Archiv der Kategorie: News

Multilingual information on the coronavirus and measures of the State Government

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration hat hilfreiche Information zur Corona-Pandemie für Bürgerinnnen und Bürger in vielen Sprachen erstellt. Hier sind diese Informationen zu finden.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil: »Einige Krankenhäuser sind kaputtgespart worden. Wir müssen einfach darauf reagieren, dass Gesundheit kein rein marktwirtschaftliches Gut sein kann«

Ein richtungweisendes Interview hat Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister, aktuell der Rheinischen Post gegeben. Neben dem umfangreichen Hilfsprogramm, das die Bundesregierung derzeit zur Unterstützung des Arbeitsmarktes schnell und unbürokratisch auf den Weg bringt, äußerte der Minister sich auch zur Entprivatisierung von Krankenhäusern. Zwar hätten die Kommunen das Entscheidungrecht, aber es gäbe auch, so der Minister, eine staatliche Gewährleistungspflicht: »Wir müssen den öffentlichen Bereich stärken. Einige Krankenhäuser sind kaputtgespart worden. Wir müssen einfach darauf reagieren, dass Gesundheit kein rein marktwirtschaftliches Gut sein kann.«

Blutspendezentrale bittet um Blutspende

»Insbesondere in Zeiten der Grippewelle und des Coronavirus benötigen unsere Patienten dringend Blutspenden. Alle Blutgruppen werden gebraucht, besonders 0 und A.« Zur Blutspende ruft das Team der Blutspendezentrale auf, die jeden Tag geöffnet hat.

Wer helfen möchte, wendet sich direkt an die Blutspendezentrale der Abteilung für Transfusionsmedizin der Uniklinik Köln. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen für Spender.

Klinikkonzern Helios schickt als Unterstützung zur Eindämmung der Corona-Pandemie Ärzte- und Pflegeteam nach Spanien

Der Klinikkonzern Helios hat ein Ärzte- und Pflegeteam sowie 30 Beatmungsgeräte nach Spanien zur Unterstützung bei der Eindämmung der Corona-Pandemie geschickt. Das Team sei am Montagabend in der spanischen Hauptstadt eingetroffen, sagte eine Helios-Sprecherin am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Mehr als 200 Freiwillige hätten sich aus dem Unternehmen gemeldet, um in Spanien zu helfen, das besonders vom Coronavirus betroffen ist.

»Im Laufe der Woche werden wahrscheinlich weitere Teams aus ganz Deutschland nach Spanien gehen«, sagte die Sprecherin. Die Ärzte und Pfleger würden dort bei der Bekämpfung des Virus helfen. Wie viele Freiwillige insgesamt in ausländischen Kliniken helfen werden, sei derzeit unklar.

Ausländische Gesundheitsfachkräfte: zwischen Engagement und Zwangsrekrutierung

Allein in der Uniklinik Düsseldorf haben sich über 400 Medizinstudenten sofort gemeldet, um die Universitätsklinik in Zeiten der Corona-Pandemie zu unterstützen. Der WDR begleitete aktuell den Ministerpräsidenten des Landes NRW, Armin Laschet, und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei ihren Gesprächen mit den engagierten Studenten. Die Helfer arbeiten dort, wo sie am nötigsten gebraucht werden – und dies kann auch die Mitarbeit in der Krankenhauswäscherei sein, wie der WDR-Bericht zeigte. Ein Medizinstudent war sich jedenfalls nicht zu schade, auch dort tatkräftig mit anzupacken. Chapeau!

Der Aufruf an die Medizinstudierenden, während der Pandemie mitzuhelfen, hat ein großes und überwältigendes Echo gefunden, über 20.000 Studierende fanden sich sofort bereit. Wir berichteten.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Initiativen für Unterstützungsleistungen von Gesundheitsfachkräften, auch die ehrenamtliche Aktion »Wir unterstützen gern« des mibeg-Instituts hat zahlreiche Angebote zur Mithilfe durch Ärzte, Naturwissenschaftler, medizinische Fachangestellte und Pflegefachkräfte aufnehmen können, die nun zielgerichtet an Krankenhäuser und Gesundheitsämter vermittelt werden. In NRW gibt es eine Reihe von Initiativen, aber auch bundesweit ist das Engagement überwältigend.

Einsatz von ausländischen Ärztinnen und Ärzten ohne Prüfung?

Gleichwohl plant das Land NRW mit einem Epidemie-Gesetz drastische Schritte zur Rekrutierung von Personal. Der Gesetzentwurf sieht die Möglichkeit der Verpflichtung zum Einsatz medizinischen und pflegerischen Personals durch die zuständigen Behörden vor, ein Schritt, der zu kontroversen Diskussionen führt. Einige Kliniken, vor allem im Reha-Bereich, müssen möglicherweise Kurzarbeit anmelden, andere Kliniken müssen zwischen befürchteter Überlastung durch die Behandlung von Covid-19-Patienten und Nichtauslastung in anderen Therapiebereichen einen Weg finden, um nicht in eine Krise zu geraten.

