Heute startet das 100. Seminar Qualifizierung für Klinik und Praxis!

Start des 100. Seminars Qualifizierung für Klinik und Praxis des mibeg-Instituts

Barbara Rosenthal begrüßt im mibeg-Institut gemeinsam mit Dr. med. Karin Gömann und Seminarleiterin Cecile Polzin die Ärztinnen und Ärzte zur Eröffnung des 100. Seminars Qualifizierung für Klinik und Praxis

Allein in Köln sind in kontinuierlicher Folge ununterbrochen seit Mai 1990 durch das mibeg-Institut 100 Seminare »Qualifizierung für Klinik und Praxis« gestartet worden. Hunderte von Ärztinnen und Ärzten aus aller Welt haben sich mit diesem Seminar auf ihre Berufstätigkeit in Deutschland vorbereitet.

Heute konnte Institutsleiterin Barbara Rosenthal die Mediziner/innen begrüßen, die sich für das 100. Seminar eingeschrieben haben. Die Erziehungswissenschaftlerin entwickelte gemeinsam mit der Ärztekammer Nordrhein und unterstützt durch die Agentur für Arbeit Köln diese Weiterbildung und hat jedes Projekt begleitet.

Die Ärztekammer Nordrhein war und ist für diese Seminarreihe ein Garant für Qualität. Sehr gut verdeutlichte der langjährige Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Prof. Jörg Dietrich Hoppe, die Maxime des Seminars, dass die ausländischen Kolleginnen und Kollegen auf Augenhöhe kollegial weitergebildet werden sollen und die gleichen Inhalte wie die bundesdeutschen Kollegen in medizinischen Kursen vermittelt bekommen, dass aber auch an sie dieselben Anforderungen gestellt werden.

Die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte nehmen stets aktiv an dieser Weiterbildung teil, es wird gelesen, analysiert und debattiert, es finden praktische Übungen statt, es werden Fachreferate gehalten, Arztbriefe geschrieben und ärztliche Gutachten erstellt. Kurse in Innerer Medizin, chirurgische Kolloquien, notfallmedizinische Kurse und Übungen, Befundtraining in der Radiologie oder die Interpretation von EEG und EKG gehören zu den umfassenden Inhalten, mit denen die wichtigsten klinischen Fächer rekapituliert werden, ergänzt um Gesprächsführung in klinischen Tätigkeitsfeldern, Arbeitsmarktanalysen und Rollenspielen für den Umgang mit Patienten. Selbstverständlich werden auch wichtige Rechtsinhalte für den Arztberuf vermittelt.

Es ist eine große pädagogische Freude, mit Ärztinnen und Ärzten aus vielen Ländern zu arbeiten, zu lernen, zu lachen. Auch die Feste zum Seminarende sind legendär. Immer wieder melden sich Absolventinnen und Absolventen bei uns im Institut, sind oft schon selbst Chef- oder Oberärzt/innen oder führen eigene Praxen.

Und es sind stets fachlich sehr versierte Kolleginnen und Kollegen, die die Seminare abhalten. In der Regel sind sie als Chef- und Oberärzt/innen in deutschen Krankenhäusern tätig, und selbstverständlich haben einige von ihnen selbst einmal das Seminar besucht, als sie, aus dem Ausland kommend, in Deutschland durchstarten wollten.

Herausragende Ultraschallexperten lehren im mibeg-Institut: Dr. med. Susanne Jakobeit und PD Dr. med. Christian Jakobeit

Herausragende Ultraschallexperten lehren im mibeg-Institut: Dr. med. Susanne Jakobeit und PD Dr. med. Christian Jakobeit

Zu den absoluten Besonderheiten dieses Seminars zählt, dass einige durch die Ärztekammer Nordrhein benannte Referent/innen in jedem einzelnen Seminar einen Lehrauftrag wahrgenommen haben. Ihnen sagen wir unseren ganz besonders herzlichen Dank!

Dr. med. Renate Beeko war bereits 1990 dabei, hat in allen hundert Seminaren Sozialmedizin ganz hervorragend unterrichtet und alle Teilnehmenden mit dem System der sozialen Sicherung vertraut gemacht.

