Anerkennung: Ausländische Ärztinnen und Ärzte

Expertenseminar zur Fachsprachprüfung der Ärztekammer Niedersachsen

Einer Einladung der Ärztekammer Niedersachsen folgte das mibeg-Institut Medizin gern, ebenso wie eine Reihe von Ärztinnen und Ärzte, die sich für die Fachsprachprüfungen in Niedersachsen engagieren. Die Ärztekammer wollte interessierten Kollegen, aber auch Kursanbietern Gelegenheit geben, sich über die Zielrichtung der Fachsprachprüfung sowie über die bisherigen Durchläufe zu informieren und sich hierzu auszutauschen.

Der Ablauf der Fachsprachprüfung in Niedersachsen wurde detailliert vorgestellt in allen drei Prüfungssegmenten, die die Landesärztekammern bundesweit als Prüfungsstandard etabliert haben. Ausführlich wurde über die Bewertungskriterien informiert. Der Austausch diente auch dazu, die teilweise in Internetforen kursierenden falschen Informationen zu Inhalten, Ablauf und Bewertung der Fachsprachprüfung richtigzustellen. Weiterlesen

Ausländische Ärztinnen und Ärzte in Hessen: Von 134 bestehen 85 die Kenntnisprüfung

Das hessische Sozialministerium hat auf Anfrage der Deutschen Presseagentur Zahlen zum Bestehen der ärztlichen Kenntnisprüfung für Antragsteller aus Drittstaaten vorgelegt. Demnach haben sich mit Stand Oktober 2018 im vergangenen Jahr 134 Ärztinnen und Ärzte einer Kenntnisprüfung unterzogen, mit der die Gleichwertigkeit der medizinischern Ausbildung nachgewiesen werden soll. 49 der Prüfungsteilnehmer bestanden die Prüfung nicht. Zwei Wiederholungen sind für die Prüflinge möglich. Ohne ein Bestehen der Kenntnisprüfung kann die Approbation nicht erteilt werden.

Das Sozialministerium veröffentlichte in diesem Zusammenhang nicht Zahlen zur ärztlichen Fachsprachprüfung. Die Handhabung der Fachsprachprüfung gilt in Hessen als umstritten. So ist bislang nicht, wie in fast allen anderen Bundesländern, die Landesärztekammer mit der Abnahme ärztlcher Fachsprachprüfungen beauftragt, sondern private Anbieter organisieren die Fachsprachprüfungen in Eigenregie für ihre Kursteilnehmenden.

Es wird davon ausgegangen, dass diese Prüfungspraxis bald einer unabhängigen Prüfungsinstanz übertragen wird, ein Verfahren, das sich in anderen Bundesländern bewährt hat. Zugleich könnte mit diesem weiteren Schritt zur bundesweiten Standardisierung der sogenannte Approbationstourismus weiter eingedämmt werden.

Ruth Wichmann: »Eine Vereinheitlichung der Fachsprachprüfung auf hohem Niveau macht Sinn«

Ruth Wichmann, Leiterin Auslandsreferat Marburger Bund Bundesverband

Ruth Wichmann, Leiterin des Auslandsreferats Marburger Bund Bundesverband, ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Programms IQuaMed

Die Leiterin des Auslandsreferats beim Marburger Bund, Ruth Wichmann, hat der Zeitschrift »f&w – Führen und Wirtschaften im Krankenhaus« ein Interview gegeben. Ruth Wichmann plädiert in dem Interview mit Lena Reseck unter dem Titel »Die Guten aussieben« eindringlich für ein »zentralisiertes Vefahren, denn die Gleichwertigkeitsprüfung ist eine komplexe Aufgabe, die hohen Sachverstand erfordert. Jeder Antragsteller soll sich künftig direkt an die Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe (GfG) wenden können, wenn er die Gleichwertigkeit seines Abschlusses bewerten lassen möchte. Dann würde die unrechtmäßig eingezogene Hürde, einen Stellennachweis erbringen zu müssen, endlich entfallen, und es könnte sich ein effizientes und transparentes Prüfsystem etablieren. Dafür müsste man die GfG natürlich mit ausreichend Fachpersonal ausstatten. Das ist unsere politische Forderung, der beim Ärztetag in Erfurt im Mai zugestimmt wurde.« Weiterlesen

Marburger Bund: Stellungnahme zur Anhörung zur Änderung des Anerkennungsgesetzes des Sächsischen Landtages

Der Ausschuss für Soziales und Verbraucherschutz, Gleichstellung und Integration des Sächsischen Landtags hat sich mit dem Approbationsverfahren für Ärzte mit Drittstaatenabschlüssen befasst. Zur öffentlichen Anhörung war der Präsident der Sächsischen Ärztekammer, Erik Bodendieck, geladen, der sich laut Pressemitteilung der Ärztekammer Sachsen für ein Prüfverfahren im Sinne einer Examensprüfung, orientiert am zweiten und dritten Abschnitt der ärztlichen Prüfung, aussprach.

Der Marburger Bund Bundesverband wurde ebenfalls als Sachverständiger gehört. Das Auslandsreferat des Marburger Bundes nahm gewohnt sachkundig und präzise Stellung. Ruth Wichmann, Leiterin des Auslandsreferats, führte aus, dass das am 1. April 2012 in Kraft getretene Anerkennungsgesetz auf die bessere berufliche Integration von bereits in Deutschland lebenden ausländischen Fachkräften abziele sowie auf die legale Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland, die in Deutschland dringend gebraucht würden. Sie verwies auf die aktuelle Fachkräfte-Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit.

