Anerkennung: Münster

Schutz ist weiterhin angebracht: #YesToNoCovid

Politiker und Verbandsfunktionäre gefallen sich zurzeit darin, das »Ende der epidemischen Lage« zu fordern, selbst für eine Forderung nach einem »Freedom Day« ist man sich nicht zu schade. Ignoriert werden bei solchen, oft einseitig aus ökonomischen Interessen motivierten Forderungen die tatsächlichen Gegebenheiten der vierten Welle, die längst begonnen hat. Ein Freiheitstag mag angebracht sein, wenn eine demokratische Bewegung sich gegen diktatorische Zwänge durchsetzt, aber bei notwendigen und wissenschaftlich begründeten Schutzmaßnahmen gegen eine Viruserkrankung globalen Ausmaßes scheint eine derart populistische und auf mediale Effekte gerichtete Forderung geradezu absurd.

Eine Fortsetzung der epidemischen Lage kann nur ein Parlament beschließen, und die Entschließung zu weiteren Schutzmaßnahmen, die Rechte von Bürgerinnen und Bürgern betreffen, darf nur nach sorgfältigster Abwägung der gesundheitlichen Lage geschehen und unter genauer Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen.

Derzeit steigt die 7-Tage-Inzidenz wieder auf über 100, und die Inzidenz steigt vor allem bei Kindern. Die Zahl der Covid-19-Toten liegt seit Wochen bei 400 pro Woche. Intensivmediziner wie die Professoren Christian Karagiannidis und Uwe Janssens weisen auf zunehmende Schwierigkeiten bei der Versorgung von Patient:innen hin, da zu wenig entsprechend ausgebildetes Pflegepersonal zur Verfügung steht.

Professor Michael Hallek von der Uniklinik Köln, einer der Initiatoren der #YesToNoCovid-Kampagne, erklärte gegenüber dem RND, es sei nicht an der Zeit, »den großen Freiheitstag auszurufen. Welche Freiheit soll hier überhaupt gemeint sein? Die Freiheit, anzustecken und angesteckt zu werden? Wir können doch ansonsten allen Tätigkeiten wieder weitgehend normal nachgehen.« Der simple Ruf nach Freiheit sei schräg, »nicht, weil man der Gesundheit alles unterzuordnen hat. Sondern weil es so einfach wäre, Leben zu schützen.«

Prof. Hallek fordert die konsequente Einhaltung der 2G-Regeln, die Fortsetzung der Impfkampagne und die Maskenpflicht in öffentlichen Räumen wie etwa in Bussen und Bahnen. »Die Impfung wirkt, aber das Immunsystem vieler Menschen mit Krebs oder rheumatischen Krankheiten funktioniert nicht immer zuverlässig. Diese Menschen müssen wir unbedingt weiter schützen«, so Hallek gegenüber dem RND.

Auch aus Sicht der Gesundheitsämter kommt eine identische Forderung. Dr. Ute Teichert, Sprecherin der Amtsärzt:innen Deutschlands, kritisierte die Forderung nach dem Ende der epidemischen Lage scharf. »Das Signal, das davon ausgesendet wird, ist, dass die Pandemie vorbei ist. Aber wir sehen gerade, dass die Zahlen wieder ansteigen.«

Bei allen Schutzmaßnahmen ist auch auf die Lage der chronisch von Covid-19 betroffenen Patient:innen zu berücksichtigen. Professor Karl Lauterbach weist aktuell auf eine Studie der Universität Lübeck hin. »Diese wichtige Arbeit zu Covid von der Uni Lübeck bestätigt die Hypothese, dass SARS-CoV-2 im Gehirn die kleinen Blutgefäße zerstört. Das kann viele neurologische Covid Befunde erklären«, so Lauterbach, bis hin zum möglicherweise späteren erhöhten Demenzrisiko.

Wir haben in der Pandemie so vieles zusammen durchgestanden und so viel Hilfe durch Medizin und Pflege, durch Wissenschaft und Öffentliche Gesundheitsvorsorge erfahren. Jetzt gilt es, die vierte Welle mit Zuversicht, Vorsicht und Sachlichkeit anzugehen. Das mibeg-Institut wird dabei Bildungsforen anbieten und bei allen Veranstaltungen größtmöglichen Schutz.