Wir haben sie als Ärztliche Leiterin der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen kennengelernt, sie zeichnete verantwortlich für die Weiterbildung Sozialmedizin der nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte. Dr. Renate Beeko hat zahlreiche unserer Absolvent/innen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst begeistert.

PD Dr. med. Christian Jakobeit nimmt mit seinem Referententeam im Bereich der Ultraschalldiagnostik ebenfalls seinen 100. Lehrauftrag allein in dieser Seminarreihe wahr. Jeder Kurs erhält die Möglichkeit, ein Sonographieseminar nach den Richtlinien der DEGUM zu absolvieren. Die umfassende klinische Kompetenz von Dr. Jakobeit und sein großes pädagogisches Geschick lassen jeden dieser Kurse zu einer Glanzstunde medizinischer Fortbildung in Diagnostik werden.

Wir sagen für diese hervorragende Leistung ärztlich-kollegialer Bildung Frau Dr. Beeko, Herrn Dr. Jakobeit und allen unseren weiteren Referentinnen und Referenten herzlichen Dank. 35 Referent/innen engagieren sich regelmäßig für diese Weiterbildung.

Eine solche Kursreihe wäre nicht möglich ohne ein wunderbares Institutsteam. Barbara Rosenthal gab den Staffelstab der Seminarleitung an Dr. Edith Lerch weiter, die lange Jahre diese Kursreihe erfolgreich weiterführte. Zugleich initiierten sie solche Seminare in Aachen, Tübingen, Münster, Düsseldorf und Berlin, jeweils unterstützt durch die zuständige Landesärztekammer. Herzlichen Dank sagen wir Brigitte Bartlitz, Dr. med. Karin Gömann und den heutigen Seminarleiterinnen Carina Schmidt und Cecile Polzin.

Die ersten Seminarprojekte wurden übrigens in Kooperation mit der Otto Benecke Stiftung e.V. durchgeführt. Die Otto Benecke Stiftung war begeistert von dem Vorläuferprojekt des mibeg-Instituts, dem Praxisseminar Humanmedizin, das bereits am 1. April 1989 startete, und bat das mibeg-Institut um ein spezielles Konzept für ausgesiedelte Ärztinnen und Ärzte. Die Fördergelder hierfür stellte das Bundesfamilienministerium zur Verfügung. Die damalige Justiziarin der Otto Benecke Stiftung, Gabriele Heix-Lindenberg, eröffnete gemeinsam mit Barbara Rosenthal das Seminar im mibeg-Institut und lud gleich darauf gemeinsam mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW zu einer Konferenz ein. Alle für Approbationen zuständigen Stellen der Bundesländer waren eingeladen und schickten einen Vertreter zur Regelung des Approbationsverfahrens.
Barbara Rosenthal stellte auf der Konferenz das Konzept des mibeg-Instituts vor, und es wurde ein Konsens darüber erzielt, dass für einen Arzt oder eine Ärztin, die erfolgreich die  halbjährige theoretische Qualifizierung im mibeg-Institut sowie ein halbjähriges klinisches Praktikum unter Anleitung eines Chefarztes absolviert hat und ein Zertifikat des mibeg-Instituts und der Ärztekammer Nordrhein erhält, die wesentlichen Voraussetzungen zur Erteilung der Approbation erbracht hat.

Die Geschichte der Weiterbildung Qualifizierung für Klinik und Praxis als Teil einer hochspezialisierten beruflichen Erwachsenenbildung geht in den 32 Jahren ihres bisherigen Bestehens parallel zu immer wieder neuen Festlegungen der Approbationsbehörden bezüglich der Anerkennung eines im Ausland absolvierten Medizinstudiums. Der damalige Konsens aller Bundesländer hatte nicht sehr lange Bestand. Die Weiterbildung selbst aber blieb und bleibt eine Konstante. Statt kurzfristiger Förderprogramme ermöglicht die Regelförderung durch die Bundesagentur für Arbeit ein dauerhaftes Angebot, das die Ärztinnen und Ärzte erreicht.

