Anerkennung: Programm IQuaMed

Praxisseminar Pflege zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung erhält Bestnoten von den Teilnehmern und den beteiligten Pflegediensten

Praxisseminar Pflege des mibeg-Instituts Medizin in Kooperation mit der Katholischen Schule für Pflegeberufe EssenDerzeit bereiten sich Pflegefachkräfte auf die Kenntnisprüfung im Rahmen des Praxisseminars Pflege vor. Das Seminar ist ein Kooperationsprojekt der Katholischen Schule für Pflegeberufe Essen und dem mibeg-Institut Medizin.

Auch dieses Seminar stellt sich den ganz besonderen Herausforderungen, die die Corona-Pandemie von den Lehrenden und Lernenden während der Theorie- und Praxisphasen abverlangt. Die Katholische Schule für Pflegeberufe KKS in Essen zählt zu den größten Ausbildungszentren des Landes und verfügt über eine hohe pflegepädagogische Fachkompetenz und zugleich über eine hohe Kompetenz in der Erwachsenenbildung.

Die Pflegepädagog:innen der KKS Essen begegnen den aus dem Ausland kommenden Pflegefachkräften mit großer Herzlichkeit und sind selbst ganz begeistert von der Motivation der Teilnehmenden.

Dies zeigt sich in den Auswertungsergebnissen, die wir bei der kontinuierlichen Evaluierung des Projekts dokumentieren können. Auf die Frage, was besonders gut gefallen habe, zählten die Teilnehmer:innen auf, dass die Theoriephase – seit einiger Zeit nur im Onlineunterricht – sehr gut aufbereitete Inhalte vermittle. Aber auch die Praxis kennzeichne sich durch eine sehr gute Anleitung auf den Stationen. Die Teilnehmenden spiegeln unisono zurück:

  • »Wir erhalten eine tolle Unterstützung durch die Referentinnen«.
  • »Wir sind sehr zufrieden, es sind sehr klare Strukturen, in denen wir lernen können, und es wird alles sehr gut erklärt. Der Onlineunterricht ist sehr gut gestaltet, und am Anfang hatten wir bei Hybridformen auch immer die Möglichkeit, uns intensiv mit den Dozent/innen auszutauschen.«
  • »Die klaren Strukturen ermöglichen es, sehr gut zu lernen, und die Anweisungen und Anleitungen auf den klinischen Stationen helfen sehr gut, den Anforderungen an die Krankenpflege im Klinikalltag zu entsprechen.«
  • »Wir haben mit dem Praxisseminar Pflege eine sehr gute Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung.«

Die Seminarauswertung zeigt auch, dass die Teilnehmenden sich untereinander als sehr hilfreich verstehen:

  • »Es gibt eine tolle Unterstützung durch die Gruppe.«

Gleichwohl haben wir trotz des großen Lobs gefragt, ob es auch kritische Punkte gibt und ob etwas zu benennen ist, was man besser machen könnte. Die Rückmeldung der Teilnehmer:innen lautet: »Der Praxiseinsatz in der Pandemiesituation ist etwas anstrengend für uns, aber durch die gute Anleitung ist es auch gut zu schaffen.«

Die positiven Ergebnisse der Seminar-Evaluation sind für die pädagogischen Pflegeprofis der Katholischen Schule für Pflegeberufe Essen eine erneute Bestätigung ihres Tuns. Die KKS hat bereits innovativ an der Entwicklung des Konzepts Praxisseminar Pflege mitgewirkt, Pflegedirektorin Simone Sturm, Contilia-Gruppe, gehört dem Wissenschaftlichen Beirat des Projekts IQuaMed an. Unter Leitung von Reinhard Dummler, Geschäftsführer und Pflegeschulleiter, und seinem Team gelingt es wiederholt, ausländische Pflegefachkräfte gut und gezielt auf die Kenntnisprüfung vorzubereiten.

Entsprechend positiv fällt auch die Resonanz der Leitung von Pflegediensten aus, die Mitarbeiter:innen über dieses Seminarprojekt auf die Berufszulassung Krankenpflege vorbereiten, »Wir sind sehr zufrieden mit der Qualifizierung unserer Mitarbeiter. Wir profitieren bereits während des Seminars von der Vertiefung der beruflichen Kenntnisse, die unsere Mitarbeiter erwerben.«

Das Praxisseminar Pflege wurde im Kontext des Förderprogramms »Integration durch Qualifizierung (IQ)« entwickelt und wird, unterstützt durch Arbeitsagenturen und Jobcenter, mit Bildungsgutscheinen gefördert. Das nächste Seminarprojekt startet am 15. März 2021. Interessent:innen können sich bereits jetzt an das mibeg-Institut Medizin wenden.

