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Andreas Westerfellhaus: »Personaluntergrenzen können nur eine Zwischenlösung sein«

f&w 2/2020Aus aktuellem Anlass hat der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, der Zeitschrift f&w 2/2020 ein Interview gegeben. Pflegepersonalbedarfsbemessung ist derzeit das aktuelle Thema im Krankenhausmanagement, Vorschläge, entsprechende Instrumente der Bemessung zu entwickeln, werden von unterschiedlichster Seite an die Poliotik herangetragen.

»Auf Dauer ist eine Pflegepersonalbemessung im Krankenhaus der einzig richtige Weg. Die Pflegepersonaluntergrenzen können nur eine Zwischenlösung sein. Denn durch sie wird nur eine Untergrenze definiert, unterhalb derer die Personalausstattung die Patientensicherheit nicht mehr gewährleisten kann. Wir brauchen ein Instrument, das den tatsächlichen Bedarf an Pflegepersonal ermittelt. Denn nur so kann auch eine bedarfsgerechte Pflege erfolgen.«

Weniger deutsche Ärztinnen und Ärzte gehen beruflich ins Ausland

Eine aktuelle Antwort der Bundesregierung (vgl. BT Drs. 19/17060) zeigt auf, dass die Zahl der abgewanderten Ärztinnen und Ärzte seit dem Jahr 2008 kontinuierlich rückläufig ist. Verzeichnet die Statistik für das Jahr 2008 noch die Zahl 3.065 Ärztinnen und Ärzten, die sich zu einer Berufstätigkeit im Ausland entschlossen haben, so verließen 2018 nur 1.941 Mediziner das Land.

Von diesen 1.941 Ärzten verfügten 1.101 über die deutsche Staatsangehörigkeit, das heißt, dass gut die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte, die Deutschland verlassen, um ihre Berufstätigkeit woanders auszuüben, nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben.

Die zehn häufigsten Länder, in die die ausländischen Ärzte abgewandert sind, sind Bulgarien, Spanien, Niederlande, Tschechische Republik, Rumänien, USA, Polen, Griechenland, Schweiz und Österreich.

Die zehn häufigsten Länder, in die deutsche Ärztinnen und Ärzte abwanderten, sind Italien, Kanada, Niederlande, Schweden, Spanien, Frankreich, Großbritannien, USA, Österreich und die Schweiz. Mit 476 Ärztinnen und Ärzte, die 2018 in die Schweiz gewechselt sind, steht dieses Land dabei an der Spitze.

Vgl. dazu auch den Artikel »Die Schweiz ist ein schönes Land.«.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Klinikum Leverkusen

Nicht zum ersten Mal nahm der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an einer Gesprächsrunde mit Mitarbeitern des Klinikums Leverkusen teil, am 17. Februar 2020 war er wiederum zu Gast. Neben ernsthaften Diskussionen zur Gesundheitspolitik – die den Großteil des Treffens ausmachten – gab es auch einen Fun Fact, der sicher so nur im Rheinland, und auch dann nur an Karneval denkbar ist. Der Ärztliche Direktor und Chefarzt PD Dr. med. Jürgen Zumbé, nicht nur ausgewiesener medizinischer Experte für Urologie, sondern auch als »Roter Funk« Kenner und Förderer des rheinischen Frohsinns, verlieh dem Minister den Karnevalsorden der KG Klinikum. Der Minister pointierte sofort: »Wir Münsterländer sind ja die Brasilianer unter den Westfalen.«

In seinem Gespräch mit den Klinikmitarbeitern sprach Jens Spahn zu Personaluntergrenzen und einem leergefegten Arbeitsmarkt, in dem insbesondere Fachkräfte im Gesundheitswesen fehlen. Er stellte seine Maßnahmen vor, mit denen Pflegekräfte zurück in den Beruf kommen sollen. Weitere wichtige Themen waren die Digitalisierung der Medizin, darunter Telemedizin und Online-Sprechstunden, sowie die Neuordnung der Krankenhauslandschaft mit dem Fokus auf bedarfsgerechten Strukturen.

Der Ärztliche Direktor Dr. Jürgen Zumbé moderierte die Diskussion des Ministers mit zahlreichen Krankenhausmitarbeitern. Dr. Jürgen Zumbé engagiert sich für die rasche und qualitativ hochwertige Integration ausländischer Gesundheitsfachkräfte in den Arbeitsmarkt und ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Programms IQuaMed.

Bericht zum Anerkennungsgesetz 2019: Schnellere und effizientere Anerkennungsverfahren?