Eine weitreichende Änderung der Gesetzeslage in Bezug auf die beruflichen Anerkennungsverfahren bedürfe einer soliden Daten- und Faktenlage. Weiterlesen

Marburger Bund NRW / RLP fordert: »Kein Schnellschuss – sondern echte Integration ausländischer Ärzte«

Pressemitteilung Marburger Bund NRW / RLP: »Kein Schnellschuss – sondern echte Integration ausländischer Ärzte«Mit einer aktuell vorgelegten Pressemitteilung kritisieren die Vorsitzenden des Marburger Bundes Nordrhein-Westfalen / Rheinland-Pfalz, Dr. med. Hans-Albert Gehle und Michael Krakau, aktuelle Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn:

Kein Schnellschuss – sondern echte Integration ausländischer Ärzte: Sorgfältige Fachsprachenprüfungen garantieren hohe Qualitätsstandards für Ärzte

Köln. Die Ankündigung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, mittels beschleunigter Verfahren mehr ausländische Pflegekräfte und Ärzte für das deutsche Gesundheitswesen zu gewinnen, gleicht nach Überzeugung des Marburger Bundes NRW/RLP einem sehr späten Eingeständnis des politischen Scheiterns.

»Es ist wirklich ein Trauerspiel, dass in einem der wohlhabendsten Länder der Erde nach über eineinhalb Jahrzehnten des Ärztemangels an den deutschen Universitäten keine annähernd ausreichende Zahl an Absolventen des Fachs Humanmedizin ausgebildet werden, obwohl jedes Jahr tausende Studierwillige ab-gewiesen werden«, kritisieren Dr. med. Hans-Albert Gehle und Michael Krakau, die beiden Vorsitzenden des Marburger Bundes NRW/RLP.
»Die Zahl der Medizin-Studienplätze hierzulande hätte bereits vor über einem Jahrzehnt um mindestens zehn Prozent erhöht werden müssen«, erinnern Gehle und Krakau an Forderungen des Marburger Bundes NRW/RLP.

Die jetzt vom Minister Spahn vorgeschlagene Notlösung, Abschlüsse für Pflegekräfte und Ärzte aus dem Ausland beschleunigt anzuerkennen, berge immense Risiken für die gewohnte Qualität der Patientenversorgung, warnen Hans-Albert Gehle und Michael Krakau. Nicht Schnelligkeit sei entscheidend, sondern vielmehr die Einhaltung der hierzulande üblichen hohen Qualifikationsstandards für Ärzte. Ethisch höchst fragwürdig sei zudem, Ärztinnen und Ärzte aus den Ländern abzuwerben, in denen die medizinische Versorgung der Bevölkerung zumeist weit schlechter als hierzulande ist und dadurch noch weiter geschwächt werde.
»Ohne jede Frage fehlen uns hierzulande Zehntausende Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte. Das ist seit vielen Jahren allen Politikern gut bekannt. Wir weisen immer wieder darauf hin. Ebenso klar ist, dass in den nächsten Jahren der Bedarf an Ärztinnen und Ärzten in Krankenhäusern und in Praxen noch deutlich stärker ansteigen wird als bisher, denn viele Tausend Ärzte stehen vor ihrem Ruhestand«, betonen Gehle und Krakau. »Zugleich wird der personelle Bedarf an Ärzten in Folge einer älter und damit multimorbider werdenden Bevölkerung ansteigen. All diese Fakten sind den verantwortlichen Politikern seit vielen Jahren bekannt. Gehandelt wurde bisher weder ausreichend noch zeitnah.«

Nicht die von Jens Spahn geäußerte zögerliche Anerkennung von Ärzte aus dem Ausland sei das Problem. Viele ausländische Kollegen seien mittlerweile nämlich gut integriert und unverzichtbar. Aber: »Derzeit bestehen nur gut die Hälfte aller Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland die fachsprachlichen Prüfungen bei den zuständigen Landesärztekammern. Nur solche gründlichen Sprachprüfungen gewährleisten unseren Patienten, dass sie mit ihren behandelnden Ärzten eine adäquate Kommunikation führen können«, betonen Gehle und Krakau.

»Die fachsprachlichen Prüfungen müssen bleiben, sonst können Patienten ärztliche Diagnosen und Therapien gar nicht verstehen.« Auch die bereits aus dem Ausland integrierten Kolleginnen und Kollegen bestätigen dies. „Von den zugewanderten Ärzten und Pflegekräften werden nicht die von Jens Spahn kritisierten zögerlichen Verfahren zur Anerkennung ausländischer Ärzte beklagt, sondern vielmehr die ihnen fehlende Unterstützung bei ihrer Eingliederung – zum Beispiel beim Erwerb von Sprach- und Systemkenntnissen«, unterstreichen Gehle und Krakau weiter.

Dass Bundesgesundheitsminister Spahn die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte mittels Tarifverträgen verbessern will, begrüßen Hans-Albert Gehle und Michael Krakau ausdrücklich und verweisen zudem erneut darauf, dass die Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitswesen endlich nach dem Tarifvertrag für Ärzte (TV-Ärzte) des Marburger Bundes bezahlt werden müssen. »Solange dies aber nicht der Fall ist, bleiben Tausende Arztstellen im ÖGD nicht besetzbar, da die Verdienste für Ärzte in Krankenhäusern dank des dort geltenden TV-Ärzte massiv höher ausfallen.«