Anerkennung: Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege

Bundespflegekammer und Deutscher Pflegerat starten Initiative #pflegereserve

Da es durch die Corona-Pandemie zu Engpässen in der Gesundheitsversorgung und Pflege in Deutschland kommen kann, starten die Bundespflegekammer und der Deutsche Pflegerat DPR eine Initiative, mit der sich examinierte Fachkräfte aus der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Altenpflege, die aktuell nicht in einem Pflegeberuf arbeiten, registrieren und ihre Bereitschaft kundtun können, während der Zeit der Pandemie in einem Krankenhaus, einer Pflegeeinrichtung oder einem Notfallkrankenhaus einzuspringen.

Weitere Informationen unter www.pflegereserve.de.

Andreas Westerfellhaus: »Personaluntergrenzen können nur eine Zwischenlösung sein«

f&w 2/2020Aus aktuellem Anlass hat der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, der Zeitschrift f&w 2/2020 ein Interview gegeben. Pflegepersonalbedarfsbemessung ist derzeit das aktuelle Thema im Krankenhausmanagement, Vorschläge, entsprechende Instrumente der Bemessung zu entwickeln, werden von unterschiedlichster Seite an die Poliotik herangetragen.

»Auf Dauer ist eine Pflegepersonalbemessung im Krankenhaus der einzig richtige Weg. Die Pflegepersonaluntergrenzen können nur eine Zwischenlösung sein. Denn durch sie wird nur eine Untergrenze definiert, unterhalb derer die Personalausstattung die Patientensicherheit nicht mehr gewährleisten kann. Wir brauchen ein Instrument, das den tatsächlichen Bedarf an Pflegepersonal ermittelt. Denn nur so kann auch eine bedarfsgerechte Pflege erfolgen.«

Pflege- und Ärztenotstand: Bessere Versorgung durch mehr Gesetze? 18. Kölner Sozialrechtstag

18. Kölner SozialrechtstagDie Kölner Sozialrechtstage der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln sind mittlerweile eine Institution. Der 18. Kölner Sozialrechtstag hat sich den Pflege- und Ärztenotstand zum Thema gesetzt und fragt: »Bessere Versorgung durch mehr Gesetze?« Die Veranstaltung findet am 5. März 2020 in der Universität zu Köln statt.

Unter der Tagungsleitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Preis, Universität zu Köln, und Rechtsanwalt Dr. Horst Bartels, Justitiar der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, referieren u.a. Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, Prof. Dr. Constanze Janda, Speyer, Prof. Dr. Martin Franzen, München, Prof. Dr. Raimund Waltermann und Prof. Dr. Stefan Greiner, Bonn. Für das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales referiert LMR Dr. Frank Stollmann, für die Kassenärztliche Bundesvereinigung Dr. Andreas Gassen, und für die Deutschen Krankenhausgesellschaft der Präsident Dr. Gerald Gaß.

 

Ausländische Pflegekräfte: neue Übergangsregelungen bei der beruflichen Anerkennung

Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege, © BMG, Fotograf Holger Gross

Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege, © BMG, Fotograf Holger Gross

Ausländische Pflegekräfte können dazu beitragen, den Fachkräftemangel in der Pflege zu verringern. In der Konzertierten Aktion Pflege wurden deshalb Maßnahmen verabredet, um bestehende Hürden zu minimieren und Prozesse zu beschleunigen. Diese Bemühungen fallen nun zusammen mit dem Start der neuen Pflegeberufeausbildung. Der Bund hat dafür fristgerecht den Bundesrahmenlehrplan vorgelegt, aber immer noch nicht haben alle Bundesländer die nötigen Landeslehrpläne, die aber auch zur Anerkennung ausländischer Pflegefachkräfte nötig sind.

Um diesen unnötigen Flaschenhals zu vermeiden, hat der Pflegebevollmächtigte angeregt, für eine begrenzte Zeit die Gleichwertigkeitsprüfung ausländischer Abschlüsse nach der bisherigen Systematik fortzusetzen. Der Gesetzgeber hat dies aufgegriffen und am 14. November 2019 eine Übergangszeit bis Ende 2024 beschlossen.

In einer Presseerklärung betonte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatsekretär Andreas Westerfellhaus: »Ich freue mich, dass meine Anregung aufgegriffen wurde. Denn bereits ab dem Jahreswechsel hätten ausländische Pflegekräfte sonst ihre Abschlüsse nach der neuen Pflegeausbildung anerkennen lassen müssen – obwohl die noch gar nicht überall umgesetzt wird. Ein solcher Anerkennungsstau wäre eine unnötige Katastrophe geworden. Die nun beschlossene Regelung stellt sicher, dass ausländische Pflegefachkräfte zügig ihren Beitrag zur Versorgung von Patienten und zu Pflegenden leisten können: als anerkannte qualifizierte Fachkräfte.«

Die Länder können die Gleichwertigkeit ausländischer Pflegeabschlüsse damit weiterhin anhand des Abschlusses zum Gesundheits- und Krankenpfleger oder Altenpfleger prüfen und ggf. Anpassungsmaßnahmen bescheiden. Die ausländischen Pflegekräfte müssen damit nicht erst warten, bis neue generalistische Lehrgänge konzipiert sind und tatsächlich angeboten werden.

Neu, modern und vielfältig: Neue Pflegeausbildung startet 2020

Auftaktveranstaltung: Aktion für die neue Pflegeausbildung 2020 – Bundesministerin Franziska Giffey und Staatssekretär Andreas Westerfellhaus; Foto: Janine Schmitz/photothek.net für BMFSFJ

Auftaktveranstaltung: Aktion für die neue Pflegeausbildung 2020 – Bundesministerin Franziska Giffey und Staatssekretär Andreas Westerfellhaus; Foto: Janine Schmitz/photothek.net für BMFSFJ

Gleich drei Bundesministerien und der Pflegebeauftragte der Bundesregierung engagieren sich in der Öffentlichkeit für den Pflegeberuf und die 2020 beginnende neue Pflegeausbildung. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, Bundearbeitsminister Hubertus Heil, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, zeigen die Karrierechancen auf, die sich durch eine Ausbildung in der Pflege ergeben. Die Kampagne ist Teil der Konzertierten Aktion Pflege, die mit einem Bündel an Maßnahmen für umfassende Verbesserungen in der Kranken- und Altenpflege sorgen will.

Andreas Westerfellhaus betont: »Damit der Start der neuen Pflegeausbildung ab 2020 gelingt, müssen alle an einem Strang ziehen – jetzt insbesondere die Länder und die Ausbildungsverantwortlichen vor Ort. Es ist eine große Herausforderung für alle, die viel Engagement verlangt, sich aber lohnt!«

Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Pflegeschulen können ein Starterpaket mit Materialien und Informationen beantragen, die auch über www.pflegeausbildung.net verfügbar sind.