Archiv des Autors: Barbara Rosenthal

Das tägliche Coronaviren-Update: Wissen statt Panik

Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, Charité Universitätsmedizin Berlin; Foto: © Charité Universitätsmedizin Berlin

Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, Charité Universitätsmedizin Berlin; Foto: © Charité Universitätsmedizin Berlin

Eine sehr gute Informationsmöglichkeit bietet der NDR mit einem tagesaktuellen Podcast.

Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Universitätsklinik Charité in Berlin, informiert zur aktuellen Situation der Epidemie, dabei klug interviewt durch Wissenschaftsredakteurin Korinna Hennig, zuständig für Bildung bei NDR Info.

Auszeichnungswürdig!

Update: NDR Info stellt für jede Podcast-Folge ein pdf-Manuskript zum Download bereit.

Gesundheitsfachberufe: Eckpunkte zur Neuordnung vorgestellt, Finanzierung noch offen?

Gleich für zehn Gesundheitsfachberufe haben Bund und Länder am 4. März 2020 Eckpunkte zu einer Modernisierung und Neuordnung vorgelegt. Themenschwerpunkte sind dabei die Abschaffung des Schulgeldes, die Einführung einer Ausbildungsvergütung, die Schaffung einheitlicher Qualitätsstandards für die Ausbildung, Fragen einer Akademisierung sowie die Fragen der Finanzierung.

Um diese Gesundheitsfachberufe geht es:

  • Diätassistentin und Diätassistent,
  • Ergotherapeutin und Ergotherapeut,
  • Logopädin und Logopäde,
  • Masseurin und medizinische Bademeisterin und Masseur und medizinischer Bademeister,
  • Medizinisch-technische Assistentin für Funktionsdiagnostik und Medizinisch-technischer Assistent für Funktionsdiagnostik,
  • Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin und Medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent,
  • Medizinisch-technische Radiologieassistentin und Medizinisch-technischer Radiologieassistent,
  • Orthoptistin und Orthoptist,
  • Physiotherapeutin und Physiotherapeut sowie
  • Podologin und Podologe.

Bei den parallel zu den Beratungen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe gelaufenen Gesetzgebungsvorhaben zu den Ausbildungen für die Pharmazeutisch-technische Assistenz und die Anästhesietechnische Assistenz sowie die Operationstechnische Assistenz wurden bereits unterschiedliche Aspekte der Erörterungen von Bund und Ländern zum Gesamtkonzept berücksichtigt.

Das Papier »Eckpunkte der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe« finden Sie hier.

Allerdings gibt es noch Beratungsbedarf zur Finanzierung. So schrieb die amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig, an den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz: »Während die entsprechende Gesetzgebung beim Bundesministerium für Gesundheit liegt, fallen die Kosten allein bei der Landeswissenschaftsseite an.« Laut dem Bildungsblog, der aus dem Brief der KMK-Präsidentin zitiert, werde im Schreiben mit der Reduzierung der Studienplatzkapazitäten in der Medizin gedroht.

Nezahat Baradari: »Ärztinnen und Ärzte können beim Thema Integration positiv vorangehen«

Bereits zum 17. Mal hat die Ärztekammer Nordrhein neue Kammermitglieder zu einem Begrüßungstag eingeladen, um ihnen Gelegenheit zu geben, die Ärztekammer Nordrhein, ihre Funktionen und Aufgaben kennenzulernen.

Den Festvortrag zum Thema »Migration, Medizin und Politik« hielt Nezahat Baradari, Mitglied des Deutschen Bundestags und niedergelassene Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin. Sie rief dazu auf, dass auch Ärztinnen und Ärzten, die ausländische Wurzeln haben, ihre Rechte einfordern und sich aktiv engagieren sollten, entweder in der Ärztekammer, in medizinischen Fachverbänden oder in der Politik.

»Ärztinnen und Ärzte können beim Thema Integration positiv vorangehen«, weil sie die Fähigkeit besäßen, ein Vertrauensverhältnis zu Menschen aufzubauen, das für ein gelungenes Arzt-Patienten-Verhältnis unerlässlich sei, so Baradari.

Geboren in Ankara, wuchs Baradari in Kiel und Ankara auf, schloss ihr drittes Staatsexamen in Kiel mit der Note 1,0 ab und erhielt 2003 ihre Facharztbezeichnung Kinder- und Jugendmedizin. Seit 2008 arbeitet sie als niedergelassene Ärztin im westfälischen Attendorn, seit 2019 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestags.

Zahlreiche ehrenamtlich in der Ärztekammer Nordrhein engagierte Ärztinnen und Ärzte standen am Begrüßungstag für Fragen der neuen Kammermitglieder im Haus der Ärzteschaft zur Verfügung. Der Internist Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, hatte zuvor die Ärztekammer in seinem Eröffnungsreferat vorgestellt.

Besonders gefreut haben wir uns, dass gleich drei Absolventinnen und Absolventen unseres Intensivkurses Fachsprache Medizin an der diesmaligen Begrüßungsveranstaltung für das Ärztliche Gelöbnis teilgenommen haben: Hazem S., Maria P. und Jozsef S. haben nach Seminaren bei uns erfolgreich ihre Anerkennungsprüfungen bestanden und ihre Approbation erhalten.