Anerkennung Gesundheitsberufe NRW 2021

mibeg-Institut MedizinDas IQuaMed-Programm mit zahlreichen Seminaren zur beruflichen Anerkennung für 2021 ist online. Ärzt:innen, Apotheker:innen, Zahnärzt:innen, Pflegefachkräfte, Physiotherapeut:innen, Hebammen sowie MTRAs, MTLAs und PTAs finden hier die Möglichkeit zur Beratung und zur Anerkennungsqualifizierung. Unsere Seminare bereiten auf Fachsprach- und Kenntnisprüfungen vor oder begleiten Anerkennungssuchende bei individuellen Anpassungslehrgängen.

Auch in diesem Jahr konnten Hunderte von Teilnehmer:innen erfolgreich über unser Institut qualifiziert werden, bei allen Einschränkungen, die die Corona-Pandemie uns allen abverlangt. Wir freuen uns über die großen Erfolge unserer Absolventinnen und Absolventen. Einen Arzt, der das Programm IQuaMed erfolgreich absolviert hat, haben wir in einem Interview porträtiert, um mit dieser Integrationsgeschichte vielen anderen Mut zu machen.

Wir setzen auf Qualität bei der Vermittlung sprachlichen und fachlichen Wissens von Gesundheitsfachkräften und zeigen, dass dabei öffentliche Förderung auch denen eine Chance bietet, die diesen Weg allein nicht gehen könnten. Kollegialität und Begegnung auf Augenhöhe sind uns und unserem Dozententeam wichtig und tragen zum Erfolg bei.

Wir wollen weiterhin mit vielen Kooperationspartnern zeigen, wie Integration gelingen kann und freuen uns auf die weiteren Begegnungen mit Ärzt:innen, Apotheker:innen und Zahnärzt:innen, Pflegefachkräften und weiteren Gesundheitsfachkräften aus aller Welt, die eine Zeit lang oder dauerhaft in Deutschland leben und arbeiten wollen.

An dieser Stelle dürfen wir herzlichen Dank allen engagierten Dozenten und Dozentinnen sowie unseren Beiratsmitgliedern sagen, unseren Kooperationspartnern und allen Kliniken, Pflegeschulen und Gesundheitseinrichtungen, die uns und unsere Anerkennungssuchenden so gut unterstützt haben. Die Herzlichkeit und Zugewandtheit, die unsere Gesundheitsfachkräfte bei ihrer Aufnahme erfahren haben, trägt entscheidend zum Erfolg unserer Absolvent:innen bei und motiviert uns, unsere Arbeit fortzusetzen.

Online-Seminar für den ÖGD: Covid-19 in Gemeinschaftsunterkünften

Zu einer Online-Fortbildungsveranstaltung am 18. und 19. Januar 2021 lädt die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf ein. Es referieren zahlreiche Expert:innen, darunter Dr. Katja Kajikhina und Navina Sarma vom Robert Koch-Institut in Berlin und Anne Seewald vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW.

Die Veranstaltung leitet die Psychiaterin Dr. Solmaz Golsabahi-Broclawski, die zugleich Dozentin am mibeg-Institut ist.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier: www.akademie-oegw.de

Melita Grieshop: »Anerkennungsqualifizierungen für Hebammen in innovativer Form«

Prof. Dr. Melita Grieshop, Evangelische Hochschule Berlin; © Melita Grieshop / Ev. Hochschule Berlin

Prof. Dr. Melita Grieshop, Evangelische Hochschule Berlin; © Melita Grieshop / Ev. Hochschule Berlin

Prof. Dr. Melita Grieshop leitet den dualen Bachelor-Studiengang Hebammenkunde an der Evangelischen Hochschule in Berlin (EHB). Die erfahrene Hebamme und Dipl.-Pflegepädagogin ist zugleich Projektleiterin von Anpassungslehrgängen für Hebammen aus Drittstaaten sowie für Praxisanleiter:innen. Ihr Integrationsprojekt zu Anerkennungsqualifizierungen von Hebammen startete 2019 erfolgreich.

Wir fragen Prof. Grieshop für anerkennung-medizin.de nach den Erfordernissen, um eine Anerkennungsqualifizierung für Hebammen dauerhaft in Deutschland zu etablieren.

anerkennung-medizin.de: Die Hebammenkunde ist längst auf dem Weg der Akademisierung, Sie leiten den Bachelor-Studiengang Hebammenkunde an der Evangelischen Hochschule Berlin. Wie erfolgreich ist der Prozess der Akademisierung der Hebammenkunde bislang gelaufen? Welche Meilensteine konnten erreicht werden?

