Anerkennung: Ministerium für Arbeit Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

MAGS stellt Pläne zur Umgestaltung der NRW-Krankenhauslandschaft vor

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Quelle: MAGS

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann wird kommenden Donnerstag ein Gutachten zur geplanten Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen vorstellen. Lohfert & Lohfert und die Partnerschaft Deutschland GmbH waren beauftragt, das Gutachten zu erstellen. Stichworte sind die Überversorgung mit Krankenhäusern vor allem in Ballungsräumen, die Unterversorgung in ländlichen Gebieten und die fachlich nicht adäquate Versorgung in bestimmten medizinischen Leistungsbereichen, die durch Nichterreichen von Mindestmengen oder mangelnde Zentrenbildung entsteht.

»Das Krankenhaus im Wandel« ist eine Phrase, die seit Jahrzehnten jeder Veröffentlichung, jedem Krankenhauskongress und jeder politischen Diskussion zur Thematik vorangestellt wird. Aber selbst der »Lobbyverband für die hiesigen Kliniken«, die Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW), hat laut Rheinischer Post »Zugeständnisse für etwaige Schließungen oder Zusammenlegungen signalisiert«. Aus dem MAGS kam bereits die Verlautbarung, dass es sich um ein Gutachten handle und nicht um die Blaupause für die künftige Krankenhausplanung NRW. Aber das Gutachten wird, wenn es denn um 10 Uhr am Donnerstag im MAGS erstmals vorgestellt wird (und dann am selben Abend in Essen einer größeren Öffentlichkeit), die wesentlichen Argumente und Eckdaten zur Begründung der zukünftigen Planung liefern.

Helmut Watzlawik, MAGS, führte bereits vor kurzem aus: »Die Landesregierung strebt einen Konsens mit Krankenkassen und Krankenhausgesellschaft an. Ich habe aber nicht gesagt, dass die Krankenhausplanung immer im Konsens stattfinden wird. In den vergangenen Jahren hat man in NRW zu oft den Konsens gesucht. Dies hat Strukturen produziert, mit denen wir jetzt leben müssen. Den Konsens sehe ich eher in der grundsätzlichen Bereitschaft zur notwendigen Veränderung.«

Nicht nur in Bezug auf den Fachkräftemangel und die Integration ausländischer Fachkräfte wird also mit Interesse auf die Veröffentlichung am Donnerstag geblickt. Aber mit Blick auf die Dauerphrase »Das Krankenhaus im Wandel« dürften die Erwartungen an gravierende Veränderungen nicht allzu hoch gesteckt werden.

Hervorragend kommentiert ist dieser Sachverhalt von Thomas Reisener, dem Chefkorrespondenten Landespolitik bei der Rheinischen Post: »Weniger Krankenhäuser wären leichter zu finanzieren und besser für die Patienten. Diese gesundheitspolitische Binse, gerade erst wieder durch eine Bertelsmann-Studie belegt, schreit schon lange nach Konsequenzen. Aber Generationen von Gesundheitsministern sind bislang davor zurückgeschreckt. Sie haben den Aufstand der Bürgermeister, Patienten- und Ärzteverbände gefürchtet, der absehbar ist, wenn ein Politiker ihnen ›ihr‹ Krankenhaus wegnehmen will. (…) Es ehrt Laumann, dass er sich diesem Risiko aussetzt. Allerdings tut er das mit wohlüberlegtem Timing. Die Zeit bis zur nächsten Wahl dürfte wohl nur noch für den Entwurf seiner Reform ausreichen. Dann ist Laumann 65. Wahrscheinlich wird ein Nachfolger die heikle Umsetzung der massenhaften Schließung von Krankenhäusern übernehmen müssen. Und ob der dann den Mut dazu haben wird, steht in den Sternen.«

Abschlusssymposium des Projekts Empathische-Interkulturelle-Arzt-Patienten-Kommunikation

Zum Abschluss des letzten erfolgreichen Projektjahrs des vom MGEPA / MAGS geförderten Modellprojekts EI-AP-K (Empathische-Interkulturelle-Arzt-Patienten-Kommunikation) lädt die Projektleiterin Dr. med. Stefanie Merse am 11. Oktober 2019 in der Zeit von 10 bis 16 Uhr in das Universitätsklinikum Essen ein. Das Symposium stellt die Erfahrungen und das entstandene Mustercurriculum zur ärztlichen Kommunikation vor, das auf eine Qualifizierung für ärztliches Personal mit den Schwerpunkten Fach- und Alltagssprache Medizin sowie die Aspekte Empathie und Interkulturalität verweist. Das Curriculum wendet sich an muttersprachliche Teams, bestehend aus Ärztinnen und Ärzten sowie Sprachtrainer/innen.