Berufliche Integration von Geflüchteten in die Pflegeberufe in Nordrhein-Westfalen: Handlungsempfehlungen

welcome@healthcare»Zur gesundheitlichen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger brauchen wir genügend motivierte und qualifizierte Fachkräfte. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales setzt alles daran, um Fachkräfte zu gewinnen und zu qualifizieren. Dazu gehören auch die Potentiale, die geflüchtete Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund für die berufliche Anerkennung oder eine Ausbildung in den Pflege- und Gesundheitsbe­rufen mitbringen.

Mit dem Blick auf die vielen geflüchteten Menschen, die insbesondere in den Jahren 2015 und 2016 ins Land gekommen sind, um hier einen sicheren Ort zum Leben und eine Heimat zu finden, hat sich auch eine neue Zielgruppe ergeben, die es für die Pflege- und Gesundheitsfachberufe zu begeistern gilt. Nordrhein-Westfalen hat diese Chance zur Sicherung von Fachkräften für Pflege- und Gesundheitsfachberufe frühzeitig erkannt.

Mit der Koordinierungsstelle ›welcome@healthcare‹ haben wir einen Ansprechpartner in Nordrhein-Westfalen beauftragt, die Akteurinnen und Akteure vor Ort dabei zu unterstützen, geflüchtete Menschen, die in einem Pflege- oder Gesundheitsfachberuf arbeiten möchten, für diese Berufe zu gewinnen und zu qualifizieren. Denn die berufliche Integra­tion ist der Schlüssel für eine gelingende gesellschaftliche Integration«, schreibt der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in seinem Grußwort, das die Handlungsempfehlungen der Koordinierungsstelle welcome@healthcare vorstellt.

Sebastian Riebandt und sein Team haben in den letzten Jahren Geflüchtete über die Mitarbeit in Pflegeberufen informiert, Akteure vernetzt, Wissen aufbereitet und Projekte initiiert. Das mibeg-Institut hat die Koordinierungsstelle, angesiedelt beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, immer gern unterstützt, auch durch Mitwirkung an Symposien, so bereits am 18. Januar 2018 beim Forum »Gewinnung, Qualifizierung und Integration von geflüchteten Menschen in Pflege- und Gesundheits­fachberufe« in Düsseldorf.

Von der Expertise des Koordinierungsstelle profitierte wiederum auch unser Institut: So referierte Sebastian Riebandt auf dem Get together Pflege NRW 2018 im mibeg-Institut Medizin.

Die Handlungsempfehlungen sind online verfügbar.

»Future For Nurses« auf späteren Zeitpunkt verschoben

Nurses For Future – Future For NursesRund tausend beruflich Pflegende aus ganz Deutschland wollten sich am Samstag, dem 7. März 2020 in Hannover versammeln, um den Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen Nachdruck zu verleihen – unterstützt von 20 Verbänden aus Pflege-, Frauen- und Seniorenpolitik. Die Großkundgebung unter dem Motto »Nurses For Future – Future For Nurses« wird nun vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

»Wir kommen mit der Absage unserer Verantwortung als Pflegefachpersonen in der Gesellschaft nach. Auch an dieser Stelle werden wir keinerlei vermeidbares Risiko für Patienten und Angehörige eingehen«, so Martin Dichter, Vorsitzender des DBfK Nordwest e.V. »Mit der Absage der Kundgebung haben wir uns nicht leichtgetan«, so Dichter weiter. »Aber wir hatten keine andere Wahl mehr. Nun verhindert ausgerechnet dieses Gesundheitssystem, das schon im Alltag am Limit läuft und keine weiteren potenziellen Ausfälle von Pflegefachpersonen kompensieren kann, dass diese sich für ihre Zukunft und die ihrer Patienten versammeln.«

Nichtsdestotrotz hält der DBfK Nordwest an den zentralen Forderungen des Bündnisses fest und wird damit zu einem späteren Zeitpunkt auf die Straße gehen:

Es reicht! – Wir wollen gute Pflege!
1. Qualität der Versorgung mit dem Wissen der Pflegefachpersonen entwickeln – Pflegeberufe haben einen Wert für die Menschen mit einem Pflegebedarf und die Gesellschaft als Ganzes.
2. Recht auf Vollzeit und Mitbestimmung ausbauen – in Teilzeit beschäftigten Frauen in Pflegeberufen droht oft Altersarmut.
3. Übertragung von heilkundlichen Aufgaben in voller Verantwortung und mit entsprechender Vergütung, die im Alltag schon heute von Pflegefachpersonen durchgeführt werden.
4. Verbindliche Aus-, Fort- und Weiterbildungsstandards – bessere Pflege heißt mehr Profession – nicht mehr Hände ohne Qualifikation.
5. Die Selbstverwaltung des Pflegeberufs durch Pflegeberufekammern in allen Bundesländern und im Bund, um gleichberechtigter Partner im Gesundheitssystem zu sein.
6. Eine der Verantwortung und Leistung entsprechende Vergütung.

Weitere Informationen und im Verlauf auch der Nachholtermin finden sich auf der Bündniswebsite future-for-nurses.de.