Die hohe Integrationsquote unserer Absolvent/innen in den Arbeitsmarkt und ihre hohe Bestehensquote bei den mittlerweile eingeführten Fachsprachprüfungen und Kenntnisprüfungen ermutigen das Team des mibeg-Instituts sehr, auch weiterhin ein solches Angebot allen zu machen, die als Arzt oder Ärztin in Deutschland starten wollen.

Grundsätzliche Kehrtwende in der deutschen Migrationspolitik gefordert: DGB kritisiert bisherige Programme zur Fachkräftesicherung

Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB, © Foto: Susi Knoll

Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB, © Foto: Susi Knoll

Mit scharfen Worten hat Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, bisherige Regelungen deutscher Migrationspolitik kritisiert. Die DGB-Chefin forderte, dass die Regelungen, die derzeit für Geflüchtete aus der Ukraine eingerichtet werden, auch für andere Geflüchtete gelten sollten. Dazu gehöre ein schneller Anspruch auf Grundsicherung und ein direkter Zugang zum Arbeitsmarkt. Dabei seien, so Fahimi, auch noch hohe bürokratische Hürden bei der Integration ukrainischer Flüchtlinge ersichtlich. Als besonderes Nadelöhr erweise sich die Ausländerbehörde. Für einen persönlichen Termin brauche es oft viele Wochen. Es sei zu beobachten, dass in diesen Wochen des Wartens auf einen Termin bei der Ausländerbehörde viele Migrant/innen in ihrer Verzweiflung für sie gefährliche oder illegale Jobangebote annehmen.

Der DGB engagiert sich besonders im Bereich der sozialen Arbeit für Migrant/innen und hat sich stark eingesetzt für die Anerkennungsgesetzgebung, die Anerkennungsberatung und -qualifizierung.

Neben diesen Regelungen müssen die Anerkennungsverfahren erneut auf den Prüfstand. Zehn Jahre Anerkennungsgesetze in Deutschland sind zwar der Anlass zu zahlreichen Tagungen und bunten Broschüren, aber die tatsächlichen Wege, die aus dem Ausland kommende Fachkräfte beschreiten müssen, sind nach wie vor schwierig, und besonders schwierig sind sie für Geflüchtete.

Förderprogramme gibt es zahlreich, aber diese Mittel werden auch immer aufgewendet, um bestehende Strukturen zu sichern. Weniger ersichtlich ist, welche Hilfen tatsächlich bei den Betroffenen ankommen.

 

»The path to the German license to practice medicine«: Veranstaltung des International Office der Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit dem mibeg-Institut Medizin

Attaining the German medical licence (»Approbation«) for foreign physiciansAuf Initiative des International Office der Universität zu Köln, das sich für das Netzwerk Scholars at Risk engagiert, findet am

Mittwoch, 18. Mai 2022 von 10 bis 12 Uhr ein Online-Seminar

für ausländische Ärztinnen und Ärzte statt, die in Deutschland ihre Approbation erlangen wollen.

Es referieren Cecile Polzin und Dr. Shermineh Shahi vom mibeg-Institut Medizin. Die beiden Anerkennungsexpertinnen zeigen auf, wie in Deutschland die Approbation beantragt werden kann, wenn ein Studium der Medizin im Ausland absolviert wurde und Interesse besteht, den Arztberuf in Deutschland auszuüben. Die Referentinnen informieren zu den Anerkennungsverfahren, geben Tipps zur Fachsprachprüfung und zur Kenntnisprüfung und zeigen Fördermöglichkeiten auf.

In a 90-minute workshop, we would like to provide specific support on which steps are necessary to obtain the German license to practice medicine.

The following questions will be addressed:

Which language and professional requirements do I have to fulfill in order to apply for the license to practice medicine in Germany? Which authority is in charge? Which documents do I have to submit? Which language skills do I have to prove? What is a specialist language certificate? What is the procedure for a specialist language examination (»Fachsprachprüfung«) before the State Chamber of Physicians (»Ärztekammer«)? How can I prepare myself? When is a knowledge examination (»Kenntnisprüfung«) necessary? What topics are covered in a knowledge examination? How can I prepare for a knowledge examination? How much time does it take to apply for my license to practice medicine?