Der Bericht zum Anerkennungsgesetz 2019 legt wiederum umfassend Daten zu den beruflichen Anerkennungsverfahren dar. Mit speziellen Info-Boxen wird auf besondere Sachverhalte hingewiesen.

Info-Box 8: Schnellere und effizientere Anerkennungsverfahren durch Kooperation von Akteuren
Neben der Vereinheitlichung der Entscheidungspraxis wird die zügige Durchführung von Anerkennungsverfahren angestrebt. Zu diesem Zweck kooperiert in Rheinland-Pfalz die für die Anerkennung von medizinischen Gesundheitsberufen zuständige Stelle, das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV), seit 2016 mit dem Landesnetzwerk IQ. Anerkennungsinteressierte im Bereich der (nicht) akademischen Heil- und Gesundheitsberufe sollen schneller den Anerkennungsprozess in Rheinland-Pfalz durchlaufen. Der Fokus der Arbeit liegt auf Antragstellenden aus Drittstaaten. Die Kooperation beruht auf einer schriftlichen Vereinbarung, die einen strukturierten Austausch über Einzelfälle und Verfahrensabläufe beinhaltet. So sollen Kompetenzen gebündelt und die Anerkennungsverfahren beschleunigt werden. Denn häufig benötigen Anerkennungssuchende Unterstützung bei der Erstellung der erforderlichen Formalien für den Anerkennungsprozess, um die richtigen Schritte aus ihrem Anerkennungsbescheid zu ziehen. Hier kann der Verweis der anerkennenden Behörde an das IQ Netzwerk helfen. Die Kooperation wird von allen Partnern als eine Entlastung und Bereicherung wahrgenommen.

Zurzeit wenden sich sehr viele Anerkennungssuchende aus Rheinland-Pfalz an Institutionen wie das mibeg-Institut mit der Bitte, Anerkennungsberatung und Unterstützung bei der weiteren beruflichen Integration zu erhalten. Mit dem im Anerkennungsbericht 2019  dargestellten Verfahren ist ein Unternehmen beauftragt, das derzeit auf der Website folgendes bekannt gibt:

Wichtiger Hinweis: Wir freuen uns über das große Interesse an der Beratung zur Anerkennung beruflicher Qualifikationen aus dem Ausland. Dies hat aber dazu geführt, dass unsere Beratungsstelle überlastet ist. Zurzeit beträgt die Wartezeit auf einen Termin oder die Beantwortung Ihrer Fragen mehr als 10 Wochen. Deshalb können wir aktuell leider keine NEUEN Anfragen annehmen. Wenn Sie bereits bei uns gemeldet sind, werden Sie selbstverständlich wie gewohnt weiter betreut. Neue Termine können wieder ab März 2020 vereinbart werden. Dann wird auch unser Online Kontaktformular »Beratung« wieder zur Verfügung stehen. Bitte melden Sie sich dann wieder bei uns. Wir bitten Sie dafür um Verständnis und um Geduld.

Ähnlich lautet auch die entsprechende Information auf der Website des zuständigen Landesamts für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz. Beratungen sind offenbar im Zeitraum von mehreren Wochen nicht möglich.

Interessenten können am kostenfreien und wöchentlich stattfindenden Informationsseminar »Wege zur Anerkennung« des mibeg-Instituts teilnehmen oder sich regelmäßig über die Website des Landesamts für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz über die weitere Entwicklung informieren.

Neue Beratungsstelle für Fachkräfte aus dem Ausland

»Neue Beratungsstelle für Fachkräfte aus dem Ausland«, so ist der Bericht des WDR-Fernsehens im Rahmen der »Aktuellen Stunde« über die Zentrale Servicestelle ZSBA betitelt, die jetzt ihre Arbeit aufgenommen hat. Hilfe bei allen Fragen um die berufliche Anerkennung, die notwendigen Dokumente, die für die Anerkennungsprüfung zuständige Stelle: Alle Informationen werden für Antragstellende zur Verfügung gestellt, damit die berufliche Integration schneller und besser geht. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zeigt auf, dass mit der Einrichtung dieser zentralen Servicestelle ein wichtiger Meilenstein erreicht wurde, damit Anerkennung und Integration besser gelingt.

Das mibeg-Institut hat die Zentrale Servicestelle bereits im November 2019 ausführlich vorgestellt.

Der WDR-Film der Aktuellen Stunde ist bis zum 24. Februar 2020 in der Mediathek abrufbar.