Und es gibt beim Zusammenhalt und Engagement so viele Positiv-Beispiele.

Münsteraner Chefärzte und Ärztliche Direktoren danken den Bürger:innen von Münster

Prof. Rüdiger Horstmann (Herz-Jesu-Krankenhaus), Prof. Peter Feindt (Clemenshospital), Wolfgang Heuer (Krisenstabsleiter), Prof. Hugo Van Aken (UKM), Oberbürgermeister Markus Lewe, Dr. Peter Kalvari (EVK), Prof. Jörn Steinbeck (Raphaelsklinik) und Prof. Christoph Bremer (St. Franziskus-Hospital Münster) danken den Bürger:innen Münsters und insbesondere den Krankenhausmitarbeitenden in der Stadt für deren große Leistung in Pandemie-Zeiten. Foto © Alexianer / Michael Bührke

An einer ganz besonderen Aktion beteiligte sich Prof. Dr. Peter Feindt, Ärztlicher Direktor des Clemenshospitals in Münster und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Programms IQuaMed. Gemeinsam mit fünf weiteren ärztlichen Leitern der Münsteraner Kliniken und dem Oberbürgermeister der Stadt Münster bedankte er sich bei allen Pfleger:innen und Ärzt:innen, die unermüdlich Einsatz gezeigt hätten. Es verdiene Respekt und Anerkennung, so die Ärztlichen Direktoren, was bislang bei der Hilfe für Covid-19 Erkrankte geleistet worden sei. Ein großes Lob aus diesem Kreis geht zugleich an alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Münster: 93 Prozent der Bürger:innen über 18 Jahre sind bereits geimpft!

Deutsches Rotes Kreuz: Fachtagung zum Thema »Personalmangel ade?!«

Zu einem Tagesseminar lädt der Landesverband Westfalen-Lippe des Deutschen Roten Kreuzes mit seinem Bildungszentrum am 20. November 2019 nach Münster ein. Das Programm startet um 9.30 Uhr und stellt Anforderungen an die interkulturelle Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege vor.

Dr. Gertrud Bureick, Projektleiterin der St. Franziskus-Stiftung Münster und am mibeg-Institut Medizin erfolgreich ausgebildete Gesundheitsmanagerin, berichtet über das Projekt »Du und Wir: Pflege mit Perspektive«, weitere Referenten berichten über die Herausforderungen, die sich multikulturellen Pflegeteams stellen und über die Frage der Integration internationaler Pflegefachkräfte.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Bezirksregierung Münster in NRW ab 2020 erneut allein zuständig für die Anerkennung der Gesundheitsberufe

Nach dem Beschluss des Landeskabinetts NRW ist es jetzt auch offiziell: Die Anerkennung  ausländischer Abschlüsse in Gesundheitsberufen soll ab 2020 zentral durch die Bezirksregierung Münster erfolgen. Antragsteller wenden sich künftig direkt an die entsprechende Abteilung bei der Bezirksregierung Münster. Nicht nur Gesundheitsfachkräfte wie Gesundheits- und Krankenpfleger, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten bekommen dann dort auf Antrag ihren entsprechenden Bescheid, sondern auch Angehörige akademischer Heilberufe, zu denen Ärzte, Zahnärzte und Apotheker gehören.

Dass die Zuständigkeit für diese Bereiche nach Westfalen geht, gehört sicher zu den Lieblingsprojekten des nordrhein-westfälischen Arbeits- und Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann, der sich die Beschleunigung von Anerkennungsverfahren ganz oben auf die politische Agenda gesetzt hat. Was der Öffentlichkeit jetzt allerdings als Ende der »Zersplitterung« vorgestellt wird, ist nichts anderes als die Verlagerung von Düsseldorf nach Münster. Alle Gesundheitsfachberufe waren in den letzten Jahren zentral bei der Bezirksregierung Düsseldorf in der Verwaltungszuständigkeit, und dort ist auch das Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie angesiedelt.

Dezentral organisiert, also verteilt über fünf Bezirksregierungen in NRW, war lediglich die Zuständigkeit für die akademischen Heilberufe. Da das ständige politische Auf und Ab zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung, das natürlich auch mit entsprechenden Kosten verbunden ist, bürgernah präsentiert werden muss, wird das Ganze mit dem Anspruch der Beschleunigung der Verfahren begründet. Zudem soll Münster nicht das neue Reiseziel für Antragsteller werden, da die Anträge zukünftig vor allem digital bearbeitet werden sollen.

