Anerkennung: Pflegefachkräfte

Neue Seminare für ausländische Pflegekräfte: Rasche Vorbereitung auf die Berufszulassung in Deutschland

Am 31. August 2020 startet erneut das Praxisseminar Pflege, mit dem sich aus dem Ausland kommende Gesundheits- und Krankenpfleger/innen gezielt auf die Kenntnisprüfung vorbereiten können. Das durch das mibeg-Institut entwickelte Konzept ist bereits in Zusammenarbeit mit der Katholischen Schule für Pflegeberufe Essen umgesetzt worden. Die Absolvent/innen zeichneten sich durch eine besonders hohen Erfolgsquote bei den Kenntnisprüfungen aus.

Bedingt durch die Corona-Pandemie konnte der bereits für März geplante Kursstart nicht erfolgen. Alle Pflegekräfte und Dozent/innen wurden an anderer Stelle gebraucht. Nun freuen sich alle Beteiligten auf den Kursstart am 31. August unter Leitung von Pflegeschulleiter und Geschäftsführer Reinhard Dummler. Die sechsmonatige Ausbildung in Theorie und Praxis findet in Essen statt, und dort wird auch am Ende des Kurses die Kenntnisprüfung abgenommen.

Interessent/innen können sich ab sofort im mibeg-Institut melden.

Andreas Westerfellhaus: »Die Pflege ist systemrelevant, und es müssen endlich Taten folgen«

Der Bevollmächtigte der Bundesregierung für PflegeGegenüber tagesschau.de erklärte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, dass nun endlich den Ankündigungen Taten folgen müssten. Pflegerinnen und Pfleger in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen bräuchten bessere Arbeitsbedingungen und bessere Vergütungen. Der Pflegebevollmächtigte forderte in einem Positionspapier zur Lage der Pflegenden:

  • Attraktive Löhne und zeitgemäße Arbeitszeitmodelle müssen in einem Tarifvertrag geregelt werden, der auf die gesamte Langzeitpflegebranche erstreckt werden kann. Das heißt auch: die Refinanzierung von Tariflöhnen muss Realität werden.
  • Pflegekräfte brauchen individuell passende Arbeitszeitmodelle und verlässlich ausreichende Erholungsphasen. Bedarfsgerechte Personalbemessung und -ausstattung sind dazu der Schlüssel.
  • Die Möglichkeiten der Digitalisierung müssen endlich auch in der Pflege nutzbar gemacht werden. Vordringlich müssen eine einheitliche elektronische Abrechnung sowie eine digitale Anwendung für die Verordnung und Genehmigung häuslicher Krankenpflege umgesetzt werden.
  • Die Versorgung der Zukunft wird nur mit einem guten Qualifikationsmix und interprofessioneller Zusammenarbeit gelingen. Dazu müssen heilkundliche Aufgaben gezielt und dauerhaft auf Pflegefachkräfte übertragen und diese gleichzeitig stärker von einfachen pflegerischen Verrichtungen und pflegefernen Hilfstätigkeiten entlastet werden.
  • Pflegekammern müssen in allen Bundesländern als Ansprechpartner für Fortbildung, Standesrecht und fachliche Standards gegründet werden. Die Bundespflegekammer muss im Gemeinsamen Bundesausschuss, der Gematik und anderen Selbstverwaltungsgremien sitzen und die Politik in allen pflegeberuflichen Fragen beraten.

Rund 6400 mit dem Virus SARS-CoV-2 infizierte Ärztinnen und Ärzte und Pflegefachkräfte in Deutschland

Vor allem sind Frauen betroffen, die als Pflegefachkräfte und als Ärztinnen arbeiten: Von den fast 6400 medizinischen Fachkräften, bei denen eine Infektion gemeldet wurde, sind drei von vier Gemeldeten weiblich. Das Durchschnittsalter beträgt 42 Jahre, die meisten infizierten medizinischen Fachkräfte waren in Baden-Württemberg im Einsatz.

Acht medizinische Fachkräfte sind bereits an Covid-19 in Deutschland verstorben.