Prof. Dr. Melita Grieshop: Im Jahr 2019 konnten wir über die Novellierung des Hebammengesetzes endlich die Vollakademisierung des Hebammenberufs erreichen. Zukünftig bzw. mit einer kurzen Übergangsphase werden alle Hebammen ihren Beruf an einer Hochschule erlernen. Zahlreiche Hochschulen wie die EHB haben in den vergangenen zwölf Jahren während der Modellphase schon sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Die Absolvent:innen der EHB finden sehr gut Zugang zum Arbeitsmarkt und/oder sind in der ambulanten Versorgung der Frauen und Familien tätig. Allerdings nutzen die Geburtskliniken das Potential der Hochschulabsolvent:innen noch nicht gut genug.

Die Hebammen B.Sc. würden sich gern mehr in die Organisation, Qualitätsverbesserung und Professionalisierung der Geburtshilfe einbringen. Denn Professionalisierung der Berufspraxis ist ein zentrales Ziel der Akademisierung. Zur Anpassung an das neue Hebammengesetz werden wir unseren Studiengang an der EHB 2021 in das neue Modell Hebammenwissenschaft (B.Sc. Midwifery) überführen und die Zahl der Studienplätze voraussichtlich bis auf 60 Studierende pro Jahr erhöhen.

Neben Forschung und Lehre leiten Sie ein Projekt zur beruflichen Anerkennung von außerhalb der EU erworbenen Abschlüssen der Hebammenkunde. Haben sich die Anerkennungsverfahren aus Ihrer Sicht qualitativ und quantitativ durch die Anerkennungsgesetze in Land und Bund für den Bereich Hebammenkunde verändert? Wie groß schätzen Sie den Fortbildungsbedarf von anerkennungssuchenden Hebammen ein?

Wir bieten unseren Anpassungslehrgang seit 2019 an. Er ist derzeit die einzige hochschulische Anpassungsmaßnahme für Hebammen. Damit haben wir uns von Beginn an an den qualitativen Anforderungen des hochschulischen Lernniveaus orientiert. Bis ca. 2018 gab es bundesweit nur einen fachschulischen Anpassungslehrgang, sodass die Teilnehmer:innen sehr weite Wege und hohe Kosten auf sich nehmen mussten. Die EHB erweitert dieses Angebot in innovativer Form. Pandemiebedingt haben wir inzwischen einen hohen Anteil online-basiertes Lernen eingeführt, sodass wir gut für eine Erweiterung über Berlin/Brandenburg hinaus vorbereitet sind.

Anerkennungsqualifizierung für Hebammen der Ev. Hochschule Berlin mit Unterstützung des Förderprogramms »Integration durch Qualifizierung (IQ)«; Foto © Baluschek / Ev. Hochschule Berlin

Anerkennungsqualifizierung für Hebammen der Ev. Hochschule Berlin mit Unterstützung des Förderprogramms »Integration durch Qualifizierung (IQ)«; Foto © Baluschek / Ev. Hochschule Berlin

Die Berufsgruppe der Hebammen ist im Vergleich z.B. zur Pflege oder zur Medizin eine eher kleine Gruppe. Daher wären regionale Anpassungslehrgänge in großer Zahl aufgrund zu geringer Nachfrage nicht kostendeckend.

Zudem sind die personellen Kapazitäten der Hochschulen durch Aufbau und Weiterentwicklung der Hebammenstudiengänge bundesweit sehr belastet, sodass nicht jede Hochschule personelle Kapazitäten für kleine Teilnehmendengruppen freimachen kann.

Aus dem Ausland kommende Hebammen erhalten häufig bei der Beantragung ihrer beruflichen Zulassung Anerkennungsbescheide, die in einem erheblichen Umfang eine Nachqualifizierung fordern. Welche Erfahrungen haben Sie durch das Projekt der Anerkennungsqualifizierung gewinnen können? Welche Lehrinhalte in Theorie und Praxis sehen Sie bei der Integration von aus dem Ausland kommenden Hebammen für notwendig und wünschenswert an? Weiterlesen

Approbation für ausländische Ärzte

  1. Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, wenn ich die deutsche Approbation als Arzt oder Ärztin beantrage?
  2. Bei welcher Behörde stelle ich den Antrag?
  3. Wie kann ich mich auf eine Fachsprach- und auf eine Kenntnisprüfung vorbereiten?

Ein viel genutztes Schaubild hat das mibeg-Institut mit dem Plakat »Der Weg zur deutschen Approbation für ausländische Ärztinnen und Ärzte« erstellt. Das Plakat vermittelt eine erste Übersicht über die Fragen, die sich auf dem Weg zur Approbationserteilung stellen. Weitere zusätzliche Hilfen bietet das kostenfreie Seminar »Wege zur Anerkennung«, das das mibeg-Institut Medizin regelmäßig für alle interessierten Ärztinnen und Ärzte anbietet.

The poster »Attaining the German medical licence (»Approbation«) for foreign physicians« is also available in English.

Plakat »Der Weg zur deutschen Approbation für ausländische Ärztinnen und Ärzte«