Interessenten, die am Abschlusssymposium in der Uniklinik Essen teilnehmen möchten, können sich bis zum 19. September 2019 unter folgender E-Mail-Adresse anmelden: eiapk@uk-essen.de

3. Fachforum der Koordinierungsstelle welcome@healthcare

Zum 3. Fachforum lädt Sebastian Riebandt nach Wuppertal ein. Am 10. September 2019 findet dort eine Veranstaltung zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen statt. Die Chancen und Perspektiven werden aus der Sicht vieler verschiedener Projekte erörtert. Neben dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen ist der Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen vertreten, ebenso wie der bpa mit seiner Akademie für Pflegeberufe und Management (apm). Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt und finanziert zahlreiche der teilnehmenden Projekte. Die Veranstaltung wird von Michael Brocker vom WDR moderiert. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

»Modell NRW«: Anerkennungsqualifizierungen für Gesundheitsberufe

Gesundheitsfachkräfte aus über 80 Ländern im mibeg-Institut Medizin

Das Bundesarbeitsministerium hat, unterstützt durch das Bundesbildungsministerium, den Europäischen Sozialfonds und die Bundesagentur für Arbeit, mit dem Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung (IQ)« bundesweit gute Möglichkeiten geschaffen, die Anerkennungsgesetze in Bund und Ländern zu begleiten und Anerkennungssuchende mit Beratung und Qualifizierung zu unterstützen.

Ab 2015 wurden über dieses Programm auch Qualifizierungen gefördert. Bis Ende 2018 hat das mibeg-Institut Medizin mit Hilfe dieser Fördermittel in ganz Nordrhein-Westfalen Qualifizierungsprogramme für Gesundheitsberufe aufgebaut. Ein halbes Jahr nach Ende dieser Förderphase ziehen wir Zwischenbilanz.

Eine Besonderheit: In Nordrhein-Westfalen wurde zu Beginn der Förderphase für alle reglementierten Gesundheitsberufe ausschließlich ein Institut beauftragt. Das mibeg-Institut Medizin hat seitdem für diese Zielgruppe Curricula für Qualifizierungen entwickelt und sie in Nordrhein-Westfalen etabliert, um durch gute Anerkennungsqualifizierungen passgenaue und rasche Wege aufzuzeigen, die zur Berufszulassung führen. Weiterlesen

Bezirksregierung Münster in NRW ab 2020 erneut allein zuständig für die Anerkennung der Gesundheitsberufe

Nach dem Beschluss des Landeskabinetts NRW ist es jetzt auch offiziell: Die Anerkennung  ausländischer Abschlüsse in Gesundheitsberufen soll ab 2020 zentral durch die Bezirksregierung Münster erfolgen. Antragsteller wenden sich künftig direkt an die entsprechende Abteilung bei der Bezirksregierung Münster. Nicht nur Gesundheitsfachkräfte wie Gesundheits- und Krankenpfleger, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten bekommen dann dort auf Antrag ihren entsprechenden Bescheid, sondern auch Angehörige akademischer Heilberufe, zu denen Ärzte, Zahnärzte und Apotheker gehören.

Dass die Zuständigkeit für diese Bereiche nach Westfalen geht, gehört sicher zu den Lieblingsprojekten des nordrhein-westfälischen Arbeits- und Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann, der sich die Beschleunigung von Anerkennungsverfahren ganz oben auf die politische Agenda gesetzt hat. Was der Öffentlichkeit jetzt allerdings als Ende der »Zersplitterung« vorgestellt wird, ist nichts anderes als die Verlagerung von Düsseldorf nach Münster. Alle Gesundheitsfachberufe waren in den letzten Jahren zentral bei der Bezirksregierung Düsseldorf in der Verwaltungszuständigkeit, und dort ist auch das Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie angesiedelt.

Dezentral organisiert, also verteilt über fünf Bezirksregierungen in NRW, war lediglich die Zuständigkeit für die akademischen Heilberufe. Da das ständige politische Auf und Ab zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung, das natürlich auch mit entsprechenden Kosten verbunden ist, bürgernah präsentiert werden muss, wird das Ganze mit dem Anspruch der Beschleunigung der Verfahren begründet. Zudem soll Münster nicht das neue Reiseziel für Antragsteller werden, da die Anträge zukünftig vor allem digital bearbeitet werden sollen.

Die Beauftragung der Bezirksregierung Münster, die die Verfahren bereits vor einigen Jahren zentral für NRW verantwortete, setzt voraus, dass auch entsprechende Ressourcen bereitgestellt werden, sowohl im Personalbereich als auch im Bereich der Sachausstattung, insbesondere im Bereich der EDV. Hierzu wurde allerdings bislang nichts verlautbart.

Bei einer Fachtagung des Bundesgesundheitsministeriums Ende 2018 hat das mibeg-Institut Medizin bereits in Bezug auf die Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe GfG deutlich gemacht, dass die wünschenswerten schnelleren und transparenteren Anerkennungsverfahren nicht nur politisch gefordert werden sollten, sondern dass die mit der Abwicklung beauftragten zuständigen Stellen auch mit den entsprechenden Mitteln ausgestattet werden müssen. Weiterlesen