Aus dem Ausland kommende Ärztinnen und Ärzte

Aus dem Ausland kommende Ärztinnen und Ärzte

Qualifiziertes Fachpersonal in Medizin und Pflege ist jedenfalls immer eine Rechengröße im Gesundheitssystem, und so ist abzusehen, dass auch Fachkräfte mit einem im Ausland erworbenen, aber noch nicht anerkannten Abschluss – mal wieder – zum politischen Zankapfel werden.

Nur mit – wie auch immer geprüfter – Dokumentenvorlage und einem B2-Nachweis deutscher Sprachkenntnisse – von welcher Qualität auch immer – eine Berufserlaubnis als Arzt oder Ärztin zu erhalten, ist in den letzten Jahren zugunsten qualitativer Prüfverfahren bundesweit abgeschafft worden, nun möchten die ersten Bundesländer, in Panik geraten angesichts der zu erwartenden Krankenzahlen, hier wieder Schnellverfahren etablieren.

Bayern und Niedersachsen planen laut Deutschem Ärzteblatt bereits, eine vorübergehende Berufserlaubnis auszugeben. Gleichwohl werden aus dem Ausland kommende Ärzte auch hier innerhalb eines Jahres erfolgreich die Fachsprachprüfung ablegen müssen. Ob andere Länder folgen, ist unklar: Rheinland-Pfalz, Sachsen oder auch Sachsen-Anhalt hatten noch kürzlich eine rigorose Verschärfung der bestehenden Prüfverfahren gefordert.

Und nun Rolle rückwärts?

Der verständliche Wunsch vieler aus dem Ausland kommender Ärzte, eine sofortige Berufserlaubnis zu erlangen und sich in der Pandemie-Situation zu engagieren, wird jetzt nicht durch schnellere und effizientere Prüfverfahren beantwortet. Die Ärzte werden gebraucht, da Behelfskrankenhäuser, Fieberambulanzen und Drive-In-Stationen für Testabstriche mehr Personal benötigen. Das Beispiel mit der Krankenhauswäscherei zeigt, wo derart Engagierte auch eingesetzt werden. Eine Vorbereitung auf eine Fachsprach- und Kenntnisprüfung ist dies nicht.

Fachlich adäquater Einsatz ist für die Kliniken wichtig

Dass zahlreiche aus dem Ausland kommende Gesundheitsfachkräfte angesichts der Pandemie-Notlage ihre Hilfe bereits anbieten, wird so nicht gewürdigt. Aber es wird Rechtssicherheit durch die Erteilung einer Berufserlaubnis geschaffen – und schlicht eine Abrechnungsmöglichkeit der so besetzten Personalstelle durch den Klinikträger. Wie ein Einsatz zur Zufriedenheit aller Beteiligten erreicht werden kann, wird ausgeblendet.

»Spargelstechen kann man nicht so schnell lernen.«

Hastig geschriebene Presseartikel mit dem Tenor »Tausende von Fachärzten dürfen nicht arbeiten« verkennen, dass viele ausländische Ärztinnen und Ärzte eine sprachliche und fachliche Unterstützung brauchen, bevor sie dann als Assistenzärzte ihre Weiterbildung zum Facharzt in Deutschland beginnen. Vor dem Start bedarf es einer sorgfältigen Dokumentenprüfung, ansonsten werden wieder nur für radikale politische Gruppierungen Argumente geliefert, die ausländischen Ärzten mit böswilligen Unterstellungen begegnen. Krankenhäuser in Krisensituationen brauchen gut aufgestelltes Personal, neue Mitarbeiter, die das Berufsfeld hier nicht kennen, brauchen intensive Unterstützung.

Nicht einmal die Mitarbeit von freiwilligen Erntehelfern etwa bei der Spargelernte funktioniert reibungslos, wie Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW kommentiert: »Spargelstechen kann man nicht so schnell lernen.«

Auch ausländische Pflegefachkräfte bedürfen der Einarbeitung

Aus dem Ausland kommende Pflegefachkräfte

Aus dem Ausland kommende Pflegefachkräfte

Das Problem trifft in voller Härte auch das ausländische Pflegepersonal. Ohne sprachliche und fachsprachliche Förderung, ohne fachliche Würdigung und Bewertung der Berufsqualifikation geht es nun beschleunigt auf den Arbeitsmarkt. Gut für die Abrechnung von Krankenhausleistungen, schlecht für die Betroffenen, die Patienten und Kollegen. Und schlecht für Bedürftige in vielen Ländern, die ebenfalls von der Pandemie betroffen sind und ihre Fachkräfte nun entbehren.

Es bleibt zu wünschen, dass das große Engagement zahlreicher Helfer gewürdigt wird, und dass nicht mit Zwangsrekrutierungen, womöglich noch unter Aussetzung von Qualitätsstandards, agiert wird. Besonnenheit statt Panik, so Bundesminister Jens Spahn, ist das Gebot der Stunde.