in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen eine gute Möglichkeit zur Planung zu geben, veröffentlicht das mibeg-Institut zusammen mit der Katholischen Schule für Pflegeberufe Essen hier die Startdaten der kommenden Seminare:

  • 4. Oktober 2021
  • 11. April 2022
  • 4. Juli 2022
  • 17. Oktober 2022
  • 3. April 2023
  • 26. Juni 2023
  • 4. Oktober 2023

Die Seminare werden in Essen durchgeführt.

Anerkennungssuchende oder Arbeitgeber wenden sich bitte an das mibeg-Institut Medizin:

mibeg-Institut Medizin
Dr. Shermineh Shahi
Sachsenring 37–39
50677 Köln
Tel. 0221-33 60 4 -631 / -610
Fax 0221-33 60 4 -666
E-Mail medizin@mibeg.de

Die Bezirksregierung Münster übernimmt: Gelungene Staffelübergabe bei der Anerkennung von Pflege- und Gesundheitsfachberufen

Gleich zwei Profiteams der Bezirksregierungen in Nordrhein-Westfalen informieren darüber, dass es einen Wechsel der Zuständigkeit für Neuanträge der Anerkennung von Pflege- und Gesundheitsberufen ab dem 1. Juli 2021 von Düsseldorf nach Münster geben wird. Die Bezirksregierung Münster wird zudem die Organisation der Kenntnisprüfung, die bislang beim Landesprüfungsamt in Düsseldorf angesiedelt war, ausrichten.

Das Düsseldorfer Team der Bezirksregierung, das sogenannte PuG Team, das die Anträge zur Anerkennung ausländischer Gesundheitsfachkräfte bislang für NRW regelte, verabschiedet sich mit einem herzlichen Gruß und einem Dank für die gute Zusammenarbeit bei allen Kooperationspartnern. Das Team hat seit 2008 einen großen Beitrag zur Gewinnung von Pflegekräften geleistet! Wir von Seiten des mibeg-Instituts dürfen uns für die hervorragende Unterstützung bei der Entwicklung und Realisierung des Programms IQuaMed bedanken. Wir haben sehr kompetente Ansprechpartner vorgefunden, die innovativ unsere Projektideen begleitet haben.

Die fachliche Expertise des Landesprüfungsamts ist dabei nicht nur unseren Anerkennungssuchenden zuteil geworden, sondern auch den Teilnehmenden auf unseren Seminarveranstaltungen zum Anerkennungsrecht und zu Anerkennungsverfahren, die wir für Expertinnen und Experten in diesem Bereich ausgerichtet haben.

Die Bezirksregierung Münster übernimmt nun und teilte mit, dass sie sich auf die Übernahme dieser verantwortungsvollen Aufgabe freue und ein guter Ansprechpartner sein werde.

Auch das mibeg-Institut freut sich auf die Fortsetzung der langjährig guten Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Münster und wird gern die Anerkennungsberatung und Anerkennungsqualifizierung für Pflegekräfte und weitere Gesundheitsfachkräfte sowie Angehörige akademischer Heilberufe fortsetzen.

Ab dem 1. Juli wird die Bezirksregierung Münster für weitere Informationen und Antragsformulare eine eigene Homepage freischalten. Hierzu werden wir gesondert informieren.

Viola Priesemann: Maskentragen ist eine Frage der Fairness

Dr. Viola Priesemann, Leiterin der Forschungsgruppe Theorie neuronaler Systeme am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation Göttingen, hat sich in den ARD-Tagesthemen zu aktuellen Fragen der Maskenpflicht in Innenräumen und Außenbereichen geäußert.

Innenräume sollten nach ihrer Überzeugung sehr gut durchlüftet sein. In Bildungskontexten könne man über eine Aufhebung der Maskenpflicht nachdenken, wenn insbesondere Dozent:innen bzw. Lehrer:innen geimpft seien und die Inzidenz ausreichend niedrig sei.

Für den Außenbereich könne man noch keine endgültige Entwarnung geben. Priesemann nannte eine Faustregel: Könne man das Parfüm oder den Zigarettenrauch einer Person wahrnehmen, so sei man auch deren Aerosolen ausgesetzt.

Zur Aufhebung der Maßnahmen sei es noch zu früh. Dafür müssten im Sommer etwa 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein, im Winter sogar 80 Prozent oder mehr. Die Impfung schütze vor schweren Verläufen, aber nicht davor, dass der Geimpfte das Virus weitergebe. Solange nicht alle, die sich impfen lassen wollen, eine Spritze erhalten hätten, sei es eine Frage der Fairness, die Fallzahl durch geeignete Maßnahmen niedrig zu halten.