Anerkennung: Bundespflegekammer

Bundespflegekammer und Deutscher Pflegerat starten Initiative #pflegereserve

Da es durch die Corona-Pandemie zu Engpässen in der Gesundheitsversorgung und Pflege in Deutschland kommen kann, starten die Bundespflegekammer und der Deutsche Pflegerat DPR eine Initiative, mit der sich examinierte Fachkräfte aus der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Altenpflege, die aktuell nicht in einem Pflegeberuf arbeiten, registrieren und ihre Bereitschaft kundtun können, während der Zeit der Pandemie in einem Krankenhaus, einer Pflegeeinrichtung oder einem Notfallkrankenhaus einzuspringen.

Weitere Informationen unter www.pflegereserve.de.

Meilenstein auf dem Weg zur Bundespflegekammer: Die Pflegekammerkonferenz

Die Anerkennung und Qualifizierung aus dem Ausland kommender Pflegefachkräfte, Stellungnahmen zur Entwicklung des Arbeitsmarkts für Pflegefachkräfte, Beratung des Gesetzgebers zu Fragen des Pflegeberufs: Dies sind nur einige der wichtigen Themenbereiche, zu denen die bundesweite Stimme der Pflegefachkräfte fehlt. Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege, fordert zusammen mit vielen Kolleginnen und Kollegen seit Jahren die Einrichtung von Pflegekammern und den Zusammenschluss auf Bundesebene als Bundespflegekammer.

Aktuell haben sich die Landespflegekammern Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie der Deutsche Pflegerat als Dachverband zur Pflegekammerkonferenz zusammengeschlossen. Die Pflegekammerkonferenz wird die geplante Gründung der Bundespflegekammer vorbereiten. Gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt sagte Patricia Drube, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen: »Mit der Pflegekammerkonferenz beginnt ein neues Kapitel der beruflichen Selbstverwaltung der Pflegefachberufe auf Bundesebene.«

Dass bei allen die Pflege berührenden Themen die Pflege selbst gehört wird und dieser Stellungnahme entscheidende Bedeutung zukommt, ist eine der wichtigsten Forderungen der Selbstverwaltung der Pflege. Denn noch immer ist bei wichtigen Beratungen die Pflege selbst nicht vertreten. So hat beispielsweise Nordrhein-Westfalen im Januar 2019 eine Ausbildungsallianz Pflege ins Leben gerufen, die sich um die Belange der Pflegeausbildung kümmern will. Unter den zehn vertretenen Organisationen finden sich zahlreiche Arbeitgebervertretungen, auch der Verband Deutscher Privatschulen NRW und Wohlfahrtsverbände, aber nur eine Stimme aus dem Bereich der Pflege. Weiterlesen

Deutscher Pflegetag 2019 eröffnet

Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats, und Christine Vogler, Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats, eröffnen den Deutschen Pflegetag 2019 in Berlin

Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats, und Christine Vogler, Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats, eröffnen den Deutschen Pflegetag 2019 in Berlin

In Berlin ist der Deutsche Pflegetag eröffnet worden. Die Veranstalter des größten deutschen Fachkongress der Pflegebranche verbuchen in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung: An drei Tagen werden 10.000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Zentrale Themen des Kongresses sind die weitere Optimierung der Qualität in der Pflege und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Als Referenten sind Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit, und Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, beim Deutschen Pflegetag dabei, und selbstverständlich auch der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und der Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Björn Böhning, auf dem Deutschen Pflegetag 2019

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und der Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Björn Böhning, auf dem Deutschen Pflegetag 2019

In seinem Eröffnungsstatement betonte Spahn, Deutschland sei auf Pflegekräfte aus dem Ausland angewiesen, die Gewinnung von Pflegekräften sei das große Thema der Politik in den nächsten Jahren. Dabei sei die Kompetenz, auch die Sprachkompetenz der Pflegefachkräfte wichtig. Man dürfe nicht so tun, als könne jeder diesen Beruf ausüben, frei nach dem Motto: »Da haben wir ein paar Flüchtlinge, dann nehmen wir die«. Eine weiter verbesserte Qualität, gute Arbeitsbedingungen, eine angemessene Entlohnung und eine verbesserte Ausbildung seien wichtig und müssten angegangen werden.

Giffey betonte, Pflege dürfe nicht nur in Richtung Altenpflege gedacht werden und sei viel mehr als das. Sie plädierte für deutlich attraktive Bildungswege in der Pflege.

Zur aktuellen Debatte um die Bundespflegekammer sagte Spahn, bei all diesen Fragen könne eine solche Berufsvertretung ein wichtiger Ansprechpartner werden. Wichtig sei jetzt, dass sich die Pflegenden auf Landesebene klar zur Pflegekammer positionieren. Dass die Bundespflegekammer ganz oben auf der Agenda der Pflege steht, zeigte der donnernde Applaus des Auditoriums.

Drei Bundesminister beim Deutschen Pflegetag

Der Arbeitskatalog der Konzertierten Aktion Pflege wird derzeit abgearbeitet, und gleich drei Bundesminister stellen sich auf dem Deutschen Pflegetag den Fragen des Auditoriums. Der Deutsche Pflegetag ist das größte Forum bundesweit, auf dem Pflegefachkräfte sich zu inhaltlichen und berufspolitischen Belangen verständigen und Forderungen an die Politik stellen. Er findet vom 14. bis 16. März 2019 in Berlin statt.

NRW bekommt eine Pflegekammer

Eine überwältigende Mehrheit von 79 Prozent hat sich bei einer Umfrage unter 1500 Pflegefachkräften für die Etablierung einer Pflegekammer in Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. Mit der Einrichtung einer Pflegekammer in NRW erhalten die knapp 200.000 Pflegefachkräfte in Nordrhein-Westfalen eine klare Stimme, die für die beruflichen Belange und Qualitätsstandards eintreten kann. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll kurzfristig auf den Weg gebracht werden.

Die Pflegekammer wird Standards etablieren, Fortbildungsangebote sichern und berufsfachliche Prüfungen abnehmen. Die Mitgliedschaft für alle examinierten Pflegekräfte ist verbindlich. Damit wird zugleich eine starke Anwaltschaft nicht nur für die inländischen Pflegekräfte, sondern auch für aus dem Ausland kommende Fachkräfte in der Pflege ermöglicht. Die weitere Professionalisierung und Akademisierung werden zu den Themen genauso gehören wie das Einstehen für mehr Ressourcen und eine bessere Vergütung der pflegerischen Leistungen.

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

NRW bekommt eine Pflegekammer: Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Quelle: MAGS

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat Wort gehalten. Er hat bereits seit Jahren Unterstützung zugesagt, damit die Pflegefachkräfte in NRW eine stärkere Stimme für ihre eigenen berufsständischen Belange erhalten. So sagte Minister Laumann zu RP online: »Die Kammer wird die Macht der Pflegekräfte stärken, in der deutschen Gesundheitspolitik wird zu oft über Pflege gesprochen, ohne dass die Pflege mit am Tisch sitzt.« Weiterlesen