Die Fachkräfte arbeiteten in Krankenhäusern und Arztpraxen, das Robert-Koch-Institut (RKI) gab heute die aktuellen Zahlen bekannt. Vor zwei Wochen betrug die Zahl der infizierten medizinischen Fachkräfte noch rund 2300, innerhalb von zwei Wochen ist eine Verdreifachung bei den Infektionen zu beklagen.

Da die Gesundheitsämter bislang nicht systematisch die Berufe der Infizierten erfassen konnten, wird zudem laut einer Recherche von WDR, NDR und SZ von einer hohen Dunkelziffer, insbesondere bei Pflegefachkräften in der Altenhilfe, ausgegangen. Das RKI meldet, dass mittlerweile 80 % der Gesundheitsämter die Berufe meldeten, so dass nun auch in Deutschland die Zahl der betroffenen Ärztinnen und Ärzte sowie der Pflegefachkräfte erfasst werden kann.

»Future For Nurses« auf späteren Zeitpunkt verschoben

Nurses For Future – Future For NursesRund tausend beruflich Pflegende aus ganz Deutschland wollten sich am Samstag, dem 7. März 2020 in Hannover versammeln, um den Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen Nachdruck zu verleihen – unterstützt von 20 Verbänden aus Pflege-, Frauen- und Seniorenpolitik. Die Großkundgebung unter dem Motto »Nurses For Future – Future For Nurses« wird nun vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

»Wir kommen mit der Absage unserer Verantwortung als Pflegefachpersonen in der Gesellschaft nach. Auch an dieser Stelle werden wir keinerlei vermeidbares Risiko für Patienten und Angehörige eingehen«, so Martin Dichter, Vorsitzender des DBfK Nordwest e.V. »Mit der Absage der Kundgebung haben wir uns nicht leichtgetan«, so Dichter weiter. »Aber wir hatten keine andere Wahl mehr. Nun verhindert ausgerechnet dieses Gesundheitssystem, das schon im Alltag am Limit läuft und keine weiteren potenziellen Ausfälle von Pflegefachpersonen kompensieren kann, dass diese sich für ihre Zukunft und die ihrer Patienten versammeln.«

Nichtsdestotrotz hält der DBfK Nordwest an den zentralen Forderungen des Bündnisses fest und wird damit zu einem späteren Zeitpunkt auf die Straße gehen:

Es reicht! – Wir wollen gute Pflege!
1. Qualität der Versorgung mit dem Wissen der Pflegefachpersonen entwickeln – Pflegeberufe haben einen Wert für die Menschen mit einem Pflegebedarf und die Gesellschaft als Ganzes.
2. Recht auf Vollzeit und Mitbestimmung ausbauen – in Teilzeit beschäftigten Frauen in Pflegeberufen droht oft Altersarmut.
3. Übertragung von heilkundlichen Aufgaben in voller Verantwortung und mit entsprechender Vergütung, die im Alltag schon heute von Pflegefachpersonen durchgeführt werden.
4. Verbindliche Aus-, Fort- und Weiterbildungsstandards – bessere Pflege heißt mehr Profession – nicht mehr Hände ohne Qualifikation.
5. Die Selbstverwaltung des Pflegeberufs durch Pflegeberufekammern in allen Bundesländern und im Bund, um gleichberechtigter Partner im Gesundheitssystem zu sein.
6. Eine der Verantwortung und Leistung entsprechende Vergütung.

Weitere Informationen und im Verlauf auch der Nachholtermin finden sich auf der Bündniswebsite future-for-nurses.de.

Deutsches Rotes Kreuz: Fachtagung zum Thema »Personalmangel ade?!«

Zu einem Tagesseminar lädt der Landesverband Westfalen-Lippe des Deutschen Roten Kreuzes mit seinem Bildungszentrum am 20. November 2019 nach Münster ein. Das Programm startet um 9.30 Uhr und stellt Anforderungen an die interkulturelle Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege vor.

Dr. Gertrud Bureick, Projektleiterin der St. Franziskus-Stiftung Münster und am mibeg-Institut Medizin erfolgreich ausgebildete Gesundheitsmanagerin, berichtet über das Projekt »Du und Wir: Pflege mit Perspektive«, weitere Referenten berichten über die Herausforderungen, die sich multikulturellen Pflegeteams stellen und über die Frage der Integration internationaler Pflegefachkräfte.

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