We are very pleased to have two proven experts as speakers for this workshop. Dr. Shermineh Shahi and Cecile Polzin from the mibeg-Institut Medizin will provide you with practical and comprehensive information.

Interessent/innen wenden sich direkt an Casper Wijckmans, Universität zu Köln, c.wijckmans@verw.uni-koeln.de.

Humanitäre Hilfe für die Opfer des Krieges in der Ukraine

Dr. med. Sandra Dühr, Oberfeldärztin, ist leitende Fliegerärztin bei der Luftwaffe und begleitet verletzte Zivilisten aus der Ukraine in Kliniken nach Deutschland. Für die Süddeutsche Zeitung gab sie ein Interview, das die ungeheuren Schrecken dieses Krieges verdeutlicht. Zusammen mit ihrem Team brachte sie in einem Sanitätsflugzeug der Bundeswehr schwerverletzte ukrainische Patienten nach Deutschland. Der Flug ging von einem Fluglandeplatz an der polnisch-ukrainischen Grenze nach Hannover und Köln, wo die verletzten und traumatisierten Patienten in Kliniken versorgt wurden.

»Wir hatten einerseits frisch Kriegsversehrte mit Explosionstraumata. Das heißt: Viele Schrapnellverletzungen, relativ viele Amputationen. Wir hatten einen Vierjährigen an Bord mit amputierten Unterschenkeln. Ein anderes Kind hatte das halbe Gesicht verbrannt. Zwei Patienten waren querschnittsgelähmt, Schrapnelle hatten ihr Rückenmark verletzt. Wir haben relativ frische Bauchwunden gesehen, bei Kindern wie Erwachsenen. Die Patienten waren aber alle sehr gut erstversorgt.

Zum anderen gab es eine Gruppe an Patienten mit Verletzungen, die nicht mehr versorgt werden konnten. Dazu gehörten kompliziertere Brüche, ältere Menschen mit Schenkelhalsfrakturen. Ein älterer Herr hatte eine künstliche Hüfte, die ausgerenkt war. Das sind Schmerzen ohne Ende. Den haben wir auch mitgenommen. Die Männer und Frauen lagen teilweise zwei Wochen in den Krankenhäusern, die es nicht mehr schafften, sie zu versorgen. Die haben nicht das Personal, nicht das Material.«

Hier das Interview, das Mike Szymanski für die Süddeutsche Zeitung führte.

Das mibeg-Institut Medizin hat regelmäßig Ärzte ohne Grenzen zu Gast. Über die Website von Ärzte ohne Grenzen können Sie sich über die Hilfsaktionen in der Ukraine informieren und direkt spenden:

www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/ukraine

Vorurteile in der medizinischen Behandlung

Pädiatrie, Geriatrie und Gendermedizin haben den Blick der differenzierten Diagnostik auf die Patienten geschärft, aber, so stellt in einem aktuellen Aufsatz Dr. med. Solmaz Golsabahi-Broclawski fest: »Die Medizin löst sich nur langsam vom Bild des weißen, männlichen Kranken mittleren Alters.« Ethnische Unterschiede finden noch zu wenig Beachtung, eigene Vorurteile von Behandelnden und möglicherweise vorhandene rassistische Bilder sind bei denen, die im medizinischen Prozess mit Patienten arbeiten, noch zu wenig im Bewusstsein.

Es gilt, Informationslücken zu schließen, Vorurteile zu erkennen und jeglicher Form von Rassismus entgegenzuwirken. Die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf engagiert sich hierfür besonders, ebenso wie die Gesellschaft für Transkulturelle Psychotherapie. Der Aufsatz »Eigene Perspektiven hinterfragen« der Psychiaterin Solmaz Golsabahi-Broclawski wurde im Deutschen Ärzteblatt Jg. 119, Heft 17 vom 29. April 2022 veröffentlicht. Dr. Golsabahi-Broclawski ist Absolventin der Weiterbildung Health Management für den leitenden ärztlichen Dienst und Dozentin am mibeg-Institut Medizin.