Die Beauftragung der Bezirksregierung Münster, die die Verfahren bereits vor einigen Jahren zentral für NRW verantwortete, setzt voraus, dass auch entsprechende Ressourcen bereitgestellt werden, sowohl im Personalbereich als auch im Bereich der Sachausstattung, insbesondere im Bereich der EDV. Hierzu wurde allerdings bislang nichts verlautbart.

Bei einer Fachtagung des Bundesgesundheitsministeriums Ende 2018 hat das mibeg-Institut Medizin bereits in Bezug auf die Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe GfG deutlich gemacht, dass die wünschenswerten schnelleren und transparenteren Anerkennungsverfahren nicht nur politisch gefordert werden sollten, sondern dass die mit der Abwicklung beauftragten zuständigen Stellen auch mit den entsprechenden Mitteln ausgestattet werden müssen. Weiterlesen

Interdisziplinäre und interkulturelle Fortbildungsveranstaltung »Frauen und Medizin«

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. med. Solmaz Golsabahi-Broclawski findet am Samstag, 9. November 2019 in der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe in Dortmund eine Fortbildungsveranstaltung »Frauen und Medizin« statt, die von der Akademie für medizinische Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe, dem deutschen Ärztinnenbund und dem Medizinischen Institut für transkulturelle Kompetenz MITK ausgerichtet wird.

Unter der Moderation von Prof. Dr. Dr. med. Bettina Pfleiderer, Past-Präsidentin des Weltärztinnenbunds, Institut für klinische Radiologie am Universitätsklinikum Münster, stehen Themen wie »Frauengesundheit und Rollenverständnis im globalen Kontext« und »Krank und/oder gesund in der Fremde – Rolle des öffentlichen Gesundheitsdienstes« im Fokus. Zu den Referentinnen gehört Dr. med. Christiane Groß, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes und Mitglied des Vorstands der Ärztekammer Nordrhein.

Weitere Informationen und die Möglichkeit der Anmeldung finden Sie auf der Website der Akademie für medizinische Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Als Arzt in Ostwestfalen: Absolvent des Projekts IQuaMed

Einen besonderen Service für Interessenten stellt die Katholische Hospitalvereinigung Weser-Egge in Videoporträts auf ihrer Website vor. Die Videoporträts zeigen anschaulich den Arbeitsalltag der Mitarbeiter in den Kliniken, die zur Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge gehören.

Einer der Porträtierten ist Vladyslav Rudyi-Trypolskyi, der ursprünglich aus der Ukraine kommt. Er hat erfolgreich Sprachkurse absolviert und das Praxisseminar Humanmedizin, das die KHWE gemeinsam mit dem mibeg-Institut Medizin unter dem Projekttitel IQuaMed in Bad Driburg durchgeführt hat, um auf die Anerkennungsprüfungen vorzubereiten. Aus dem Ausland kommende Ärztinnen und Ärzte müssen in jedem Fall eine Fachsprachprüfung bestehen und häufig auch noch eine Kenntnisprüfung ablegen, bevor sie ihre Approbation als Arzt in Deutschland erhalten.

Unterstützt durch das Förderprogramm IQ hat sich Vladyslav Rudyi-Trypolskyi zielgerichtet auf seine Prüfungen in Theorie und Praxis vorbereitet. Er nahm am Praxisseminar Humanmedizin teil, gemeinsam mit zehn Kolleginnen und Kollegen, die aus verschiedenen Ländern nach Höxter gekommen sind. Unmittelbar nach Kursende hatten bereits zehn ihre Prüfungen bestanden, eine weitere Ärztin, die erst verspätet in den Kurs einsteigen konnte, hat die schwierige Prüfung vor der Ärztekammer Westfalen-Lippe beim wiederholten Anlauf gut gemeistert.

Nach Erhalt der Approbation hat er unmittelbar eine Arbeitsstelle als Assistenzarzt am Klinikum aufnehmen können. Mit wieviel Begeisterung und Engagement er dort tätig ist, dokumentiert das Video der KHWE.